Wertpapierstrukturanalyse - ein lohnender Blick ins Depot - Analysebrief Nr. 359

  • Bei der alljährlichen Depotanalyse betrachten Anleger häufig nur die historische Wertentwicklung einzelner Wertpapierpositionen und investieren in weiterer Folge punktuell. Dies kann zu Klumpenrisiken und der Aushebelung des angestrebten Diversifikationseffekts führen
  • Viele Titel im Depot zu halten bedeutet indes nicht automatisch, dass eine umfassende Diversifikation vorliegt. Weitere wichtige Kriterien sind die Länder- und Branchengewichtung bei Aktien sowie die Emittentenvielfalt bei Anleihen
  • Besonders bei komplexeren Wertpapiervermögen, die auf mehreren Depots bei unterschiedlichen Instituten verteilt sind, lohnt sich der Blick ins Depot
  • Eine profunde Wertpapierstrukturanalyse kann Risikofaktoren identifizieren und ein entsprechendes Optimierungspotenzial aufzeigen
  • Hochwertige Analysen durchleuchten zudem auch Investmentfonds und beinhalten zu jedem Titel eine Qualitätseinschätzung durch erfahrene Anlageexperten

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Der Jahresbeginn ist für Anleger eine gute Gelegenheit, um die eigenen Wertpapierportfolios zu durchleuchten und für das Börsenjahr auszurichten. Häufig wird bei diesem Depotcheck in erster Linie auf die vergangene Performance der jeweiligen Titel abgestellt und anhand dieser die Entscheidung über die weitere Vorgehensweise getroffen. Die bisherige Wertentwicklung ist ein wichtiges Kriterium für die weitere Handhabung von Depotpositionen, aber nicht das einzige. Die Analyse der Wertpapierportfolios sollte jedenfalls über diese eindimensionale Betrachtung hinausgehen.

Einfache Grundsätze für eine solide Struktur im Portfolio

Ein entscheidender Faktor bei der Wertpapierstrukturanalyse ist die Zusammensetzung des Portfolios. Es sind in der Regel einfache Grundsätze, die man bei der Zusammenstellung beachten sollte:

  • Eine sehr hohe Gewichtung einzelner Titel birgt bekannterweise das Risiko eines höheren Verlusts. Die gleichmäßigere Aufteilung auf mehrere Wertpapiere hilft, dieses Risiko zu vermindern.
  • Eine breite Streuung über unterschiedliche Länder und Branchen bei Aktieninvestments bewirkt zudem eine geringere Abhängigkeit von der Entwicklung einzelner Regionen oder Wirtschaftssektoren.

In der Praxis zeigt sich häufig, dass diese Grundsätze nicht beachtet werden und in weiterer Folge Klumpenrisiken im Depot generieren. Investoren gewichten mitunter wenige Titel - also ihre "Favoriten" - sehr hoch, während andere Wertpapiere hingegen nur gering positioniert werden. Der stets anzustrebende Diversifikationseffekt von Wertpapieren, die z. B. weit unter 1% im Depot gewichtet sind, fällt sehr gering aus. Auch haben diese Titel - selbst bei sehr hohen Kurssteigerungen - kaum das Potenzial, die Gesamtperformance wesentlich zu verbessern. Diese stark untergewichteten Wertpapiere bewirken daher nur eine Verlängerung des Depotauszugs. Indem man diese Werte verkauft oder gegebenenfalls zu größeren Positionen zusammenfasst, kann man sich das routinemäßige Controlling des Portfolios erleichtern ohne bei der Risikostreuung Abstriche machen zu müssen.


Die genannten Ungleichgewichte können auch die Folge von Kursentwicklungen sein. Wenn Wertpapiere sehr stark fallen, kann aus einer vernünftig gewichteten Position eine marginale werden. Ebenso können sehr große Kurssteigerungen dazu führen, dass Titel eine über das gesunde Ausmaß hinausgehende Gewichtung einnehmen. In diesen Fällen muss über die weitere Handhabung dieser Titel im Portfolio entschieden werden - ein "Rebalancing" ist daher von Zeit zu Zeit empfehlenswert.

Viele Titel im Depot bedeuten nicht automatisch eine umfassende Diversifikation

Dass eine umfassende Diversifikation bei der Wertpapierveranlagung wichtig ist, ist weithin bekannt. Um eine zu hohe Abhängigkeit von der Wertentwicklung einzelner Titel zu vermeiden, sollte man demnach in eine größere Anzahl von Wertpapieren investieren.


Diversifikation bedeutet bei Wertpapierinvestitionen im Grunde nach, sein Vermögen auf unterschiedliche Instrumente zu verteilen, um das Risiko eines hohen Verlustes zu begrenzen. Im Idealfall haben die verschiedenen Titel im Portfolio zueinander eine niedrige Korrelation, sodass Verluste eines Wertpapiers durch Gewinne eines anderen Titels kompensiert werden können.


Eine höhere Anzahl von Wertpapieren führt zwar tendenziell zu einer größeren Risikostreuung, dabei ist jedoch auch die Zusammensetzung des Portfolios, gemessen nach verschiedenen Kriterien, wichtig:

  • So tragen beispielsweise mehrere Anleihen desselben Emittenten nicht zur Bonitätsstreuung bei. Investiert man jedoch in Schuldverschreibungen von unterschiedlichen Emittenten, haben Zahlungsschwierigkeiten bei einem Titel geringere Auswirkungen auf das Depot.
  • Häufig zu beobachten ist auch der "Home Bias" - also die Tendenz, Investitionen auf dem Heimatmarkt überproportional hoch zu gewichten. Anleger erliegen oftmals der Illusion, über die allgemeine Wirtschaftslage und im Speziellen über Unternehmen aus dem eigenen Land umfangreich und detailliert informiert zu sein. Als Resultat investieren sie verstärkt in Unternehmen der heimischen Indizes. In Zeiten globalisierter Informationsflüsse und weltweit agierender Unternehmen sind diese Vorteile jedoch zumeist ein Wunschgedanke. Diese Ungleichgewichte in der Allokation führen somit zu einer eingeschränkten internationalen Streuung.

Mit einer professionellen Analyse den Überblick bewahren und Details erkennen

Wenn kontinuierlich Investitionen getätigt werden und laufend neue Titel ins Depot hinzukommen, wird oftmals das Gesamtportfolio aus den Augen verloren. Die Investitionsentscheidungen werden unabhängig voneinander getroffen - das Ergebnis ist eine ungeordnete Depotstruktur. Noch weitaus schwieriger ist der Überblick zu bewahren, wenn gleich mehrere Depots bei verschiedenen Instituten gehalten werden. Eine professionell aufbereitete Wertpapierstrukturanalyse ermöglicht Anlegern diese Übersicht.


Nur wenn dabei sämtliche Positionen zusammengefasst und gesamtheitlich betrachtet werden, sind Ungleichgewichte im Portfolio zu erkennen. Eine Portfolioaufstellung mit den Gewichtungen der einzelnen Wertpapiere bildet dabei die Grundlage der Analyse. Davon ausgehend werden die Assetklassen durchleuchtet. Bei Aktien wird in der Regel nach Ländern und Branchen analysiert. Fortgeschrittene Tools ermöglichen hierbei auch, das Vermögen von Investmentfonds entsprechend ihrer Allokation aufzuschlüsseln. So lässt sich für die Aktieninvestments die aktuelle Länder- bzw. Branchenallokation mit transparenter Darstellung der Fonds realisieren.

Qualitätseinschätzung vervollständigt die wertvolle Entscheidungsgrundlage

Neben der optimalen Struktur des Depots ist der langfristige Erfolg der Investition in großem Ausmaß von der Qualität der einzelnen Wertpapiere abhängig. Im Rahmen der Wertpapierstrukturanalyse sollten daher auch immer die Titel selbst von erfahrenen Anlageexperten genauer betrachtet werden.

Fazit:

Eine umfassende und ansprechend aufbereitete Wertpapierstrukturanalyse, die im Idealfall auch eine Qualitätsaussage zu den einzelnen Titeln beinhaltet, stellt eine fundierte Grundlage für eine individuelle Beratung dar. Schließlich sind - neben den allgemein gültigen Regeln zur Portfoliodiversifikation - die individuelle Risikoneigung und Risikotragfähigkeit sowie die Markteinschätzung und persönlichen Präferenzen des Anlegers wesentliche Faktoren, die bei der Zusammenstellung und Pflege eines Portfolios beachtet werden müssen.




Autor:
Mag. (FH) Stefan Kerschbaumer, CFP®
Wealth Advisory
Schoellerbank AG
Tel. +43/662/86 84-2391


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Pressesprecher
Schoellerbank AG
Tel. +43/1/534 71-2950
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Mehr Informationen unter: www.schoellerbank.at

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