Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 15. Februar 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 15. Februar 2017)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
Neutrale GewichtungEnde November/Anfang Dezember 2016 passen wir Mandate, deren Restlaufzeit unter 3,5 Jahre fällt, aktiv nach oben an. Weiterhin sehr besonnene Laufzeiten-Ausrichtung und Fokus auf hervorragende Schuldner.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Starke ÜbergewichtungStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Antizyklische Erhöhung im Februar 2015. Kontinuierliche Laufzeitanpassung nach oben.
Strukturierte
Zinsprodukte
UntergewichtungIm August 2016 (erneut) reduziert, zugunsten von Fremdwährungsanleihen.Dadurch Konzentration der eigentlichen Strategie. Fokus auf Währungs- und Kreditstrukturen. Nutzen von Preisanomalien auch abseits der Kernzone möglich.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtungDer US-Dollar bleibt mit knapp 42% die am stärksten gewichtete Währung gefolgt von der Norwegische Krone, dem Kanadischen Dollar und dem Schweizer Franken mit einer jeweiligen Gewichtung von um die 11%. Die Gewichtung des Britischen Pfund wird zugunsten Euro-naher Währungen reduziert. Aus taktischen Gründen wird innerhalb des US-Dollars die Laufzeit verlängert.
AktienÜbergewichtungWir erhöhen die Gewichtung des Japan-Anteils auf "Stark Übergewichtet". Japan ist deutlich günstiger bewertet als die US-Börsen. Im Gegenzug reduzieren wir die Regionen USA und Europa. 40% der japanischen Aktien sind gegen Schwankungen des Japanischen Yen abgesichert.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Breit aufgestellt in den Themen Edelmetalle, Energie, Minen, Wasser, Holz, etc. Mai 2016: Reduktion Anteile Bergbau/Minen, Edelmetalle und Energie - Erhöhung der Segmente Wasser, Agribusiness und Holz.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Inflation in den USA ist auf dem Vormarsch. Die gesamten Verbraucherpreise kletterten im Januar zum Vorjahr durchschnittlich um 2,5 Prozent. Dies ist der höchste Anstieg seit fast fünf Jahren. Im Dezember lag die Rate noch bei 2,1 Prozent. Die US-Notenbank strebt zwei Prozent an. Angesichts der rund laufenden Konjunktur hat sie den Leitzins im Dezember auf 0,5 bis 0,75 Prozent angehoben. Janet Yellen stellte jüngst eine baldige weitere Erhöhung in Aussicht, falls die Wirtschaft in der Spur bleiben sollte. Die Währungshüter achten bei der Inflation insbesondere auf die Preisveränderungen bei persönlichen Ausgaben der Verbraucher (PCE): Dabei werden Energie- und Nahrungsmittelkosten ausgeklammert. Dieser Wert lag im Dezember mit 1,7 Prozent noch unter der FED-Zielmarke. Empirisch gibt es keinen Zusammenhang zwischen schwachen Aktienkursnotierungen und steigenden Zinsen im Anfangszyklus einer Zinserhöhung. Erst wenn die Konjunktur durch hohe Zinsen oder andere Umstände von einem Boom in eine neue zyklische Schwächephase übergeht, erhöht sich das Gefahrenpotenzial für die Aktienmärkte.
Wesentlich für den Markt ist derzeit, wie Präsident Trump sein Steuerpaket im Detail ausgestalten wird. Dem Vernehmen nach soll es sich dabei um die größte Steuersenkung für Unternehmenssteuern der Geschichte handeln. Tatsächlich rechnen Analysten nicht nur mit kurzfristigen positiven Effekten für die Entwicklung der Netto-Gewinne der US-Unternehmen, sondern auch mit entsprechend langfristigen positiven Folgen. Trump plant nicht nur eine Senkung der Unternehmenssteuer, sondern auch der Einkommenssteuer. Angesichts einer Staatsverschuldung von 105% der Wirtschaftsleistung sollten die größten Teile dieser Reform eine Gegenfinanzierung erfahren. Der Markt spekuliert dabei über die Einführung einer Border Adjustment Tax (BAT) und/oder der Streichung der bis dato üblichen Abzugsfähigkeit von Zinszahlungen. Der Reformvorschlag der Republikaner im Kongress ist in letzterem Punkt dem von Trump ähnlich. Beide Vorschläge ziehen massive Steuersenkungen und die vollständige Steuerfreiheit von Investmenterträgen in Betracht. Trumps Priorität könnte jedoch die BAT sein. Grenzüberschreitende Zahlungen sollen bei der Berechnung des steuerpflichtigen Unternehmensgewinns unberücksichtigt bleiben. Exporterlöse würden daher ebenso wenig in die Steuerberechnung einfließen wie die Ausgaben für Importe. Die meisten Juristen sehen darin eine klar protektionistische Maßnahme, die vom Ausland nicht unbeantwortet bleiben dürfte. Trump könnte damit den ausländischen Firmen für die Steuererleichterungen der US-Industrie die Rechnung schicken, wovon diese nicht begeistert sein dürften. Jene republikanischen Abgeordneten, die für die BAT eintreten, sehen sie nicht als handelspolitisches, sondern als rein steuerpolitisches Instrument und damit keine protektionistische Maßnahme der USA. Überraschend ist, dass Trump bereits Details dazu in den nächsten Wochen bekannt geben will. Derartig große Gesetzesvorhaben dauern in der Regel sehr lange und werden noch länger im Vorfeld diskutiert. Wie auch immer, die Wall Street hat auf die Aussicht, dass die US-Unternehmen (und damit die Aktionäre) alsbald kräftig steuerlich entlastet werden, mit einem erneuten Kursschub reagiert.
Die Sentiment-Indikatoren zeigen zwar eine Überhitzung des US-Marktes an, jedoch dürften derzeit die Kräfte stärker sein, die die Aktien auch aufgrund der fehlenden Anlagealternativen weiter nach oben treiben. Im Moment vertreibt die Steuerdiskussion in den USA selbst die FED-Politik von der ersten Seite des Wall Street Journals.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet".

RENTEN

Seit der letzten Strategiesitzung haben sich die angeschlagenen europäischen Staatsanleihenmärkte wieder etwas beruhigt. Die Risikoaufschläge von Frankreich, Italien, Portugal und anderen Problemländern haben sich gegenüber ihren deutschen Pendants etwas verringert. Der steile Abwärtstrend bei deutschen Renditen ist vorerst ebenfalls gestoppt. Die Großwetterlage an den Rentenmärkten bleibt weiterhin nervös. Die politischen Sorgen um Europa und die robuste konjunkturelle Entwicklung rittern momentan um den vorherrschenden Einfluss auf die Zins- und Spreadentwicklung im Euroraum.

Fazit Renten

An der moderaten Restlaufzeit halten wir in diesem unsicheren Umfeld fest. Plötzlichen Renditeanstiegen - die jederzeit möglich sind - sehen wir dementsprechend entspannt entgegen.

WÄHRUNGEN

Der US-Dollar hat angesichts der deutlichen Bekräftigung von FED-Präsidentin Yellen die Zinsen alsbald wieder zu erhöhen, deutlich zugelegt. Der längerfristige Ausblick für den Greenback bleibt spannend. Agiert die FED durch eine straffere Zinspolitik entschlossen, droht sie auf Konfrontationskurs mit Trump zu gehen. Deutlich steigende Zinsen würden die geplanten Konjunkturimpulse der Trumpschen Administration jedenfalls konterkarieren.

Fazit Währungen

Die Positionierung hat sich im Wochenvergleich nicht verändert. Der USD (42%) und der Block der Rohstoffwährungen (36%) bilden die Schwerpunkte.

Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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