Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 8. Februar 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 8. Februar 2017)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
Neutrale GewichtungEnde November/Anfang Dezember 2016 passen wir Mandate, deren Restlaufzeit unter 3,5 Jahre fällt, aktiv nach oben an. Weiterhin sehr besonnene Laufzeiten-Ausrichtung und Fokus auf hervorragende Schuldner.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Starke ÜbergewichtungStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Antizyklische Erhöhung im Februar 2015. Kontinuierliche Laufzeitanpassung nach oben.
Strukturierte
Zinsprodukte
UntergewichtungIm August 2016 (erneut) reduziert, zugunsten von Fremdwährungsanleihen.Dadurch Konzentration der eigentlichen Strategie. Fokus auf Währungs- und Kreditstrukturen. Nutzen von Preisanomalien auch abseits der Kernzone möglich.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtungDer US-Dollar bleibt mit knapp 42% die am stärksten gewichtete Währung gefolgt von der Norwegische Krone, dem Kanadischen Dollar und dem Schweizer Franken mit einer jeweiligen Gewichtung von um die 11%. Die Gewichtung des Britischen Pfund wird zugunsten Euro-naher Währungen reduziert. Aus taktischen Gründen wird innerhalb des US-Dollars die Laufzeit verlängert.
AktienÜbergewichtungWir erhöhen die Gewichtung des Japan-Anteils auf "Stark Übergewichtet". Japan ist deutlich günstiger bewertet als die US-Börsen. Im Gegenzug reduzieren wir die Regionen USA und Europa. 40% der japanischen Aktien sind gegen Schwankungen des Japanischen Yen abgesichert.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Breit aufgestellt in den Themen Edelmetalle, Energie, Minen, Wasser, Holz, etc. Mai 2016: Reduktion Anteile Bergbau/Minen, Edelmetalle und Energie - Erhöhung der Segmente Wasser, Agribusiness und Holz.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Sentiment-Indikatoren weisen weiter auf einen überhitzten Markt in den USA hin. Allerdings haben historische Markt-Tops oft Wochen oder sogar Monate benötigt, um sich auszubilden. Bei Markt-Tiefstständen ging das in der Vergangenheit viel rascher. Um nur einen von vielen Sentiment-Indikatoren heraus zu picken, kann man den derzeitigen hohen Optimismus gegenüber Aktien gut an der Stimmungs-Entwicklung der US-Börsenbriefverfasser fest machen: Derzeit sind von 100 dieser Experten 62,7% optimistisch für den S&P 500 Index gestimmt. Letztes Jahr Ende Oktober, als die aktuelle Rallye begann, waren diese noch bei sehr tiefen Levels von 41,7%, das entsprach dem Niveau von Juni 2016. Beide Zeitpunkte waren gute Kaufgelegenheiten. Während des größeren Marktrückschlages im Jänner bzw. Februar 2016 wurde nur ein Stand von 24,7% optimistischer Verfasser registriert. Das war das letzte größere Kaufsignal. Historisch sind Stände von über 55% schon etwas kritisch zu betrachten, bei über 60%, so wie jetzt, kam es in der Regel zu mehr oder weniger heftigen Marktrückschlägen in den folgenden Monaten. Wir gehen davon aus, dass ein etwaiger Rückschlag an der Wall Street nicht sehr hoch ausfallen würde und bleiben aus diesem Grund auf einer übergewichteten Aktienquote in den Vermögensverwaltungen mit Aktienanteil. Das hat auch viel damit zu tun, dass wir in Asien eine sehr hohe Aktiengewichtung aufweisen. Diese hat in diesem Jahr bereits einen enormen Performance-Schub eingebracht. Wir wollen diese Position zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschneiden.
Die Politik bestimmt derzeit in sehr ungewöhnlicher Weise den Ausblick auf die Entwicklung der Unternehmensergebnisse, die für die weitere Börsenentwicklung sicherlich die mit Abstand gewichtigste Einflußgröße darstellen. Es lässt sich noch nicht sicher abschätzen, in welche Richtung die Politik tendiert. Vor allem sind dabei, aus Marktsicht, folgende Fragestellungen von Relevanz: Wird die geplante Unternehmenssteuerreform in den USA über die nicht mehr mögliche Absetzung von Zinsaufwendungen refinanziert? Dann würden sich die Unternehmen - in Abhängigkeit ihrer Zinslasten - die Unternehmenssteuersenkungen teilweise selber finanzieren. Es wird auch eine Refinanzierung über einen Steuersatz von 20% für alle importierten Produkte diskutiert. Das hätte allerdings den Nachteil, dass die USA damit einen Handelskrieg heraufbeschwören könnten. In welcher Größenordnung das Infrastrukturprogramm ausfallen wird, ist eine weitere viel diskutierte und offene Frage. In Europa wird viel über die Auswirkungen auf die Steuerlasten in Großbritannien diskutiert. Viele Analysten glauben, dass London eine extreme Senkung von Unternehmenssteuern und die Absenkung von Regularien als Verhandlungsmasse mit der EU verwenden wird. Dabei geht es in erster Linie um den Freihandel und in zweiter Linie um das EU-Budget. Die EU dürfte von London Austrittskosten von EUR 60 Mrd. verlangen. London will diese aber nicht zahlen. Großbritannien will die EU im Frühjahr 2019 verlassen. Damit fällt der britische Nettobeitrag zum EU-Haushalt von durchschnittlich EUR 6 Mrd. pro Jahr weg. Andere Nettozahler (vor allem Deutschland) haben bereits abgewunken und wollen die Lücke nicht auffüllen. Ärmere EU-Staaten wollen aber auch nicht auf ihre milliardenschweren Zuwendungen aus dem EU-Fonds verzichten. Hier könnte es also zu Verlagerungen von Zahlungen in Milliardenhöhe kommen. Frankreich ist ein weiterer unsicherer Punkt, das gilt zumindest dann, wenn Frau Le Pen die Stichwahl im April gewinnen sollte. Das ist allerdings, aus heutiger Sicht, sehr unwahrscheinlich. Falls sie wider Erwarten die Stichwahl doch gewinnen würde, dürfte es rasch zu einer Volksabstimmung über den Euro bzw. den EU-Verbleib kommen - mit allen Konsequenzen. Die Bewertungsanalyse ergibt nicht viel Neues. Der US-Markt ist aus unserer Sicht teuer, Asien ist billig, entsprechend sind wir positioniert.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet".

RENTEN

Sicherheit war vergangene Woche wieder stärker gefragt. In die Klasse der Sicherheitsveranlagungen fallen unter anderem qualitative Rentenwerte, welche deutlich zulegen konnten. Die Risikoscheu zeigte sich auch am Renditevorteil von "1b"-Schuldnern: Der Renditevorteil französischer Staatsanleihen gegenüber deutschen Bonds hat sich in der vergangenen Woche um einige Basispunkte ausgeweitet. Hinsichtlich Preisentwicklung waren auch in den letzten Tagen steigende Tendenzen feststellbar, so sind beispielsweise die Produzentenpreise stärker angestiegen als erwartet.

Fazit Renten

  • Wir liegen mit der kurzen Restlaufzeit und dem hohen Anteil an inflationsgeschützten Anleihen goldrichtig. Sinkende Zinsen und Preisdruck nach oben bedeuten Rückenwind für Inflationsgeschützte Anleihen.

WÄHRUNGEN

  • Der US-Dollar war im Umfeld risikoaverser Märkte wieder stärker gefragt. Man wird sehen, wie nahe der Greenback in Richtung Parität zum Euro kommt. Die pazifischen Dollars haben sich gut behauptet, während die nordischen Kronenwährungen leicht zurück blieben.

Fazit Währungen

Die Verlängerung der Laufzeiten im US-Dollar brachte erste leichte Erfolge. Nach wie vor halten wir im US-Dollar über 40%, gefolgt vom Kanadischen Dollar und der Norwegischen Krone. Auch die Franken-Position halten wir über 10%.

Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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