Frühindikatoren 12.01.2021

Publizierdatum: 12. Januar 2021

Gestern war der Markt so trostlos wie die polare Eiswüste. Die Börsen gaben nach. Einige Bewertungsratios wie das Kurs-Umsatzverhältnis sind an der US-Börse sogar auf höhere Niveaus angestiegen, als zu den Bullenmärkten in den 1920er und 1990er Jahren. Die Anleger befinden sich nach verschiedenen Messmethoden in einer Euphorie. Beispielhaft wurden noch nie so viele Aktien in den USA auf Kredit gekauft wie das derzeit der Fall ist. Aktien werden mittlerweile von vielen Anlegern als alternativlos bezeichnet. Starinvestor Jeremy Grantham meint, dass sich der Aktienmarkt in einer epischen Blase befindet. Nach dem Rekordjahr 2020 winkt auch 2021 ein boomendes Geschäft mit Börsengängen. In allen Regionen ist die Aktivität enorm, sagte ein Credit-Suisse-Manager. Sanofi (+0,6%) will den britischen Biotechkonzern Kymab für 1,1 Mrd. Dollar übernehmen. Japan hat in drei weiteren Präfekturen den Ausnahmezustand verhängt. Angesichts steigender Fallzahlen und sinkender Kapazitäten auf den Intensivstationen erwägt Portugal eine Behandlungspflicht für Privatkliniken. Laut Johnson werden in England Plätze in Intensivstationen und Beatmungsgeräte knapp. Der Impfstoff von Moderna sollte nach Angaben der Firma mindestens (!) ein Jahr lang wirken. Moderna will dieses Jahr bis zu einer Milliarde Dosen ausliefern. Das RKI meldet 12.497 Neuinfektionen binnen eines Tages. Am 18. Dezember wurde der bisherige Rekord über 33.777 Neuinfektionen gemeldet. Die noch amtierende US-Regierung hat Kuba erneut auf die Terrorliste gesetzt. In den USA sind bislang mehr als 8,9 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Von diesen Zahlen können wir in Europa nur träumen. Eine erschreckende Umfrage erreichte uns gestern: Drei von vier Gastronomen und Hoteliers bangen einer großen Umfrage unter 12.000 Betrieben zufolge in Deutschland um ihre Existenz. Das ist kaum zu glauben.

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