Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 4. Januar 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 4. Januar 2017)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
Neutrale GewichtungEnde November/Anfang Dezember 2016 passen wir Mandate, deren Restlaufzeit unter 3,5 Jahre fällt, aktiv nach oben an. Weiterhin sehr besonnene Laufzeiten-Ausrichtung und Fokus auf hervorragende Schuldner.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Starke ÜbergewichtungStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Antizyklische Erhöhung im Februar 2015. Kontinuierliche Laufzeitanpassung nach oben.
Strukturierte
Zinsprodukte
UntergewichtungIm August 2016 (erneut) reduziert, zugunsten von Fremdwährungsanleihen.Dadurch Konzentration der eigentlichen Strategie. Fokus auf Währungs- und Kreditstrukturen. Nutzen von Preisanomalien auch abseits der Kernzone möglich.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtungIm November 2016 wurde der Cash-Polster voll investiert. Größte Position ist der US-Dollar mit gut 42%, gefolgt vom Kanadischen Dollar, der Norwegischen Krone und dem Schweizer Franken. Einen ganz bewussten Schwerpunkt setzen wir weiterhin bei den Rohstoff-Währungen.
AktienÜbergewichtungWir erhöhen die Gewichtung des Japan-Anteils auf „Stark Übergewichtet“. Japan ist deutlich günstiger bewertet als die US-Börsen. Im Gegenzug reduzieren wir die Regionen USA und Europa. 40% der japanischen Aktien sind gegen Schwankungen des Japanischen Yen abgesichert.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Breit aufgestellt in den Themen Edelmetalle, Energie, Minen, Wasser, Holz, etc. Mai 2016: Reduktion Anteile Bergbau/Minen, Edelmetalle und Energie - Erhöhung der Segmente Wasser, Agribusiness und Holz.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Ausgelöst durch die Trump-Aktienmarkt-Rallye in den USA sind dort auch die Stimmungs-Indikatoren weiter angestiegen. Die US-Investoren sind mittlerweile so optimistisch geworden, dass wir von einer kleineren Korrektur ausgehen. Allerdings sehen wir noch keinen wirklich großen Marktrückschlag, auch in den USA nicht. In Asien (einschließlich Japan) glauben wir dagegen weiterhin an ein großes Potenzial für die dortigen Börsen.
Der jetzige große Bullenmarkt in den USA ist eindrucksvoll. Seit den Tiefstständen 2009 hat der S&P 500 Index auf US-Dollar-Basis um knapp 240 Prozent zugelegt, seit Anfang letzten Jahres steht ein Plus von knapp 10 Prozent auf den Kurszetteln. Von den Höchstständen 2015 aus betrachtet, kann der Markt allerdings "nur" auf ein Plus von etwa 6 Prozent zurückblicken.
Durch die jüngsten hohen Kursgewinne seit der Trump-Wahl sind natürlich auch die Bewertungsrelationen weiter etwas nach oben geklettert. Der US-Markt ist nach allen gängigen Bewertungsmethoden ehrgeizig bewertet. In Asien sieht die Lage diesbezüglich ganz anders aus. So notiert beispielsweise der Markt in Hongkong auf einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von um die 11. Das lässt Spielraum für eine hohe Erwartungshaltung für die Performance in den kommenden Jahren.
Die Regierung in China plant auch weiterhin gigantische Investitionen in die Infrastruktur. China will auch im laufenden Jahr z.B. sein Eisenbahnnetz kräftig erweitern. Bis 2020 sollen umgerechnet knapp EUR 500 Mrd. (!) alleine in das Eisenbahnnetz fließen. Zuletzt hat die Regierung in Peking verstärkt Bauprojekte genehmigt, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Die Wirtschaft zeigt in vielen Teilen der Welt recht solide Wachstumsraten: Die US-Industrie hat im Dezember deutlich Tempo aufgenommen und ist so stark gewachsen wie seit zwei Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanager-Index stieg überraschend kräftig auf 54,7 Punkte von 53,2 im Vormonat. Das Barometer signalisiert mit mehr als 50 Punkten - Wachstum. Japans Industrie ist einer Umfrage zufolge im Dezember so stark gewachsen wie seit einem Jahr nicht mehr. Das geht aus dem Markit/Nikkei-Einkaufsmanagerindex hervor. Er stieg saisonbereinigt auf 52,4 (November: 51,3) Punkte. Dazu trugen auch gestiegene Neuaufträge bei. Dies ist ein Diffusionsindex, d.h. Werte ab 50 Zählern zeigen eine anziehende Geschäftstätigkeit an. Im Euro-Raum läuft es ebenfalls gut: Die Konjunktur hat zum Jahreswechsel so kräftig angezogen wie seit rund fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft stieg im Dezember um 0,5 auf 54,4 Punkte. Die Daten deuten darauf hin, dass die Wirtschaft im Schlussquartal 2016 um 0,4 Prozent gewachsen ist und damit etwas stärker als zuletzt.
Die Preise in der Euro-Zone sind Ende 2016 wegen höherer Energiekosten so kräftig gestiegen wie seit über drei Jahren nicht mehr. Waren und Dienstleistungen kosteten im Dezember durchschnittlich 1,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Inflationsrate hatte im November noch bei 0,6 Prozent gelegen. Die Inflation ist besonders in Deutschland zurück. Sie kletterte zum Jahreswechsel auf den höchsten Stand seit Juli 2013. Waren und Dienstleistungen kosteten im Dezember im Schnitt 1,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Grund dafür ist, dass sich Energie - also Tanken und Heizen - erstmals seit drei Jahren wieder zum Vorjahresmonat verteuerte. Auch der von der US-Notenbank angestrebte Preisauftrieb in den USA kommt allmählich in Gang. Die Inflation stieg im November zum Vorjahr um 1,7 Prozent. Dies ist das stärkste Plus seit Oktober 2014. Im Oktober lag die Inflationsrate mit 1,6 Prozent noch einen Tick niedriger. Die FED erhöhte zuletzt erstmals seit einem Jahr die Zinsen auf das neue Niveau von 0,5 bis 0,75 Prozent. Fed-Chefin Janet Yellen sieht die Notenbank auf gutem Weg, ihre Ziele Vollbeschäftigung und stabile Preise zu erreichen. Am Arbeitsmarkt ist die Zentralbank bei einer Erwerbslosenquote von 4,6 Prozent de facto im angestrebten Bereich.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet". Wir hatten erst kürzlich in allen Vermögensverwaltungs-Varianten (mit Aktienanteil) die Japan-Gewichtung auf stark übergewichtet erhöht.

RENTEN

Während in den USA die Renditen deutlich nach oben schossen markierten insbesonders Kurzläufer in Europa neue Rendite-Tiefststände. So machte sich das Kaufprogramm der EZB insbesonders am kurzen Ende der Bundkurve immer stärker bemerkbar, die Märkte trocknen zunehmend aus. Ab Mitte Dezember überraschte ein starker Rückgang der 10-jährigen Bundrenditen, Anfang des Jahres wurde der Rückgang mit steigenden Inflationserwartungen und guten Makrodaten teilweise wieder reduziert. Im Euroraum ist die berichtete Inflationsrate von 0,6 Prozent auf 1,1 Prozent deutlich angestiegen. Dieser Anstieg ist auf den Basiseffekt bei den Energiepreisen zurückzuführen, die Kerninflationsrate stieg nur leicht um 0,1 Prozent-Punkte auf 0,9 Prozent an. Vor diesem Hintergrund wird das Anleihenkaufprogramm in Europa noch länger in Kraft bleiben, um die Zinsen am kurzen Ende tief zu halten. Gleichzeitig erwarten wir eine moderat steilere Zinskurve ausgehend von längeren Laufzeiten.

Fazit Renten

Grundsätzlich sind wir mit einer durschnittlichen Restlaufzeit von ca. vier Jahren weiter vorsichtig ausgerichtet. Eine Erhöhung der Laufzeit kommt derzeit nicht in Frage und auch die Schuldnerauswahl bleibt mit hervorragenden Emittenten weiter defensiv. Da wir ab dem mittleren Laufzeitensegment tendenziell mit steigenden Renditen und auch mit einem fortgesetzten Anstieg der Inflationsdaten rechnen, haben wir inflationsindexierte Anleihen stark übergewichtet.

WÄHRUNGEN

Zum Jahresende neigte der US-Dollar zur Stärke und das EUR/USD Währungspaar durchbrach die bisherige Bandbreite zwischen 1,15 und 1,05 nach unten. In der Hauptsache dürfte dafür die unterschiedliche Notenbankpolitik der beiden Wirtschaftsblöcke verantwortlich sein. Die EZB hat bei ihrer letzten Sitzung 2016 die eingeschlagene Richtung fast unverändert belassen. Die Zinsen werden noch länger sehr tief bleiben, lediglich das Ausmaß der Anleihenkäufe wurde reduziert. Dagegen erhöhte die US-Notenbank FED im Dezember das Leitzinsband auf 0,5 bis 0,75 Prozent.

Fazit Währungen

Der US-Dollar - mit über 42 Prozent - und die weiteren Dollar-Währungen bilden zusammen über 67 Prozent der Währungsallokation ab. Der Schweizer Franken und die Norwegische Krone sind ebenfalls prominent gewichtet.

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