Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 3. Februar 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 3. Februar 2017)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
Neutrale GewichtungEnde November/Anfang Dezember 2016 passen wir Mandate, deren Restlaufzeit unter 3,5 Jahre fällt, aktiv nach oben an. Weiterhin sehr besonnene Laufzeiten-Ausrichtung und Fokus auf hervorragende Schuldner.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Starke ÜbergewichtungStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Antizyklische Erhöhung im Februar 2015. Kontinuierliche Laufzeitanpassung nach oben.
Strukturierte
Zinsprodukte
UntergewichtungIm August 2016 (erneut) reduziert, zugunsten von Fremdwährungsanleihen.Dadurch Konzentration der eigentlichen Strategie. Fokus auf Währungs- und Kreditstrukturen. Nutzen von Preisanomalien auch abseits der Kernzone möglich.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtungDer US-Dollar bleibt mit knapp 42% die am stärksten gewichtete Währung gefolgt von der Norwegische Krone, dem Kanadischen Dollar und dem Schweizer Franken mit einer jeweiligen Gewichtung von um die 11%. Die Gewichtung des Britischen Pfund wird zu Gunsten Euro-naher Währungen reduziert. Aus taktischen Gründen wird innerhalb des US-Dollars die Laufzeit verlängert.
AktienÜbergewichtungWir erhöhen die Gewichtung des Japan-Anteils auf „Stark Übergewichtet“. Japan ist deutlich günstiger bewertet als die US-Börsen. Im Gegenzug reduzieren wir die Regionen USA und Europa. 40% der japanischen Aktien sind gegen Schwankungen des Japanischen Yen abgesichert.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Breit aufgestellt in den Themen Edelmetalle, Energie, Minen, Wasser, Holz, etc. Mai 2016: Reduktion Anteile Bergbau/Minen, Edelmetalle und Energie - Erhöhung der Segmente Wasser, Agribusiness und Holz.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Stimmung ist in den USA - die Betonung liegt auf USA - in den euphorischen Bereich gestiegen. Sentimentrader.com ist ein Anbieter in diesem Bereich mit dem wir zusammenarbeiten. Diese Research-Firma hat eine Skala von 0 bis 10 entwickelt, in der alle Indikatoren, die für den mittelfristigen Bereich ausgewertet werden, einfließen. Diese zeigt im Augenblick einen Wert von 8 an. In diesem Extrembereich wurde in der Vergangenheit eine annualisierte anschließende Performance für den S&P 500 von durchschnittlich -11,0% festgestellt. Bewegte sich diese Skala zwischen den Extrembereichen betrug die Performance 5%. War die Skala im Kaufbereich betrug die Performance hohe 43%. Diese Untersuchung deckt sich mit weiteren Hinweisen für den US-Aktienmarkt, die wir intensiv verfolgen. So liegt die Differenz zwischen optimistisch und pessimistisch gestimmten Börsenbriefverfassern bei 44,2%. Das deutet auf einen sehr hohen Grad an Optimismus hin. 61,8% dieser Autoren sind positiv und nur noch 17,6% negativ für den Markt gestimmt. Bei diesem Indikator ist die historische Trefferquote ausgesprochen hoch. Die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur am Aktienmarkt ist damit deutlich gestiegen. Wir sind allerdings der Auffassung, dass sich diese Korrektur, erstens, in einem vertretbaren Ausmaß abspielen würde und der Markt gegebenenfalls schnell wieder drehen dürfte. Zweitens sind wir hoch in Asien gewichtet. Wir gehen davon aus, dass die asiatischen Märkte nicht so hart von einer Korrektur getroffen werden würden.
Am Aktienmarkt geht es vorwiegend um die Gewinne der Unternehmen. Der langfristige Zusammenhang zwischen der Kurs- und Gewinnentwicklung ist erstaunlich hoch, dazu gibt es zahlreiche robuste empirische Studien. Die von US-Präsident Trump ins Spiel gebrachte Unternehmenssteuerreform würde die Gewinne der Unternehmen, für sich alleine betrachtet, deutlich steigern. Studien weisen darauf hin, dass bei dem Trump-Modell die Netto-Gewinne um 13,9% (bei dem etwas moderateren Modell der Republikaner im Kongress wären es immer noch 7,2%) für die Unternehmen im S&P 500 Index steigen würden. Noch deutlich höhere Gewinnsteigerungen können demnach mittelständige Aktiengesellschaften erwarten, die vornehmlich am US-Markt tätig sind. Hier sind Gewinnsteigerungen von um die 40% denkbar. Es gibt zwar in den USA im Moment gleichzeitig die Diskussion, ob man die Zinsaufwendungen der Unternehmen künftig nicht mehr steuerlich absetzbar machen will, aber selbst wenn man dies als teilweise Refinanzierung verwendet, würde noch immer ein recht ansehnliches Gewinnsteigerungspotenzial für die Unternehmen verbleiben.
Die US-Politik übt im Moment aufgrund der vielen unklaren und wenig einschätzbaren Maßnahmen, die ganz erheblich Einfluss auf die Unternehmensergebnisse nehmen (Absetzbarkeit von Zinszahlungen, Infrastruktur-Programm, einmalige Steuererleichterungen für im Ausland geparkte Gelder die in die USA zurückgeholt werden könnten, Unternehmenssteuerreform etc.) eine besonders gewichtige Stellung für die Wall Street ein. Ein derartig hoher Einfluss der Politik ist ungewöhnlich.
An den Bewertungsrelationen hat sich nicht sonderlich viel verändert. Der US-Markt gilt als teuer, selbst wenn man eine Unternehmenssteuerreform bereits mit einberechnet. Der asiatische Markt dagegen erscheint aus unserer Sicht weiter unterbewertet zu sein. Wir schreiben dieser Weltregion weiterhin besonders hohe langfristige Wertsteigerungschancen zu. Diese Strategie hat uns in diesem Jahr bereits einen deutlichen Performancevorteil eingebracht.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet".

RENTEN

Das europäische Zinsniveau steht aktuell im Spannungsfeld zweier entgegengesetzter Einflüsse. Auf der einen Seite verbessert sich die Konjunktur weiter und die Inflationsdaten bewegen sich erstmals seit Ausbruch der europäischen Schuldenkrise wieder in Richtung der Zielwerte der EZB. Wegen der niedrigen Kerninflation - der Anstieg der breiten Inflation ist auf die Energiepreise zurückzuführen - werden die Märkte aber auch weiterhin auf die Unterstützung der EZB angewiesen sein. Mit einem vorzeitigen Ende der Anleihenkäufe rechnen wir derzeit nicht.
Auf der anderen Seite sorgt die Unberechenbarkeit des neuen US-Präsidenten Donald Trump für Unsicherheit und auch in Europa stehen entscheidende Wahlen (z.B. Frankreich) an. Der Einfluss der Politik ist damit auch 2017 gesichert und dürfte dämpfend auf die Renditeniveaus wirken. Denkbar wären steigende Renditen, wenn die höheren Zinserwartungen in den USA nach Europa importiert werden. So könnten die niedrigeren Unternehmenssteuern sowie Infrastrukturausgaben in den USA zu besserer Konjunktur und dadurch auch zu erhöhten Importen aus Europa führen.

Fazit Renten

  • Noch scheint es zu früh, um an der Positionierung etwas zu ändern. Bei konventionellen Anleihen belassen wir die kurze Restlaufzeit, um gegen steigende Renditen abgesichert zu sein.
  • Etwas dynamischer agieren wir bei inflationsgeschützten Anleihen, in die wir übergewichtet und mit einer längeren Laufzeit investieren.
  • Die Inflationsdaten haben sich zwar zuletzt weiter verbessert, weisen aber noch immer Potential nach oben auf.

WÄHRUNGEN

  • Die meisten der G10-Währungen entwickelten sich durchwegs stärker zum Euro. Lediglich das Britische Pfund und der US-Dollar fielen zurück.
  • Der US-Dollar fand dabei wieder in sein Handelsband über USD 1,05 zum Euro zurück, wohl weil Präsident Trump mehrfach betonte, dass der US-Dollar zu stark sei.
  • Damit könnte er zwar recht haben, der Zinspfad der USA ist aber deutlich falkenhafter, was einen starken US-Dollar erklärt.

Fazit Währungen

Der US-Dollar ist mit 42% die am stärksten gewichtete Devise, gefolgt vom Kanadischen Dollar, der Norwegischen Krone und dem Schweizer Franken (jeweils ca. 11% Gewichtung).

Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


Haftungsbeschränkung:
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