Staatsverschuldung in den USA

Die Staatsverschuldung in den USA

Die Staatsverschuldung in den USA, die derzeit von der US-Schuldenuhr mit USD 21,2 Billionen (oder 106 % der US-Wirtschaftsleistung) ausgewiesen wird, ist durch die Schuldenpolitik der US-Regierung in den Mittelpunkt des Anleger-Interesses gerückt. Durch den sog. "Tax Cuts and Jobs Act" (US-Steuerreform) werden die Bürger und vor allem die Unternehmen erheblich entlastet. Ein gewichtiger Teil der Gewinnsteigerungsdynamik der Unternehmen im S&P 500 Index ist auf den hohen Ölpreis, die USA haben mittlerweile Saudi-Arabien als größtes Öl-Förderland durch die Fracking-Technologie abgelöst, aber vor allem auch auf die Steuerreform zurückzuführen. In der folgenden Grafik sind verschiedene Darstellungsformen der Staatsschulden abgebildet. Werden die Schulden der staatseigenen Hypothekenfinanzierer (GSE = Government Sponsored Enterprises sprich Fannie Mae und Freddie Mac) sowie die Schulden der Gemeinden und Länder den Staatsschulden hinzugerechnet, kommt man auf eine Verschuldung von knapp 170 % der Wirtschaftsleistung. Die Grafik zeigt wie rasant die Schulden im Vergleich zur Wirtschaftsentwicklung angestiegen sind. Ein gewichtiger Teil des US-Wachstums ist eindeutig schuldenfinanziert. Allerdings trifft das auf Japan noch viel mehr zu, und auch wir Europäer haben mit der Kreditnachfrage nicht gespart.

Quelle: Ned Davis Research

Quelle: Ned Davis Research

Weltweit betrachtet hat die Verschuldung (hier dargestellt Staat, Unternehmen, private Haushalte ohne (!) Finanzindustrie) enorm zugenommen.

In den USA hat der US-Rechnungshof folgende Erwartungshaltung für das künftige Budget der US-Regierung. Man kann nur hoffen, dass der Zinsaufwand nicht so dramatisch zunehmen wird, wie dies der Rechnungshof vorhersagt. Das würde eine deutliche Einschränkung für künftige wichtige Staatsausgaben, wie etwa im Sozialbereich, bedeuten. Laut den CBO Projektionen wird das US-Budget-Defizit auch nach 2018 weiter von 4,2 % der US-Wirtschaftsleistung (BIP) auf 5,1 % im Jahr 2022 ansteigen. Dieser Prozentsatz wurde in nur fünf Jahren seit 1946 überschritten; in vier dieser Jahre folgte die Finanzkrise. Die Defizite sollten zwischen 2022 und 2025 weiterhin bei 5,1 Prozent liegen, bevor sie am Ende der Periode zurückgehen, vor allem weil einige Steuerrückstellungen nach geltendem Recht auslaufen werden, was die Einnahmen erhöht. Für den Zeitraum 2021-2028 beträgt das projizierte Defizit durchschnittlich 4,9 % des BIP; das einzige Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, als das durchschnittliche Defizit über so viele Jahre hinweg so groß war, war nach der Rezession 2007-2009.


In Japan betreibt Abe in Zusammenarbeit mit der japanischen Zentralbank diese Politik mit einem noch stärkeren Momentum. Auch die EZB schlägt in diese Kerbe. Allerdings sitzt zumindest den einzelnen Eurozonen-Staaten das Geld nicht so locker in der Tasche, wie dies derzeit bei den Amerikanern und Japanern der Fall ist. In der Gesamtverschuldung (Staat, Unternehmen, private Haushalte und Finanzindustrie) liegt die Eurozone mit einer Verschuldung bei etwa 460 % des BIP in der Mitte zwischen den USA (ca. 330 % des BIP) und Japan (ca. 650 % des BIP).


Auswirkungen
Nach der empirischen Wirtschaftsforschung sind nach hohen Defiziten und einer hohen Ausgangsverschuldung negative Auswirkungen auf das Wachstum zu erwarten. Auf die Inflation wirkt so eine Konstellation dämpfend. Die Realzinsen sollten (Ceteris Paribus, alle anderen Rahmenfaktoren unverändert) auf tiefen Niveaus verharren. Sachgüter wie Immobilien und Aktien weisen eine deutlich bessere Performance auf, als Fiat-Currency (also Geldvermögen). Die Hauptleidtragenden dieser auf Verschuldung ausgerichteten Politik sind die Sparer. Man kann von einer stillen Vermögenssteuer für Sparbuchinhaber sprechen. Das ist keine Zukunftsprognose, sondern zunächst nur, was in der Vergangenheit unter solchen Konstellationen beobachtet werden konnte. Kurz- bis mittelfristige Marktbewegungen können dieses große Bild natürlich erheblich beeinflussen.


Autor: Christian Fegg, Vorstand Schoellerbank Invest AG

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