Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 23. Mai 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 23. Mai 2017)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralEnde November/Anfang Dezember 2016 passen wir Mandate, deren Restlaufzeit unter 3,5 Jahre fällt, aktiv nach oben an. Weiterhin sehr besonnene Laufzeiten-Ausrichtung und Fokus auf hervorragende Schuldner.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Antizyklische Erhöhung im Februar 2015. Kontinuierliche Laufzeitanpassung nach oben.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Im August 2016 (erneut) reduziert, zugunsten von Fremdwährungsanleihen. Dadurch Konzentration der eigentlichen Strategie. Fokus auf Währungs- und Kreditstrukturen. Nutzen von Preisanomalien auch abseits der Kernzone möglich.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralDer US-Dollar bleibt mit knapp 42% die am stärksten gewichtete Währung gefolgt von dem Kanadischen Dollar und dem Schweizer Franken mit einer jeweiligen Gewichtung von um die 11%. Aus taktischen Gründen wurde Ende Jänner 2017 innerhalb des US-Dollar die Laufzeit verlängert. Der Anteil der Norwegischen Kronen wurde Ende März 2017 um die Hälfte reduziert und die Gewinne mitgenommen.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung ist seit über 5 Jahren durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Wir wollen mit diesem Schritt Gewinne mitnehmen und trockenes Pulver aufbauen, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Das Segment „Energie“ wurde im März 2017 reduziert. Die dadurch freigewordene Liquidität wurde zu gleichen Teilen in die Segmente „Bergbau/Minen“ und „Edelmetalle“ investiert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Von der Konjunkturseite gibt es derzeit, vor allem aus Europa, gute Nachrichten. Der Aufschwung in der Euro-Zone hat sich im Mai ungebremst fortgesetzt. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - verharrte auf dem Sechs-Jahres-Hoch von 56,8 Punkten, wie das Institut IHS Markit zu seiner Umfrage unter immerhin 5.000 Unternehmen mitteilte. Die Unternehmen stellten so viele Mitarbeiter ein wie selten zuvor in den vergangenen zehn Jahren. Die Geschäftsaussichten bewerteten die Manager so gut wie noch nie (!) während die Auftragsbestände zügig zunahmen. Garant für den Aufschwung sind die beiden größten Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich, wo das Barometer jeweils den höchsten Wert seit sechs Jahren erreichte. In den übrigen von der Umfrage erfassten Ländern fiel dieser Wert zwar etwas niedriger aus als im Vormonat, blieb aber auf einem der höchsten Niveaus der letzten zehn Jahre. Obwohl die Unternehmen ihre Verkaufspreise abermals anhoben, gibt es Markit zufolge erste Anzeichen dafür, dass sich der Anstieg der Einkaufspreise verlangsamt hat. "Dies deutet darauf hin, dass sich der Inflationsdruck im Laufe des zweiten Halbjahrs abmildern könnte", erklärte das Institut. Das Bruttoinlandsprodukt in der Euro-Zone war jedenfalls im ersten Quartal mit 0,5 Prozent mehr als doppelt so stark gestiegen wie das der USA. Einige Sentiment-Daten aus den USA sind ähnlich gelagert, wie sie auch im Jahr 2000 oder 2007, jeweils unmittelbar vor größeren Marktrückschlägen, waren. Allerdings sind diese Daten alleine zu wenig robust, um sich nur auf diese stützen zu können. So haben beispielsweise "Short Vega" Fonds im Augenblick rekordhohe Volumen. Dabei setzen Anleger entweder über ETF oder Future-Strukturen auf eine geringe Schwankungsbreite des S&P 500 Index. Auch zeigen Auswertungen des Volatilitätsindizes wie dem "VIX", dass die Anleger im Augenblick ziemlich unbesorgt bezüglich möglicher Rückschläge am Aktienmarkt sind. Der VIX notiert derzeit nicht weit von seinen Rekordtiefständen entfernt und ist als Angstindikator bekannt. Dieser ist ein Maßstab dafür, wie die Optionshändler die künftige Schwankungsbreite des US-Aktienmarktes einschätzen. Die sogenannte Margin Debt weist in dieselbe Richtung. Damit sind Kredite in den USA gemeint, die speziell von den Anlegern für Wertpapierkäufe aufgenommen wurden. Diese haben mit USD 537 Mrd. ein neues Rekordvolumen erreicht. Ähnlich starke Anstiege verzeichnete die Margin Debt zuvor in den großen Bullenmärkten 2000 und 2007. Damals sorgten die hohen Kreditsummen für eine Verstärkung des nachfolgenden Abwärtstrends, da diese Kredite teilweise aufgelöst wurden (und dafür Wertpapiere verkauft werden mussten). 2000 ging die Margin Debt durch diesen Effekt von USD 278 Mrd. (damaliger Rekord) auf USD 130 Mrd. und 2007 von USD 381 Mrd. (damals ebenfalls ein Rekordwert) auf USD 173 Mrd. zurück. Allerdings funktionierten die Modelle in der Vergangenheit, die auf die Margin Debt abzielten, nicht besonders gut. Eine hohe Kreditaufnahme unterstützte die Börse sogar tendenziell. Hohe Margin Debt Volumen gelten daher nicht unbedingt als unheilvoll. Auf der anderen Seite bereitet der Umstand Sorgen, dass derartig hohe kreditfinanzierte Wertpapiergeschäfte aufgelöst werden müssen, wenn die Börse einmal stärker unter Druck geraten sollte. Es könnte damit ein sich selbst verstärkender Effekt eintreten. Wir erwarten im Moment keinen größeren Rückschlag, bleiben aber bei unserer Positionierung einer starken Untergewichtung in den USA. Im gleichen Ausmaß halten wir an einer starken Übergewichtung in Asien fest und fühlen uns durch den für uns sehr günstigen Performanceverlauf (zweistellige Euro-Performance in Asien, dagegen sogar leicht negative Performance seit Jahresbeginn auf Euro-Basis an der Wall Street) bestätigt.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert. Mit einer "neutralen" Aktiengewichtung signalisieren wir weiterhin eine langfristig positive Sicht. Starke Akzente setzen wir weiter mit der Region Asien. Die gesamte Region, inklusive Japan, bleibt für uns vielversprechend.

RENTEN

Starke Konjunkturdaten in der Eurozone sorgten für höhere Nominal- und Realrenditen. Zwar sollten die freundlichen Konjunkturdaten auch die Inflationserwartungen befeuern, diese bleiben aber wegen des erstarkenden Euro gedämpft. US-Präsident Donald Trump kommt innerpolitisch vermehrt unter Druck, weshalb die Marktteilnehmer an seinen konjunkturfreundlichen Versprechungen erste Zweifel hegen.

Fazit Renten

Im Anleihensegment bleibt das Hauptaugenmerk auf konventionellen Anleihen mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von ca. vier Jahren und stark übergewichteten inflationsgeschützten Anleihen bestehen.

WÄHRUNGEN

Nach den jüngsten Aussagen Angela Merkels, dass der Euro wegen der EZB-Politik zu schwach sei, beschleunigte sich der Anstieg auf aktuell über 1,12. Schon zuvor sorgte die geschlagene Wahl in Frankreich bzw. ein Nachlassen der Sorgen um ein Auseinanderbrechen der Eurozone für einen starken Euro. Daneben berichten mittlerweile immer mehr Peripherieländer gute Zahlen und der wirtschaftliche Ausblick der Eurozone hellt sich generell auf, von daher scheint der Euro gut unterstützt. Längerfristig ist ein Abschied vom billigen Geld in Europa zwar absehbar, steht aber noch nicht unmittelbar vor der Tür. Der Zinsvorteil spricht noch für den US-Dollar, wenngleich die anderen Kräfte derzeit Oberwasser haben.

Fazit Währungen

Der US-Dollar-Anteil ist in der Währungsallokation mit etwas mehr als 41% gewichtet. Es folgen Kanadische Dollar und der Schweizer Franken mit einem Anteil von jeweils über 10%. Vorerst behalten wir diese Position bei.

Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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