Inventur des Vermögens - die eigenen Finanzen immer im Blick - Analysebrief Nr. 370

  • Bei erfolgreicher Erwerbstätigkeit und vielen beruflichen wie privaten Veränderungen, ist der finanzielle Fokus meist über einige Jahre primär auf die Einkommenserzielung gerichtet
  • Die allermeisten Anschaffungen (z. B. Versicherungsabschluss, Kauf einer Vorsorgewohnung, Erhalt von Vermögenswerten aufgrund einer Erbschaft etc.) erfolgen dann ohne einer ganzheitlichen Lebensplanung oder Strategie zu folgen. Und so wissen die wenigsten Menschen, wie hoch ihr Vermögen tatsächlich ist
  • Mit einer Vermögensaufstellung können auf einen Blick Klumpenrisiken identifiziert werden, aber auch wertvolle Rückschlüsse für eine etwaige Vermögensweitergabe gewonnen werden. Somit ist die Vermögensaufstellung ein wichtiger Begleiter auf dem sich ständig ändernden Lebensweg
  • Im Rahmen einer professionellen und umfassenden Finanzplanung ist diese Vermögensaufstellung zudem Ausgangspunkt für Hochrechnungen, Szenariobetrachtungen sowie für die Liquiditätssteuerung und Risikobetrachtung. Daher ist zu empfehlen, sich ausreichend Zeit für eine Vermögensinventur zu nehmen oder erfahrene Experten mit solch einer Vermögensstruktur zu beauftragen
  • In der Schoellerbank ist mit dem Vermögensreport ein beratungsunterstützendes System in der bedürfnisorientierten Beratung integriert. Auf Basis einer aktuellen Vermögensbilanz können individuelle und zielgerichtete Empfehlungen abgegeben werden

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Einen Wohlstand oder ein Vermögen über Jahrzehnte zu schaffen stellt eine große Herausforderung dar. In vielen Fällen geht dabei im Laufe der Zeit der Überblick verloren, da der Fokus vor allem auf die Einkommenserzielung bzw. die Unternehmensentwicklung gelegt wird. Und so wissen die wenigsten Menschen, wie hoch ihr Vermögen tatsächlich einzuschätzen ist. Spätestens nach Jahren des "unkoordinierten Vermögensaufbaus" sollte daher Bilanz gezogen und sichergestellt werden, dass man stets den Überblick über die eigenen finanziellen Verhältnisse behält. Das kann zukünftige Investitionsentscheidungen oder die Erstellung eines Testaments erheblich erleichtern und helfen, Risiken zu erkennen bzw. zu vermeiden.

Vermögensinventur: sich einen Überblick verschaffen

Nach jahrzehntelanger erfolgreicher Erwerbstätigkeit und vielen beruflichen wie privaten Veränderungen ist es oftmals nicht ganz leicht, den Überblick über die genaue Zusammensetzung des eigenen Vermögens zu bewahren. So kommt es häufig vor, dass das Privatvermögen durch nicht auf einander abgestimmte "Zufallsentscheidungen" (z. B. Versicherungsabschluss, Kauf einer Vorsorgewohnung nach einer Erbschaft etc.) geschaffen wird, ohne einer ganzheitlichen Lebensplanung oder Strategie zu folgen. Ebenso fehlt auch eine aktuelle Wertbemessung zu den einzelnen Vermögensbestandteilen. Die ursprünglichen Anschaffungswerte sind möglicherweise noch bekannt bzw. ermittelbar, aber Vermögensteile können sich unterschiedlich im Wert entwickeln - insbesondere bei Immobilien oder Kunstgegenständen ist der aktuelle Marktwert nicht immer ohne Weiteres ermittelbar. Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt für eine Inventur des eigenen Vermögens gekommen.

Die Inventur des Vermögens führt zu einer Vermögensübersicht

Im Grunde sollten sämtliche Vermögenswerte und aushaftenden Verbindlichkeiten in einer Vermögensübersicht zusammengestellt werden. Das können Bargeldbestände, Wertpapiere, Immobilienvermögen oder Unternehmensbeteiligungen sein. Aber auch aktuelle Rückkaufwerte von (kapitalbildenden) Versicherungsverträgen oder emotional behaftete Werte wie Gemälde, Schmuck, effektive Goldbestände oder auch Oldtimer sollten Bestandteil der Vermögensübersicht sein. Generell sind alle Vermögenswerte in solch eine Übersicht aufzunehmen, um ein vollständiges Vermögensbild zu erhalten. Daneben sind natürlich auch aushaftende Darlehen für eine Vermögensinventur wichtig, da diese Verbindlichkeiten dem bestehenden Vermögen gegenübergestellt werden müssen. Gelingt es, alle relevanten Vermögenswerte aufzulisten und mit einem aktuellen Wert zu versehen, ist der erste wichtige Schritt hin zu einer privaten Vermögensübersicht bereits getan - Finanzplaner sprechen von einer privaten Vermögensbilanz. Neben der reinen Auflistung gilt es auch, die Vermögenswerte zu klassifizieren und nach einheitlichen Kriterien zu beurteilen.


Eine Vermögensbilanz kann ihre Aussagekraft nur dann entfalten, wenn die einzelnen Vermögensbestandteile auch mit (möglichst) aktuellen Werten versehen sind. Bei vielen Vermögenswerten ist die Wertfindung schwierig bis gar nicht möglich. Bei Vermögenswerten wie Schmuck, Möbel oder auch Bilder ist eine Bewertung zu einem aktuellen Zeitpunkt in vielen Fällen nicht möglich. Auch bei Immobilien kann diese Aufgabe - speziell in ländlich geprägten Regionen - sehr schwierig sein. Hier fehlen häufig ausreichende Vergleichstransaktionen. Gutachter können zu unterschiedlichen Wertansätzen kommen und sind letztlich meist kostenpflichtig. Ein "echter Wert" kommt daher häufig erst im Rahmen eines Verkaufs zustande. Auch bei Unternehmensbeteiligungen kann eine Wertbemessung vielfach nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich sein, wenn es keine potenziellen Käuferinteressen gibt oder das Tätigkeitsfeld sehr speziell ist. Letztlich sollte versucht werden, einen möglichst plausiblen Wertansatz zu finden.

Von der Vermögensübersicht zur Vermögensstruktur

Auf Basis der erstellten Vermögensliste lässt sich sehr rasch eine übersichtliche Vermögensstruktur ableiten. Die Vermögensstruktur zeigt, auf wie viel des Vermögens sofort (taggleich) zugegriffen werden kann und für welche Anteile des Vermögens ein längerer Zeitraum für eine Veräußerung bzw. für einen Geldfluss benötigt wird. Zusätzlich kann die Vermögensübersicht nach weiteren Kriterien gegliedert werden - dies kann bei Immobilien beispielsweise der Nutzungszweck sein. Immerhin macht es einen Unterschied, ob das Einfamilienhaus für eigene Zwecke verwendet oder doch vermietet wird. Wesentlich dabei ist jedoch, auch das Eigenheim in die Vermögensstruktur einzubeziehen - denn so, wie sich das Leben ändert, ändert sich auch der Wohnbedarf, und so kann es durchaus vorkommen, dass aus einem Ein- oder Mehrfamilienhaus in einer anderen Lebensphase ein Investmentobjekt wird.

Ins Detail gehen

Wird eine umfassende Vermögensstruktur erstellt, so können daraus wertvolle Erkenntnisse gezogen werden. Eine wichtige Erkenntnis ist die Teilbarkeit des Vermögens im Falle des unverhofften Ablebens. Während Geldwerte (Girokonto- oder Sparguthaben, Wertpapierdepots etc.) relativ schnell und problemlos auf potenzielle Erben aufgeteilt werden können, sieht es bei Immobilien - und hier speziell bei Wohnungseigentum -anders aus. Auch Unternehmensanteile können vor dem Hintergrund einer Vermögensweitergabe problembehaftet sein, wenn keine qualifizierte Nachfolge absehbar ist oder niemand aus dem Familienkreis Interesse an dem Unternehmen zeigt.


Ganz anders ist die Situation wiederum bei Versicherungsvermögen im Rahmen von kapitalbildenden Verträgen (fondsgebundene Lebensversicherungen, Rentenversicherungen und klassische Er-/Ablebensversicherungen). Hier ist die Regelung des Letztbegünstigten relevant, da dieser im Todesfall unter Vorlage der Sterbeurkunde eine umgehende Zahlung der Versicherungsgesellschaft erhält. Sofern bei der Vermögensaufstellung all diese Aspekte berücksichtigt werden, kann diese Gliederung wichtige Rückschlüsse auf zukünftige Veränderungen bzw. Investmentbereiche darstellen. Denn eine diversifizierte Vermögensstruktur ist ein wesentlicher Baustein zur Risikominimierung.

Risikodarstellung

Wie bereits ausgeführt, können durch die Inventur des Vermögens viele Aspekte kompakt aufgezeigt werden. Bei einer professionellen Aufarbeitung kann auch das Thema Risikoeinschätzung sofort abgeleitet und dargestellt werden. So ist im Rahmen der Darstellung in Prozentanteilen ersichtlich, wo Schwergewichte im Vermögen bestehen. Vielfach liegen diese Schwerpunkte im Bereich des Immobilien- oder Beteiligungsvermögens, da diese Vermögensklassen tendenziell sehr viel Kapital binden. Tritt so ein Klumpenrisiko im Vermögen auf, sollte beachtet werden, dass dieser Vermögensteil stark von Bewertungsschwankungen am Markt abhängig ist. Denn auch Immobilienwerte - speziell jene von Vermietungsobjekten - werden über Marktpreise ermittelt. Daher kann sehr schnell berechnet werden, welche Auswirkungen Preisveränderungen am Immobilienmarkt auf das Gesamtvermögen haben. Auch im Bereich der liquiden Vermögenswerte kann mittels einer Vermögensübersicht rasch eine Liquiditätshaltungsquote aufgezeigt werden. Werden so Giro-, Spar- und Tagesgeldkonten zusammengerechnet, zeigt sich vielfach eine sehr hohe Quote von Konto- und Sparguthaben. Diese Cash-Bestände sind oft überdimensional ausgeprägt. Vor allem im aktuellen Zinsumfeld stellen diese keine effiziente Veranlagungsstrategie dar, da ein realer Vermögensverzehr droht. Oftmals ist es der Risikoaspekt, der vor einer sinnvolleren Veranlagung abhält, vielfach ist es aber auch die einfache Unkenntnis über die vorhandenen Cash-Positionen.


Eine Vermögensübersicht gibt zusätzlich wertvolle Aufschlüsse über Bewertungsaspekte des Vermögens. Speziell für eine vorausschauende Vermögensnachfolgeregelung kann eine aussagekräftige private Vermögensbilanz ein Fundament zur Vermögensaufteilung sein. Denn in jeder Erbregelung ist der Zweck die Verteilung des Vermögens an die Erben und hierzu ist die Bewertung des Vermögens eine wesentliche Voraussetzung. Eine durchdachte und individuell passende Nachfolgelösung kann Streitigkeiten unter den potenziellen Erben verhindern und die Abwicklung des Verlassenschaftsverfahren erleichtern. Hier kann die Einbeziehung von Spezialisten notwendig und sinnvoll sein.

Die passende Vermögensstruktur für den richtigen Lebensabschnitt

Eine umfassende Vermögensübersicht zeigt strukturelle Stärken und Schwächen auf und welche positiven sowie negativen Aspekte das bestehende Vermögen bieten kann. Dies bildet eine gute Basis für finanzielle Zukunftsentscheidungen. Da Wünsche, Ziele und Vorstellungen sehr individuell sind, kann natürlich keine pauschale Empfehlung zur idealen Vermögensstruktur abgegeben werden. Aber eines ist gewiss; die optimale Vermögensstruktur wird sich im Laufe des Lebens immer wieder ändern, da sich auch die Lebensumstände und Bedürfnisse ändern. Speziell bei Immobilien kann der Bedarf mehrmals wechseln: Was in jungen Jahren vielleicht eine Mietwohnung ist, die dann zur ersten Eigentumswohnung wird und in weiterer Folge gegen ein Einfamilienhaus getauscht wird, so kann mit zunehmenden Alter wieder die kleine Eigentumswohnung in der Stadt oder das eigene Zimmer im betreuten Seniorenheim die richtige Immobilienform sein. Vor diesem Hintergrund ist auch die Vermögensinventur nicht als einmaliger Akt zu verstehen, sondern als kontinuierliche lebensbegleitende Maßnahme.

Fazit:

Eine Inventur des Vermögens sollte für alle Personen eine detaillierte Übersicht bieten, die nach verschiedensten Kriterien strukturiert ist. Mit solch einer Vermögensaufstellung können auf einen Blick Klumpenrisiken identifiziert und wertvolle Rückschlüsse für eine etwaige Vermögensweitergabe gewonnen werden. Somit ist die Vermögensaufstellung ein wichtiger Begleiter auf dem sich ständig ändernden Lebensweg. Im Rahmen einer professionellen und umfassenden Finanzplanung ist diese Vermögensaufstellung zudem Ausgangspunkt für Hochrechnungen, Szenariobetrachtungen sowie für die Liquiditätssteuerung und Risikobetrachtung. Daher ist zu empfehlen, sich ausreichend Zeit für eine Vermögensinventur zu nehmen oder erfahrene Experten mit solch einer Vermögensstruktur zu beauftragen. In der Schoellerbank ist mit dem Vermögensreport ein beratungsunterstützendes System in der bedürfnisorientierten Beratung integriert. Auf Basis einer aktuellen Vermögensbilanz können individuelle und zielgerichtete Empfehlungen abgegeben werden.





Autor:
Mag. (FH) Norbert Prenner, CFP®, CFEP®, EFA®
Head of Wealth Planning
Schoellerbank AG
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Pressesprecher
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Tel. +43/1/534 71-2950
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