Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 3. April 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 3. April 2017)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralEnde November/Anfang Dezember 2016 passen wir Mandate, deren Restlaufzeit unter 3,5 Jahre fällt, aktiv nach oben an. Weiterhin sehr besonnene Laufzeiten-Ausrichtung und Fokus auf hervorragende Schuldner.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Antizyklische Erhöhung im Februar 2015. Kontinuierliche Laufzeitanpassung nach oben.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Im August 2016 (erneut) reduziert, zugunsten von Fremdwährungsanleihen. Dadurch Konzentration der eigentlichen Strategie. Fokus auf Währungs- und Kreditstrukturen. Nutzen von Preisanomalien auch abseits der Kernzone möglich.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Der US-Dollar bleibt mit knapp 42% die am stärksten gewichtete Währung gefolgt von dem Kanadischen Dollar und dem Schweizer Franken mit einer jeweiligen Gewichtung von um die 11%. Aus taktischen Gründen wurde Ende Jänner 2017 innerhalb des US-Dollar die Laufzeit verlängert. Der Anteil der Norwegischen Kronen wurde Ende März 2017 um die Hälfte reduziert und die Gewinne mitgenommen.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung ist seit über 5 Jahren durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Wir wollen mit diesem Schritt Gewinne mitnehmen und trockenes Pulver aufbauen, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Das Segment „Energie“ wurde im März 2017 reduziert. Die dadurch freigewordene Liquidität wurde zu gleichen Teilen in die Segmente „Bergbau/Minen“ und „Edelmetalle“ investiert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Am 17. April beginnt in den USA die Berichtssaison. Deshalb befinden sich mittlerweile 75 Prozent der Unternehmen, die im S&P 500 gelistet sind, in der sogenannten Buyback-Blackout-Periode. In dieser Zeit dürfen die Unternehmen keine eigenen Aktien zurückkaufen. In normalen Marktphasen hatte das eine geringe Bedeutung. Mittlerweile sind die Unternehmen aber zum wichtigsten Nachfrager am US-Aktienmarkt geworden, sodass die nächsten Wochen durchaus volatil verlaufen könnten.
Für die Börsen ist die Politik im Normalfall eher sekundär, diesmal ist das anders. Die versprochene Steuerreform von Trump könnte einen höheren Einfluss auf die Nettogewinne der US-Unternehmen ausüben als die Wirtschaftsentwicklung. Mehr als zwei Monate nach Amtsantritt wächst der Druck auf den Präsidenten zusehends. Nachdem die von ihm vollmundig angekündigte Abschaffung der Gesundheitsreform seines Vorgängers Obama (Obamacare) am Widerstand in der eigenen Partei scheiterte, ist Trumps zweite große Gesetzesinitiative zum Erfolg verdammt. Außerdem werden die Märkte unruhig: Sie haben die konjunkturfördernden Effekte der in Aussicht gestellten Wirtschaftspolitik bereits vorweggenommen und wollen nun, dass der frühere Immobilienunternehmer liefert. Grundlegende Fragen zur Steuerreform sind bisher unbeantwortet. Offen ist etwa, ob Trump bereit ist, die zugesagten Entlastungen von Bürgern und Firmen auf Pump zu finanzieren und höhere Haushaltsdefizite in Kauf zu nehmen. In der Vergangenheit zielten derartige Versuche dagegen stets darauf ab, aufkommensneutral zu sein. Zu den zahlreichen diskutierten Optionen gehört auch eine Mehrwertsteuer nach europäischem Vorbild. Heiße Debatten gibt es um eine von Ryan, Sprecher des Repräsentantenhauses, geforderte sogenannte Grenzausgleichssteuer. Damit würden Exportumsätze von US-Unternehmen steuerfrei, ihre Importkosten wären dagegen steuerlich nicht mehr abzugsfähig. Einer der Verlierer wäre Deutschland mit seiner stark exportorientierten Wirtschaft. Trump selbst hat sich zu dem Vorschlag noch nicht klar positioniert. Offen ist zudem, bis wann Trumps "phänomenales" Projekt umgesetzt werden soll. Finanzminister Mnuchin hatte Ende Februar noch gesagt, die Steuerreform solle bis zur Sommerpause im August über die Bühne gehen. Trumps Sprecher Sean Spicer räumte jüngst ein, dass sich der Zeitplan "verschieben" könne.
Der jüngste "Commitments of Traders" Bericht über die Positionen der Aktien-Futurehändler in den USA zeigt einen enormen Optimismus der Spekulanten an. Der Report gliedert die Akteure an den Future-Börsen in Spekulanten auf der einen und den sogenannten Hedgern (smart Money) auf der anderen Seite. Historische Untersuchungen zeigen, dass die Hedgers - besonders bei Extremwerten - den Markt viel besser eingeschätzt hatten als die Spekulanten. Deren Positionierung ist zuletzt auf einen neuen Allzeithöchststand angestiegen, entsprechend stark "short" (setzen auf fallende Kurse) sind die Hedgers. Insgesamt haben sich die Sentiment-Indikatoren aber mittlerweile wieder in einen eher unauffälligen Bereich zurück bewegt. Starke Verkaufssignale von dieser Seite hatten wir in der zweiten Januar-Woche erhalten. Üblicherweise weist der Markt, zwölf Monate nach so harten Verkaufssignalen, eine schwache Performance (unter hohen zwischenzeitlichen Schwankungen) auf.
Die Bewertung des US-Aktienmarktes bereitet den Anlegern weiterhin Sorgen. Modelle, die viele Bewertungsmaßstäbe mit in die Kalkulation einbeziehen, zeigen, dass der US-Markt selbst 1929 nicht so hoch bewertet war wie heute. Nur im Zeitraum 1998 bis 2000 waren die US-Börsen noch teurer, noch ehrgeiziger bewertet als dies heute der Fall ist. Natürlich muss dieser Umstand immer im Verhältnis zum Zinsumfeld gesehen werden. Solange die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe so tief, nämlich bei 2,4 Prozent, verharrt, dürfte sich die hohe Bewertung zu keinem großen Problem ausweiten. Die US-Börse unterliegt damit aber einem besonders hohen Risiko durch eine Erhöhung der Renditen. Das ist mit ein Grund warum die Anleger jeden Schritt der US-Notenbank mit so großer Aufmerksamkeit verfolgen.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 hatten wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert. Mit einer "neutralen" Aktiengewichtung signalisieren wir weiterhin eine langfristig positive Sicht. Übersetzt in ein Vermögensverwaltungsmandat bedeutet dies eine Ausnutzung von 60% der maximal möglichen Aktienquote. Weiterhin starke Akzente setzen wir mit der Region Asien. Eine große Übertreibung ist dort nicht zu erkennen. Die gesamte Region, inklusive Japan, bleibt für uns vielversprechend.

RENTEN

Dass der amts-junge US-Präsident bereits sein erstes politisches Vorhaben nicht durchbrachte, sorgte für etwas Verunsicherung. Mehrmals ist der Begriff "lame duck" gefallen, eine Bezeichnung für einen Präsidenten, der seinen politischen Willen aufgrund der Mehrheitszwänge in den Kammern nicht durchsetzen kann. So etwas passiert zumeist eher gegen Ende der Legislaturperiode und nicht kurz nach der Wahl. Und so etwas passiert zumeist bei einer Mehrheit der Gegenpartei. Eine ungewöhnliche Konstellation also. Viele trauen Donald Trump nun, bei weiteren Vorhaben, weniger zu als noch vor wenigen Wochen.^


Die Folge: Auf den Märkten war eine erhöhte Nachfrage nach sicheren Anleihen und damit steigende Kurse, dies- wie jenseits des Atlantiks.

Fazit Renten

Die Liquidität, die bei der aktuellen Aktienreduktion frei wird, parken wir nicht im Geldmarkt, denn dort wird Vermögen vernichtet. Wir teilen die Mittel auf höchst liquide konventionelle Anleihen mit etwa 4-jähriger Restlaufzeit sowie auf inflationsgeschützte Anleihen auf.

WÄHRUNGEN

"Risk-off" bedeutete in der vergangenen Woche auch Verluste für den Euro. Obwohl Unsicherheiten zuletzt vom US-amerikanischen Präsidenten ausgingen, legte der US-Dollar als "Krisenwährung" im Vergleich zum Euro zu. Etwas Druck fiel vom britischen Pfund ab, was wohl mit dem offiziellen Einreichen des Austritts-Antrages zusammenhängt, verbunden mit einer optimistischen Rede der Premierministerin im britischen Parlament.

Fazit Währungen

Nach der Gewinnmitnahme in Norwegischen Kronen belassen wir die Liquidität vorerst in Euro. Der US-Dollar bleibt hoch gewichtet, gefolgt vom Block der Rohstoff-nahen Devisen.

Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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