Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 17. März 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 17. März 2017)

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Schoellerbank Markteinschätzung131 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
Neutrale GewichtungEnde November/Anfang Dezember 2016 passen wir Mandate, deren Restlaufzeit unter 3,5 Jahre fällt, aktiv nach oben an. Weiterhin sehr besonnene Laufzeiten-Ausrichtung und Fokus auf hervorragende Schuldner.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Starke ÜbergewichtungStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Antizyklische Erhöhung im Februar 2015. Kontinuierliche Laufzeitanpassung nach oben.
Strukturierte
Zinsprodukte
UntergewichtungIm August 2016 (erneut) reduziert, zugunsten von Fremdwährungsanleihen.Dadurch Konzentration der eigentlichen Strategie. Fokus auf Währungs- und Kreditstrukturen. Nutzen von Preisanomalien auch abseits der Kernzone möglich.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtungDer US-Dollar bleibt mit knapp 42% die am stärksten gewichtete Währung gefolgt von der Norwegische Krone, dem Kanadischen Dollar und dem Schweizer Franken mit einer jeweiligen Gewichtung von um die 11%. Die Gewichtung des Britischen Pfund wird zugunsten Euro-naher Währungen reduziert. Aus taktischen Gründen wird innerhalb des US-Dollars die Laufzeit verlängert.
AktienÜbergewichtungWir erhöhen Ende Dezember 2016 die Gewichtung des Japan-Anteils auf "Stark Übergewichtet". Japan ist deutlich günstiger bewertet als die US-Börsen. Im Gegenzug reduzieren wir die Regionen USA und Europa. 40% der japanischen Aktien sind gegen Schwankungen des Japanischen Yen abgesichert.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Das Segment "Energie" wurde reduziert. Die dadurch freigewordene Liquidität wurde zu gleichen Teilen in die Segmente "Bergbau/Minen" und "Edelmetalle" investiert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Europäische Zentralbank (EZB) rüttelte zuletzt nicht an den Leitzinsen und will auch ihre in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufe wie geplant fortsetzen. Damit signalisierte EZB-Chef Mario Draghi den Finanzmärkten, dass die massiven Konjunkturhilfen auch in den kommenden Monaten beibehalten werden. Notenbank-Experten nahmen den Tenor seiner Bemerkungen zur Konjunktur aber als zuversichtlicher wahr als noch im Januar. Entgegen der Erwartung mancher Ökonomen hielt die Europäische Zentralbank an ihrem geldpolitischen Ausblick - der sogenannten Forward Guidance - fest. Die Option auf noch niedrigere Zinsen wurde bekräftigt. Doch es gab laut Draghi im EZB-Rat eine Diskussion darüber, ob die Option einer weiteren Zinssenkung im Ausblick gestrichen werden sollte. Die Wahrscheinlichkeit einer Senkung ist geringer geworden. Draghi zufolge hat sich die Risikoeinschätzung zur wirtschaftlichen Lage im Euro-Raum verbessert. Die Wachstumsaussichten werden nun optimistischer eingestuft. Die EZB strich darüber hinaus einen bisher stets bekräftigten Passus, dass die Notenbank, wenn erforderlich, alle innerhalb ihres Mandats verfügbaren Instrumente nutzen werde. Laut Draghi gibt es eine solche Dringlichkeit nicht mehr. Die Gefahr, dass sehr negative Szenarien Wirklichkeit würden, habe abgenommen. Mit OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny hat ein führendes Mitglied der EZB sogar die Möglichkeit von Zinsanhebungen schon vor Beendigung des milliardenschweren Wertpapierkaufprogramms der Notenbank ins Gespräch gebracht. Es müsse diskutiert werden, ob sich das Modell der FED beim Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik "eins zu eins auf Europa übertragen lässt", sagte er. In den USA wurden die Zinsen erst erhöht, nachdem das Anleihenkaufprogramm beendet worden war. An den Finanzmärkten wurden Nowotnys Aussagen als Hinweis gedeutet, dass die EZB den sogenannten Einlagensatz erhöhen könnte, bevor sie ihr Kaufprogramm für Anleihen beendet hat. Der Einlagensatz liegt derzeit bei minus 0,4 Prozent und gibt an, wie viel Geschäftsbanken für bei der EZB geparktes Geld zahlen müssen. Das Wertpapierkaufprogramm läuft nach derzeitigem Stand noch mindestens bis Ende des Jahres. An den Devisenmärkten fielen die Reaktionen im Sinne einer geldpolitischen Straffung aus. Die Aktienmärkte lassen die Zinserhöhungsdiskussionen in den USA und Europa weiterhin kaum berührt. Robuste Finanzstudien deuten darauf hin, dass es einen engen Zusammenhang zwischen Zinserhöhungen der Notenbanken und der Entwicklung an den Aktienmärkten schlicht nicht gibt.
Die Sentiment-Indikatoren haben sich mehrheitlich deutlich von einer sehr optimistischen Stimmung, hin zu einer etwas moderateren Stimmungslage zurück entwickelt. Die Marktentwicklung seit der zweiten Januar-Woche, zu diesem Zeitpunkt wurden von den Sentiment-Indikatoren Verkaufssignale ausgesendet, ist ungewöhnlich. Der Normalfall wäre eine mehr oder weniger kräftige Korrektur an den Märkten gewesen. Sollte dies nicht bis Ende Mai der Fall sein, hätten wir es mit einer - wie erwähnt - sehr ungewöhnlichen Marktsituation zu tun. Die Anleger sind offenbar weiter von den Trump-Plänen, zu deutlich geringeren Unternehmens- und Einkommenssteuern sowie zu spürbaren Deregulierungsmaßnahmen im Finanzsektor und in der Energiewirtschaft, angetan.
Bei den Gesprächen zwischen Deutschland und den USA sowie Großbritannien steht wirtschaftlich viel auf dem Spiel. 2015 wurden die USA der wichtigste Exportkunde der deutschen Unternehmen, nachdem über mehr als sechs Jahrzehnte Frankreich diese Position innehielt. 2016 behaupteten die Vereinigten Staaten ihre Spitzenposition: Waren im Wert von rund EUR 107 Mrd. wurden dorthin verkauft - vor allem Fahrzeuge, Maschinen und chemische Produkte. Das entspricht einem Anteil von etwa zehn Prozent an den gesamten Ausfuhren. Umgekehrt importierte Deutschland Waren im Wert von knapp EUR 58 Mrd. aus den USA, was sechs Prozent aller deutschen Einfuhren entspricht. Mehr als eine Million Jobs in Deutschland hängen direkt oder indirekt von den Exporten in die USA ab. Weitere 630.000 Arbeitsplätze gibt es in Betrieben, die von US-Firmen kontrolliert werden. Umgekehrt schaffen deutsche Unternehmen in den USA ebenfalls Hunderttausende Stellen. Die deutschen Unternehmen haben mehr als EUR 271 Mrd. an Direktinvestitionen in den USA - etwa Fabriken und Immobilien. Mehr als 3.700 Unternehmen sind in den Vereinigten Staaten tätig. Allein die 50 größten deutschen Firmen kommen dort auf einen Jahresumsatz von USD 400 Mrd. Auch US-Unternehmen haben erhebliche Beträge in Deutschland investiert: Der Bestand summiert sich auf rund EUR 27 Mrd. 2015 wurden 252 neue Projekte hierzulande von US-Firmen gestartet, von Neuansiedlungen auf der grünen Wiese über Erweiterungen bis hin zu Standortwechseln. Nur chinesische Unternehmen waren aktiver. Die 50 größten US-Unternehmen kommen in Deutschland auf einen Jahresumsatz von rund EUR 170 Mrd.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet".

RENTEN

Die US-FED hat wie erwartet den Leitzins um weitere 25BP auf die Bandbreite von 0,75 bis 1,00 Prozent angehoben. In der Eurozone werden Gerüchte über eine vorzeitige Abkehr von der expansiven EZB-Geldpolitik am Köcheln gehalten. Während Mario Draghi versucht diesbezügliche Spekulationen zu dämpfen, zeigt sich EZB-Ratsmitglied Ewald Novotny deutlich offener. Die Notenbank könnte demnach den Einlagezins bereits anheben, bevor das Wertpapierkaufprogramm beendet sei. Die offizielle EZB-Linie lautet freilich anders: Ohne Beendigung der Wertpapierkäufe, keine Zinserhöhungen.

Fazit Renten

Ganz langsam manifestiert sich eine erhöhte Erwartungshaltung an die EZB, die geldpolitische Ausrichtung restriktiver zu gestalten. Für uns besteht jedoch noch keinerlei Veranlassung unsere defensive Schuldner- und Laufzeitenausrichtung neu auszurichten.

WÄHRUNGEN

Die FED hat dem Euro unerwartet Rückenwind beschert. Marktteilnehmer hatten offensichtlich eine aggressivere Wortwahl hinsichtlich des weiteren Zinserhöhungspfades erwartet. Gegenüber anderen großen Leitwährungen verlor der Euro im Wochenverlauf etwas an Boden. Sollten sich die Spekulationen über eine vorzeitige Normalisierung der EZB-Geldpolitik verdichten, könnte dem Euro ein unerwartetes Comeback bevorstehen.

Fazit Währungen

Die Positionierung hat sich im Wochenvergleich nicht verändert. Der US-Dollar (42%) und der Block der Rohstoffwährungen (36%) bilden die Schwerpunkte.

Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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