US-Zwischenwahlen 2018: Auswirkungen für Anleger - Analysebrief Nr. 354

  • Die Demokraten erringen mit der Mehrheit im Repräsentantenhaus den ersten Sieg seit den US-Präsidentschaftswahlen vor zwei Jahren
  • Das Wahlergebnis wird jedenfalls nicht ohne Folgen bleiben:
  • - Für die amtierende US-Regierung wird es nun deutlich schwieriger, Gesetzesvorhaben umzusetzen
  • - Neue Steuererleichterungen und Ausgabenprogramme sind wesentlich unwahrscheinlicher geworden
  • - Auch der Unternehmenssektor könnte betroffen sein
  • Die geänderten politischen Umstände könnten jedoch auch bewirken, dass die Diskussionen um Handelsbarrieren beendet werden - das wäre eine gute Nachricht für Aktionäre
  • Wirtschaftspolitisch werden die nächsten zwei Jahre vermutlich wesentlich unspektakulärer, als die beiden vorherigen
  • Mit allzu heftigen politischen Störfeuern rechnen die Anlageexperten der Schoellerbank an den Börsen demnach nicht und raten weiterhin dazu, Aktien prominent im Portfolio zu gewichten

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Schoellerbank Analysebrief Nr. 354261 KB

Die US-Zwischenwahlen sind geschlagen und die Börsen haben wieder den Vorwärtsgang eingelegt. Die Demokraten erkämpften den ersten Sieg seit den US-Präsidentschaftswahlen vor zwei Jahren. Bis vor Kurzem hielten die Republikaner alle drei wichtigen Säulen der US-Politik: Das Weiße Haus, das Repräsentantenhaus und den Senat. Nun haben die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus errungen und die Republikaner sind um einen politischen Trumpf ärmer. Soweit die Fakten.


Die Interpretationen eines solchen Ereignisses gehen auf politischer Ebene weit auseinander. Tatsächlich haben die Wähler die US-Regierungsarbeit nicht abgestraft, aber ihr dennoch die Rute ins Fenster gestellt. Das Wahlergebnis wird jedenfalls nicht ohne Folgen bleiben, denn dadurch wird es für den amtierenden US-Präsidenten deutlich schwieriger werden, Gesetzesvorhaben umzusetzen.


Zudem werden die Haushaltsdebatten wieder heftiger geführt. Die USA verschulden sich aktuell in rekordverdächtigem Tempo, und das in der Hochkonjunktur. Für neue Steuererleichterungen und Ausgabenprogramme sind die Chancen nun deutlich gesunken. Solange der Wirtschaftsmotor weiter rund läuft, ist das nicht von Belang. Doch wenn die Konjunktur zu stocken beginnt, muss die US-Regierung gegensteuern - ohne die Hilfe der Demokraten, kann sie die Wirtschaft jedoch nicht ankurbeln.


Auch der Unternehmenssektor könnte betroffen sein. Die große Steuerreform, welche die US-Regierung letztes Jahr verabschiedet hat, ist eher nicht gefährdet. Aber darüber hinaus wurden viele Deregulierungsmaßnahmen vorgenommen. Das betrifft den Energie- und Bergbausektor ebenso wie Banken und andere Branchen. Hier könnte die gestärkte Opposition versuchen, der aktuellen US-Regierung einige Erfolge zu vereiteln.


Doch mit allzu heftigen politischen Störfeuern rechnen die Anlageexperten der Schoellerbank an den Börsen nicht. Keine politische Kraft in den USA möchte unter Verdacht geraten, die Wirtschaft zu drosseln und Arbeitsplätze zu gefährden. Und im Senat können wichtige Vorstöße ohnehin nur von Republikanern und Demokraten gemeinsam erfolgreich unternommen werden. Am wahrscheinlichsten ist aus Sicht der Schoellerbank Anlageexperten also, dass die politischen Kräfte sich gegenseitig blockieren und die Märkte nun zwei Jahre Stillstand erleben.


Das muss für die Aktienmärkte nicht die schlechteste Nachricht sein. Phasen, in denen keine politische Richtung den Ton angibt, waren in der Vergangenheit oft positiv für die Aktienmärkte. Wenn die Politik in den Hintergrund tritt, konzentrieren sich Anleger wieder stärker auf die fundamentalen Daten. Die Kursentwicklung sollte demnach viel mehr von der weiteren Entwicklung der Unternehmensgewinne und der Konjunktur abhängen, als von politischen Aktionen.


Der Markt war vor der US-Zwischenwahl schwach, wohl auch deshalb, weil Anleger keine Unsicherheit mögen. Nachdem die Lage jetzt klar ist, steigen die Kurse wieder. Dieser Zusammenhang lässt sich auch statistisch belegen: In den Jahren nach einer US-Zwischenwahl - also dem dritten Amtsjahr einer Präsidentschaft - sind die Börsen deutlich stärker als in den übrigen Jahren. Dazu kommt, dass die Märkte in der Winterhälfte des Jahres - also von November bis April - eine statistisch höhere Performance aufweisen als im Sommer. "Sell in May and go away" ist aber trotzdem kein guter Rat. Die Unterschiede sind nicht so hoch, sodass sich daraus eine profitable Strategie ableiten ließe.


Die Märkte stehen nun also am Beginn eines Winterhalbjahres und vor dem dritten Amtsjahr eines US-Präsidenten, demnach müsste der Ausblick doch sehr positiv sein, oder? In den vergangenen 90 Jahren stiegen die Kurse in so einer Phase durchschnittlich um 14%, bezogen auf den S&P 500. Doch Durchschnitte sagen nichts aus, wenn nicht auch die Streuung berücksichtigt wird: Im schlechtesten Jahr fielen die Kurse um 15% und im besten Jahr stiegen sie um 27%. Die Prognose ist positiv, aber auf Rückschläge muss man immer gefasst sein.

Fazit:

Für die Aktienmärkte birgt das Ergebnis dieser Zwischenwahl durchaus Risiken. Die US-Regierung hat vor zwei Jahren, gemeinsam mit der damals noch republikanisch dominierten Legislative, ein Konjunkturprogramm auf den Weg gebracht, das immer noch wirkt. Die Möglichkeiten für eine weitere Stimulation sind mittlerweile jedoch begrenzt. Die geänderten politischen Umstände könnten auch bewirken, dass die Diskussionen um Handelsbarrieren nun beendet werden, da die aktuelle US-Administration bei der Konjunktur keine weiteren Risiken eingehen möchte. Das wäre eine gute Nachricht für Aktionäre.


Bei der Vermögensanlage gilt weiterhin, dass man der Politik keine allzu wichtige Rolle bei Investitionsentscheidungen einräumen darf. Viel wichtiger sind die Bewertung und die Anlegerstimmung. Hier stehen die Ampeln auf Grün: Der Aktienmarkt liegt im Mittelfeld der historischen Bewertung - gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis. Und die Anleger scheinen nicht zu optimistisch bzw. euphorisch zu sein. Die Experten der Schoellerbank raten weiterhin dazu, Aktien prominent im Portfolio zu gewichten.


Autor:
Mag. (FH) Jakob Frauenschuh, CFA
Asset Management
Schoellerbank AG
Tel. +43/662/86 84-2751




Rückfragen bitte auch an:
Marcus Hirschvogl, BA
Pressesprecher
Schoellerbank AG
Tel. +43/1/534 71-2950
1010 Wien, Renngasse 3

Die Schoellerbank, gegründet 1833, ist eine der führenden Privatbanken Österreichs, die als Spezialist für anspruchsvolle Vermögensanlage gilt. Sie konzentriert sich auf die Kernkompetenzen Vermögensanlageberatung, Vermögensverwaltung und Vorsorgemanagement. Ihre Anlagephilosophie definiert sich über das Motto "Investieren statt Spekulieren". Die Schoellerbank ist mit 10 Standorten und 378 Mitarbeitern die einzige österreichweit vertretene Privatbank. Sie verwaltet für private und institutionelle Anleger ein Vermögen von rund 11,5 Milliarden Euro. Die Schoellerbank ist eine 100%ige Tochter der UniCredit Bank Austria.
Mehr Informationen unter: www.schoellerbank.at

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