Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 21. April 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 21. April 2017)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralEnde November/Anfang Dezember 2016 passen wir Mandate, deren Restlaufzeit unter 3,5 Jahre fällt, aktiv nach oben an. Weiterhin sehr besonnene Laufzeiten-Ausrichtung und Fokus auf hervorragende Schuldner.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Antizyklische Erhöhung im Februar 2015. Kontinuierliche Laufzeitanpassung nach oben.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Im August 2016 (erneut) reduziert, zugunsten von Fremdwährungsanleihen. Dadurch Konzentration der eigentlichen Strategie. Fokus auf Währungs- und Kreditstrukturen. Nutzen von Preisanomalien auch abseits der Kernzone möglich.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Der US-Dollar bleibt mit knapp 42% die am stärksten gewichtete Währung gefolgt von dem Kanadischen Dollar und dem Schweizer Franken mit einer jeweiligen Gewichtung von um die 11%. Aus taktischen Gründen wurde Ende Jänner 2017 innerhalb des US-Dollar die Laufzeit verlängert. Der Anteil der Norwegischen Kronen wurde Ende März 2017 um die Hälfte reduziert und die Gewinne mitgenommen.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung ist seit über 5 Jahren durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Wir wollen mit diesem Schritt Gewinne mitnehmen und trockenes Pulver aufbauen, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Das Segment „Energie“ wurde im März 2017 reduziert. Die dadurch freigewordene Liquidität wurde zu gleichen Teilen in die Segmente „Bergbau/Minen“ und „Edelmetalle“ investiert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Autohersteller hatten in den USA im März trotz ungewöhnlich hoher Rabatte schlechte Geschäfte gemacht. Die Preisnachlässe erfolgten, weil die Autobauer so viele Autos auf Halde (über drei Millionen Fahrzeuge) liegen haben wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Ende des letzten Jahres hatten die US-Autoverkäufe noch ein Allzeithoch erreicht. Jetzt fallen die Verkaufszahlen umso stärker. Auch die Preise für gebrauchte Fahrzeuge sind zuletzt stark gefallen. Für uns ist das von Interesse, da in der Vergangenheit die Absatzzahlen der Autoindustrie und die Preisentwicklung für Gebrauchtfahrzeuge ganz gute Vorlaufindikatoren für die Wirtschaftsentwicklung in den USA dargestellt haben. Die Zahlen im Rückspiegel betrachtet sehen jedoch weiter recht gut aus. US-Notenbank-Mitglied Robert Kaplan hält drei Zinserhöhungen in diesem Jahr für ein realistisches Szenario. Das sei immer noch eine gute Annahme, sagte der Chef der FED von Texas. Die Zentralbank Federal Reserve hat ihren Leitzins im März auf das aktuelle Niveau von 0,75% bis 1,0% angehoben. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, in den USA für Vollbeschäftigung zu sorgen und die Teuerungsrate auf 2% klettern zu lassen. Die bislang größten Börsenrückschläge der Geschichte, in den USA 1929 und in Japan Ende der 1980er Jahre, passierten allerdings von stets sehr viel höheren Zinsniveaus aus. In den USA erhöhte damals die Notenbank den Leitzins von unter 4% auf etwa 6% und in Japan erhöhte die Bank von Japan etwas übereifrig den Leitzins von damals knapp über 3% (1987) auf über 8% (1991). Von derart drastischen Schritten ist der Markt noch weit entfernt. Davon unbenommen sind natürlich zyklische Rückschläge in der Größenordnung von um die 20%.
Derart deutliche Zinserhöhungen sind weder in den USA, noch in Europa und schon gar nicht in Japan oder China zu erwarten. Dagegen sprechen die berühmten drei "D" (Debt - also die rekordhohe Verschuldung in den Industrienationen, die für tiefe Zinsen und damit für eine Unterstützung der Aktienmärkte sorgt; Demografie - das steigende Alter in den westlichen Industrienationen sowie in China übt Druck auf die Zinsen aus; Deflation - dieser Punkt ist ungewiss, allerdings spricht die immer rascher fortlaufende Automatisierung der Wirtschaft durch Maschinen (gegen die man keine Schutzmauern wie gegen Mexiko bauen kann) für anhaltenden Preisdruck auf Waren aller Couleur). Allerdings sollte man sich dennoch vor Inflation schützen.
Wir befinden uns historisch in einer einmaligen Situation. Das ist keine Plattitüde. Letzten Juli konnte sich die Schweiz Geld mit 50 jähriger (!) Laufzeit ausleihen und dafür auch noch Geld einnehmen (Negativzinsen). Die Historiker Homer und Sylla (wir verweisen auf die Studie: "History of Interest Rates") haben nachgewiesen, dass es so etwas zumindest zurück bis 3.000 vor Christus, also zu einer Zeit in der die Sumerer in Mesopotamien eine der ersten Hochkulturen etablierten, nicht gegeben hat. In der Finanzgeschichte hat es laut Barron´s bereits einige historisch auffällige Abweichungen von durchschnittlichen Preisniveaus gegeben. Beispiele dafür sind etwa die Bewertung der Immobilien in Tokio Ende der 1980er Jahre als der Imperial Palast in Tokio rechnerisch (Quadratmeterpreise) mehr Wert war, als ganz Kalifornien oder als Yahoo! Ende der 1990er Jahre sogar mehr Wert war als der gesamte chinesische Aktienmarkt und jetzt eben die historisch einmalige Situation am Rentenmarkt. Alle historischen Beispiele mit derart hohen Abweichungen von den großen historischen Preistrends haben zu extremen anschließenden Reaktionen auf verschiedenen Märkten geführt. Die Frage ist, ob das diesmal nach dieser einmaligen Rentenhausse auch so sein wird? Die Zentralbanken haben insgesamt, jedenfalls laut Barron´s, fast 700-mal die Zinsen reduziert und ungefähr Assets (in der Hauptsache Staatsanleihen) im Gegenwert von etwa USD 12 Billionen (kein Tippfehler) gekauft. Die Ausgaben der teilweise hoch verschuldeten weltweiten Regierungen für Infrastruktur sind im Vergleich mit der gesamten Wirtschaftsleistung auf das tiefste Niveau seit 1948 gefallen. Finanzstudien zeigen, dass US-Aktien sich im relativen Vergleich mit Aktien aus Europa und Asien auf einem Allzeithoch befinden. Die Zinsdifferenz zwischen den USA und Deutschland liegt auf einem 35-Jahreshoch. In einem derartigen Umfeld entstehen zwangsläufig viele mögliche Szenarien, wie man irgendwie wieder auf gewöhnliche Preisrelationen kommen könnte. Wir halten uns vorläufig jedenfalls zurück und fühlen uns derzeit mit einer neutralen Positionierung der Aktienquote wohl.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 hatten wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert. Mit einer "neutralen" Aktiengewichtung signalisieren wir weiterhin eine langfristig positive Sicht. Übersetzt in ein Vermögensverwaltungsmandat bedeutet dies eine Ausnutzung von 60% der maximal möglichen Aktienquote. Weiterhin starke Akzente setzen wir mit der Region Asien. Eine große Übertreibung ist dort nicht zu erkennen. Die gesamte Region, inklusive Japan, bleibt für uns vielversprechend.

RENTEN

Fallende Renditen der meisten G-10-Länder waren das Thema der letzten Wochen. Am Aktienmarkt ist derweilen eine Seitwärtsbewegung zu beobachten. Donald Trump kommt mit seiner Reformagenda nicht weiter und das dürfte der Grund für die zuletzt beobachteten Entwicklungen sein. Interessant war der IWF-Halbjahresbericht über die globale Finanzstabilität ‒ kurz einige Punkte zusammengefasst: 1) Gefahr von Finanzkrisen ist weiter zurückgegangen 2) die Weltwirtschaft hat Fahrt aufgenommen und 3) ein Teil der US-amerikanischen Unternehmen sind hoch verschuldet. So bleiben für die nächste Zeit die möglichen Zinsanstiege in den USA und die weitere Vorgangsweise der EZB bei den Anleihenkäufen die beherrschenden Themen auf den Zinsmärkten. Daneben sind natürlich die politischen Entwicklungen ‒ wie etwa die Wahl des französischen Präsidenten kommenden Sonntag - kurzfristig für den Anleihenmarkt wichtig.

Fazit Renten

Auch wenn zuletzt ein leichter Rückgang bei der Inflation zu beobachten war, setzen wir im Anleihensegment weiter auf inflationsgeschützte Anleihen und konventionelle Anleihen mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von ca. vier Jahren.

WÄHRUNGEN

Der Euro konnte gegenüber dem US-Dollar wieder die höchste Notierung seit Ende März erreichen. Am Interessantesten war aber die Entwicklung des Britischen Pfund. Nach der Neuwahlankündigung - die letztlich eine breitere Unterstützung für die Brexit-Chefverhandler bringen soll ‒ konnte das Britische Pfund zum Euro deutlich zulegen.

Fazit Währungen

Der US-Dollar-Anteil ist mit knapp 42% gewichtet; der Kanadische Dollar und der Schweizer Franken sind in der Währungsallokation mit jeweils über 10% berücksichtigt.

Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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