Aktienselektion: Trennung von Spreu und Weizen



In den vergangenen Jahren stiegen die Kurse an den internationalen Börsen stark an. Ob Anleger nun breit in den Markt oder selektiv in ausgewählte Einzelaktien investierten, machte wenig Unterschied. Doch sich auf Qualität zu konzentrieren, ist keine Zeitverschwendung! Sobald es unruhig wird, beginnt der Markt zu unterscheiden. Haben Sie die richtigen Aktien für schwierige Zeiten?


In den USA, Japan sowie auch in der Europäischen Union konnten sich Anleger in den letzten Jahren trotz vieler Probleme über ein reales Wirtschaftswachstum und tendenziell sinkende Arbeitslosigkeit freuen. Zwei Szenarien, die steigende Aktienkurse begünstigen. Überspitzt könnte man formulieren: Nur bei den schwächsten Unternehmen spiegelt sich eine allgemein gute Wirtschaftslage langfristig nicht in den Aktienkursen wider. Eines steht jedoch fest: Es wird ganz bestimmt auch wieder Zeiten mit wirtschaftlich schlechteren Voraussetzungen geben. Dabei müssen wir gar nicht in eine Rezession schlittern, auch kleinere negative Überraschungen reichen für eine Korrektur am Aktienmarkt. Statistisch gesehen, korrigiert der Markt jedes Jahr um mehr als zehn Prozent. Der durchschnittliche Abschlag vom Höchstkurs zum Jahrestief (max. Draw-down pro Jahr) beträgt im Mittel sogar mehr als 14 Prozent. 2008 gab es eine richtige Rezession und der Markt korrigierte sogar um fast 50 Prozent. Haben Sie für eine solche Situation die besten Unternehmen ausgewählt, die Sie ohne Sorge zu günstigeren Kursen nachkaufen können? Oder besteht die Gefahr, dass aus einem temporären ein permanenter Verlust wird?


Kaufen, wenn die anderen in Panik verfallen

Wenn man bereits bei der Aktienselektion seine Hausaufgaben gemacht hat, gibt es in Zeiten allgemeiner Verunsicherung keinen Grund, in Panik zu verfallen. Ganz im Gegenteil und getreu dem Motto: Wenn eine Aktie zu einem gewissen Preis gut war, ist dieselbe Aktie für einen günstigeren Preis noch besser. In solchen Situationen gilt es, den Durchschnittskosteneffekt ("Cost-Average-Effect") bestmöglich zu nutzen. Ein Nachlegen bei günstigeren Kursen hilft, den durchschnittlichen Einstandskurs nach unten zu bewegen.
Freilich ist das nicht bei jeder Aktie eine gute Idee. Aktien von Unternehmen, die nie mehr wieder zu alten Höchstkursen zurückfinden, sollte kein Geld unnötig nachgeworfen werden. Aktien von Top-Unternehmen, die aber sogar gestärkt aus einer schwierigen Situation hervorgehen, werden mittelfristig zu neuen Höchstständen finden. Die Experten der Schoellerbank versuchen genau diese Unternehmen zu identifizieren.


Unternehmen, die vorausschauend agieren

Umsätze und Erträge sind in einer boomenden Wirtschaft meist überdurchschnittlich hoch. Unternehmen müssen sich oft keine Sorgen über die Rückzahlung der Schulden aus dem laufenden Betrieb machen. Diese Situation kann sich in einer Rezession aber schlagartig ändern. Die Schoellerbank bevorzugt daher Unternehmen, die vorausschauend agieren und in guten Zeiten ein Sicherheitspolster anlegen. Die aktuelle Situation in der Schoellerbank Aktienliste (Stand Ende April: 40 Titel) bezüglich Verschuldung lässt sich unter anderem an verschiedenen Kennzahlen festmachen. So sagt das Verhältnis von Schulden zu Gewinn (Total Debt/EBITDA) aus, wie viele Jahre ein Unternehmen benötigt, um aus dem operativen Gewinn seine gesamten Schulden zu tilgen. Im Durchschnitt benötigen dafür alle von der Schoellerbank ausgewählten Unternehmen konservative 2,40 Jahre. Zudem machen alle Unternehmen, in die die Schoellerbank investiert ist, im Durchschnitt einen Gewinn, der mehr als 40-mal so hoch ist wie die jährliche Zinsbelastung. Ein Sicherheitspolster in schwierigen Zeiten. Mehr als ein Viertel der Titel aus der Schoellerbank Aktienliste verfügt sogar über Netto-Cash (mehr liquide Mittel als Schulden).


Aktiv über den gesamten Zeitraum

Wirtschaftlich vorausschauendes Agieren gepaart mit den anderen Punkten aus dem Schoellerbank AktienRating erhöht die Wahrscheinlichkeit, Unternehmen zu finden, die über den gesamten Zyklus hinweg Besonderes leisten.
Selbstverständlich kann sich auch bei aktuell stabilen Unternehmen die Lage verändern. Ein noch so gutes Verhältnis von Gewinn zu Zinsen in der Vergangenheit hilft nichts, wenn der Gewinn in der Zukunft gänzlich ausbleibt. Deshalb analysieren die Spezialisten der Schoellerbank die Unternehmen nicht nur bei der Aufnahme in die Liste, sondern beobachten ständig die weitere Entwicklung. Bei einer Veränderung der Gegebenheiten scheut sich die Schoellerbank nicht, ihre Einschätzung zu revidieren und Unternehmen von der Schoellerbank Aktienliste zu streichen. Nach Überzeugung der Schoellerbank verringert eine eingehende Analyse die Wahrscheinlichkeit permanenter Verluste und erhöht die Chancen, eine attraktive Rendite zu erwirtschaften.


Ein Artikel von Philipp Kain, MSc, Portfoliomanager/Asset Management

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