Podiumsgespräch in der voestalpine Stahlwelt

Von links nach rechts: Walter Engelmann, Schoellerbank AG; Peter Fleischer, voestalpine AG; Gerold Humer, Schoellerbank AG; Dr. Klaus Gabriel, CRIC e.V.; Stefan Grafenhorst, MA MSc., Greiner Holding AG; Mag. Alexander Zens, Oberösterreichische Nachrichten

In der voestalpine Stahlwelt fand auf Einladung der Schoellerbank am 17. Mai 2017 ein Podiumsgespräch über das Thema "Ethik und Nachhaltigkeit - die Entwicklung vom Kostenfaktor zum Wettbewerbsvorteil" statt.

Am Podium diskutierten:

  • Dr. Klaus Gabriel, Geschäftsführer CRIC e.V. (Verein zur Förderung von Ethik und Nachhaltigkeit bei der Geldanlage), und damit einer der renommiertesten Wissenschaftler auf diesem Gebiet
  • Stefan Grafenhorst, MA MSc., Referent für Nachhaltigkeit & Corporate Responsibility der Greiner Holding AG
  • Peter Fleischer, Head of Investor Relations, voestalpine AG
  • Gerold Humer, Landesdirektor, Schoellerbank AG

Durch den Abend führte Mag. Alexander Zens von den Oberösterreichischen Nachrichten.


Durch die Statements der Referenten war schnell klar, dass Nachhaltigkeit heute eine Notwendigkeit und einer der entscheidenden Wettbewerbsfaktoren ist. Wer hier nicht vorne mit dabei ist, wird in Zukunft Gefahr laufen, als Lieferant "delistet" zu werden. Die Treiber dieser Entwicklung sind einerseits die Konsumenten, die immer mehr auf Herkunft und Produktionsbedingungen achten, und andererseits gesetzliche Erfordernisse, um Klimaziele zu erreichen, aber auch Anforderungen durch andere Stakeholder, z. B. die Mitarbeiter der jeweiligen Unternehmen, die die Nachhaltigkeit ihrer eigenen beruflichen Tätigkeit hinterfragen.


Während Ethik und Nachhaltigkeit früher vor allem im kirchlichen Bereich als notwendig erachtet wurden, sind es heute auch andere institutionelle Sammelstellen, wie z. B. Pensionskassen, die in der Veranlagung auf Ethik und Nachhaltigkeit Wert legen. Auch bei vermögenden Privaten wird dieses Thema immer relevanter. Und so tauchte die These auf, dass wir es uns jetzt "leisten" können, darauf zu achten.


Hemmschuh dabei war und ist aber immer noch die Sorge vieler Anleger, dass dabei auf Ertrag verzichtet werden muss. Metastudien weisen jedoch nach, dass dies nicht der Fall ist. Im Gegenteil: Unternehmen, die sich besonders um Ethik und Nachhaltigkeit bemühen, sind bei Krisen und exogenen Schocks aufgrund ihres tieferen Know-hows und ihrer besseren Einbettung in die Wertschöpfungskette resistenter und bringen damit höhere Erträge als jene Unternehmen, die sich nicht darum kümmern. Die Performanceentwicklung des Schoellerbank Ethik-Vorsorge-Investmentfonds ist ein gutes Beispiel dafür.


Dr. Gabriel wies auf einen besonders interessanten Punkt hin: In den letzten Jahren haben Finanzanalysten, die mit Ethik und Nachhaltigkeit überhaupt nichts anfangen können, trotzdem darauf geachtet, weil es sich herausgestellt hat, dass über diese Schiene existenzielle Risiken definiert werden können. Prominente Beispiele sind VW und BP. Diese Unternehmen sind bereits vor dem Aufkommen ihrer Probleme von diversen Ethik- und Nachhaltigkeitslisten gestrichen worden.
Beim abschließenden Buffet wurde mit den Referenten angeregt weiterdiskutiert.

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