Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 25. Januar 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 25. Januar 2017)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
Neutrale GewichtungEnde November/Anfang Dezember 2016 passen wir Mandate, deren Restlaufzeit unter 3,5 Jahre fällt, aktiv nach oben an. Weiterhin sehr besonnene Laufzeiten-Ausrichtung und Fokus auf hervorragende Schuldner.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Starke ÜbergewichtungStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Antizyklische Erhöhung im Februar 2015. Kontinuierliche Laufzeitanpassung nach oben.
Strukturierte
Zinsprodukte
UntergewichtungIm August 2016 (erneut) reduziert, zugunsten von Fremdwährungsanleihen.Dadurch Konzentration der eigentlichen Strategie. Fokus auf Währungs- und Kreditstrukturen. Nutzen von Preisanomalien auch abseits der Kernzone möglich.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtungIm November 2016 wurde der Cash-Polster voll investiert. Größte Position ist der US-Dollar mit gut 42%, gefolgt vom Kanadischen Dollar, der Norwegischen Krone und dem Schweizer Franken. Einen ganz bewussten Schwerpunkt setzen wir weiterhin bei den Rohstoff-Währungen.
AktienÜbergewichtungWir erhöhen die Gewichtung des Japan-Anteils auf „Stark Übergewichtet“. Japan ist deutlich günstiger bewertet als die US-Börsen. Im Gegenzug reduzieren wir die Regionen USA und Europa. 40% der japanischen Aktien sind gegen Schwankungen des Japanischen Yen abgesichert.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Breit aufgestellt in den Themen Edelmetalle, Energie, Minen, Wasser, Holz, etc. Mai 2016: Reduktion Anteile Bergbau/Minen, Edelmetalle und Energie - Erhöhung der Segmente Wasser, Agribusiness und Holz.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Aktienmärkte haben nach einer längeren Seitwärtsbewegung nun wieder spürbaren Aufwind erhalten. Die Trump-Rally setzt sich fort. Der Dow Jones Index hat erstmals in seiner 120 jährigen Geschichte die 20.000 Punkte Marke überschritten. Wie erfolgreich Investitionen an den internationalen Aktienmärkten in der Geschichte bisher waren, lässt sich gut am Dow Jones ablesen. Die Rendite gemessen am Kursverlauf seit 1896 liegt bei 5,27% p.a. Das ist ohne Dividenden gerechnet. Investoren, die die Dividenden jeweils in den Dow Jones reinvestiert haben, kommen auf eine Rendite von 10% p.a. Der Zinseszins-Effekt spielt bei langen Laufzeiten eine ausgesprochen gewichtige Rolle. Der Zugewinn einschließlich Dividenden beträgt 9,9 Millionen Prozent. Keine Frage, es lohnt sich langfristig am Aktienmarkt investiert zu sein.
Durch die jüngsten Dekrete von Trump hat der neue US-Präsident an Glaubwürdigkeit gewonnen. Die meisten Analysten gehen nun davon aus, dass Trump auch seine Wahlversprechen bezüglich Infrastruktur-Investitionen sowie massiven Steuersenkungen umsetzen wird. Bei der Finanzierung der Infrastruktur-Maßnahmen spekuliert der Markt über eine Art Fonds, der von der US-Regierung, was die Rückzahlung und die Rendite angeht, garantiert werden könnte. In diesen Fonds könnten US-Firmen, die aus steuerlichen Gründen Geld im Ausland geparkt haben, das Volumen wird über USD 1 Billion geschätzt, steuerfreie Einzahlungen leisten. Mit diesem Fonds könnte dann die US-Infrastruktur modernisiert werden. Diese Finanzierungsmöglichkeit klingt plausibel. Die Steuererleichterungen für Unternehmen könnten durch Steuern für im Ausland produzierte Waren und Dienstleistungen gegenfinanziert werden. Je nach Höhe der Steuererleichterungen für die US-Unternehmen wird der Effekt auf die Netto-Gewinne von +8% (nach dem Ryan Plan) bis zu knapp 14% (nach dem Trump-Plan) eingeschätzt. Eine Gewinnsteigerung in dieser Größenordnung ist signifikant. Ein weiterer erheblicher Effekt auf die Gewinne, besonders der US-Energie- und Finanzunternehmen, wird durch die angekündigte Deregulierung erreicht. US-Industrievertreter gehen davon aus, dass die Umweltauflagen massiv gelockert werden. Diese schützen die Umwelt, stellen aber für die Energieunternehmen einen erheblichen Kostenfaktor dar. Auch der Gewinnauftrieb in der Finanzindustrie wird durch scharfe Deregulierungsmaßnahmen als besonders hoch erachtet. In wichtigen anderen Industrienationen, wie in der EU, ist eine Deregulierung der Finanzbranche außer Sichtweite. Einige Analysten vermuten, dass die US-Banken damit einen deutlichen Wettbewerbsvorteil erreichen.
Die US-Anleger sind durch die neue Pro-Business-Politik euphorisiert. Die Stimmungs-Indikatoren deuten auf eine Korrektur am US-Aktienmarkt hin. Allerdings könnte diese Korrektur erstens nur klein ausfallen und zweitens sind die Stimmungsindikatoren kein Börsen-Natur-Gesetz in dem Sinn, dass eine Stimmung in einer bestimmten Größenordnung zu einer Korrektur führen muss. Wir haben es im Moment mit einem der größten Bullenmärkte der Geschichte zu tun. Diese können sehr viel weiter laufen, als man das zunächst aufgrund der Analyse der Stimmungs-Indikatoren vermuten konnte.
Die wirtschaftlichen Vorlaufindikatoren zeigen in den wichtigsten Industrienationen, insbesondere in den USA, eine extrem geringe Rezessionswahrscheinlichkeit. Die Ampeln stehen also im fundamentalen Bereich für die Börsen auf Grün.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet".

RENTEN

An der Entwicklung der Märkte ist derzeit eine gewisse Lethargie festzustellen. So wartet man auf Neuigkeiten aus den USA oder vielmehr vom neuen US-Präsidenten Trump: welche von ihm angekündigten Wahlkampfthemen setzt er tatsächlich um? Dazu wird mit Spannung auf eventuelle Infrastruktur-Investitionspläne gewartet. Nächste Woche steht ein Treffen des Offenmarktausschusses der FED (FOMC-Meeting) an - vielleicht ergeben sich daraus Markt bewegende Neuigkeiten. In Großbritannien muss das Parlament die Zustimmung zum Brexit geben. Das dürfte allerdings nur eine Formsache sein. Inwieweit die Regionalregierungen (vor allem in Schottland) darauf reagieren, bleibt abzuwarten.

Fazit Renten

Unsere defensive Ausrichtung bezüglich der Schuldnerauswahl und der Laufzeitenausrichtung hat weiter Bestand. Eine Verlängerung der Laufzeit ist derzeit kein Thema.

WÄHRUNGEN

Seit Jahresbeginn konnten der Australische und Neuseeländische Dollar innerhalb der G-10-Währungen am deutlichsten zum Euro zulegen. Der US-Dollar hat, nach dem starken Anstieg 2016, im Jahr 2017 bisher eine negative Entwicklung gegenüber dem Euro von über zwei Prozent (hier scheint der Trump-Effekt zunächst etwas verflogen). Beim Britischen Pfund geht es derzeit hin und her: Mitte Jänner zeigte es sich zum Euro schwach und konnte in den letzten Tagen aber wieder stärker zulegen. Abseits der G-10-Währungen steht derzeit die Türkische Lira im allgemeinen Interesse - seit Jahresbeginn verlor die türkische Währung gegenüber dem Euro und US-Dollar deutlich.

Fazit Währungen

Der US-Dollar bleibt mit knapp 42% die am stärksten gewichtete Währung, gefolgt von der Norwegischen Krone, dem Kanadischen Dollar und dem Schweizer Franken mit einer jeweiligen Gewichtung von um die 11%. Die Gewichtung des Britischen Pfund wird zugunsten Euro-naher Währungen reduziert. Aus taktischen Gründen wird innerhalb des US-Dollars die Laufzeit verlängert.

Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


Haftungsbeschränkung:
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