Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 17. Mai 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 17. Mai 2017)

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Schoellerbank Markteinschätzung127 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralEnde November/Anfang Dezember 2016 passen wir Mandate, deren Restlaufzeit unter 3,5 Jahre fällt, aktiv nach oben an. Weiterhin sehr besonnene Laufzeiten-Ausrichtung und Fokus auf hervorragende Schuldner.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Antizyklische Erhöhung im Februar 2015. Kontinuierliche Laufzeitanpassung nach oben.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Im August 2016 (erneut) reduziert, zugunsten von Fremdwährungsanleihen. Dadurch Konzentration der eigentlichen Strategie. Fokus auf Währungs- und Kreditstrukturen. Nutzen von Preisanomalien auch abseits der Kernzone möglich.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralDer US-Dollar bleibt mit knapp 42% die am stärksten gewichtete Währung gefolgt von dem Kanadischen Dollar und dem Schweizer Franken mit einer jeweiligen Gewichtung von um die 11%. Aus taktischen Gründen wurde Ende Jänner 2017 innerhalb des US-Dollar die Laufzeit verlängert. Der Anteil der Norwegischen Kronen wurde Ende März 2017 um die Hälfte reduziert und die Gewinne mitgenommen.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung ist seit über 5 Jahren durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Wir wollen mit diesem Schritt Gewinne mitnehmen und trockenes Pulver aufbauen, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Das Segment „Energie“ wurde im März 2017 reduziert. Die dadurch freigewordene Liquidität wurde zu gleichen Teilen in die Segmente „Bergbau/Minen“ und „Edelmetalle“ investiert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Im Juni beginnt international die Urlaubssaison. Die Sommerzeit ist im Regelfall von einer vergleichsweise geringen Liquidität geprägt. Das erhöht die Anfälligkeit der Märkte für eine höhere Schwankungsbreite. Es gibt zahlreiche historische Untersuchungen, die das Risikopotenzial für die Märkte abzuschätzen versuchen. Diese kommen derzeit auf unterschiedliche Ergebnisse: Das Volumen, das in den USA derzeit für Wertpapierkredite verauslagt worden ist, ist nach verschiedenen Messgrößen auf - oder in der Nähe der Rekordwerte. Hohe Kredite für Wertpapiere gelten historisch als ein vorlaufender Indikator für höhere Marktschwankungen. Die ungewöhnlich hohe Bewertung des US-Marktes deutet auf Korrekturpotenzial hin. Die Analyse der Sentiment-Daten ergibt im Detail, dass die Marktteilnehmer von diesen Niveaus aus keine großen Sprünge am US-Markt nach oben erwarten. Allerdings ist auch die Furcht vor großen Rückschlägen so gering ausgeprägt, wie dies nur selten in der Geschichte vorgekommen ist. So ist z. B. die erwartete Schwankungsbreite des S&P 500 Index, die mit dem sogenannten "VIX" (Volatilitätsindex auf den S&P 500) gehandelt wird, ausgesprochen tief. Offensichtlich halten es die Optionskäufer nicht für notwendig, sich gegen fallende Märkte mit dem Kauf von Putoptionen abzusichern. Das spricht ebenfalls für hohe Schwankungen. Dagegen sind andere typische Vorlaufindikatoren auf einem Niveau, die gerade nicht auf einen größeren Rückschlag hindeuten. Historisch verhält es sich beispielsweise so, dass die Käufer von Kunstwerken vor den Aktienanlegern beginnen, sich mit Käufen zurückzuhalten. Das hat beispielsweise bei der Sotheby´s Aktie dazu geführt, dass diese bereits 1999 (der Markt folgte dann 2000) und 2007 (der S&P 500 folgte erst 2008) starke Kursrückgänge verbuchte, als am Gesamtmarkt noch alles relativ ruhig war. Derzeit stehen die Anteilsscheine von Sotheby´s kurz vor ihren Rekordhöhen. Auch liefen die jüngsten Auktionen bei Christie`s und bei Sotheby´s so, dass man von einer Zurückhaltung der Käufer noch kaum etwas merkt. Daran ändert auch nichts, dass Sotheby´s gestern ein bekanntes Werk von Schiele (Danaë) kurzfristig von einer großen Auktion (die insgesamt aber gut lief; USD 174 Mio. Umsatz) zurückgezogen hat. Die Pro- und Contra-Argumente sind in dieser Richtung ausgeglichen.
Die jährliche Inflationsrate der Eurozone ist im April auf 1,9% gestiegen, gegenüber 1,5% im März. Österreich verzeichnete im April einen Anstieg auf 2,3%. In der EU erhöhte sich die Teuerung im April auf 2,0%. Die niedrigsten Raten verzeichneten Rumänien (0,6%), Irland (0,7%) und die Slowakei (0,8%). Die höchsten meldeten Estland (3,6%), Litauen (3,5%) und Lettland (3,3%). Preistreiber waren im April vor allem Treibstoffe und Pauschalreisen. Am stärksten preissenkend wirkten dagegen Telekommunikation und Bekleidung, sowie Brot und Getreideerzeugnisse. Die Inflation liegt damit nach Vorgaben der Europäischen Zentralbank beinahe im optimalen Bereich. Damit könnte die EZB zumindest rhetorisch bald beginnen, den Markt auf eine Abkehr der ultralockeren Geldpolitik vorzubereiten.
In den USA zeigen erste Konjunkturdaten eine Wachstumsverlangsamung an. In Europa verläuft die Konjunktur gut. Beispielhaft ist die Arbeitslosigkeit in Großbritannien vor den anstehenden Neuwahlen auf das niedrigste Niveau seit Jahrzehnten gesunken. Im Zeitraum von Januar bis März fiel die, nach Kriterien der Internationalen Arbeitsorganisation, berechnete Quote auf 4,6%. Dies ist der niedrigste Wert seit fast 42 Jahren. Von der Konjunkturseite bläst den Anlegern im Augenblick kein Gegenwind in das Gesicht. Ganz anders verhält es sich mit dem schwachen US-Dollar.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert. Mit einer "neutralen" Aktiengewichtung signalisieren wir weiterhin eine langfristig positive Sicht. Starke Akzente setzen wir weiter mit der Region Asien. Die gesamte Region, inklusive Japan, bleibt für uns vielversprechend.

RENTEN

Die politische Unsicherheit bezüglich der Präsidentenwahl in Frankreich ist vorbei - da gehen von den USA neue Unsicherheiten aus. US-Präsident Donald Trump kommt auf mehreren Fronten unter Druck. Zum einen wegen Entlassung des FBI-Chefs James Comey, aber auch wegen möglicher Behinderung der Justiz oder wegen Weitergabe geheimer Informationen an Russland. Immer öfter wird von Amtsenthebung gesprochen, zumindest wird aber die Umsetzung vieler Wahlversprechen angezweifelt. Entsprechend kommt es zu "Risk-off-Bewegungen", die vor allem jenseits des Atlantiks für tiefere Zinsen sorgen sollten.

Fazit Renten

Im Anleihensegment bleibt das Hauptaugenmerk auf konventionellen Anleihen mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von ca. vier Jahren und stark übergewichteten inflationsgeschützten Anleihen bestehen.

WÄHRUNGEN

Die Unsicherheit über die Umsetzungsmöglichkeiten konjunktureller und politischer Maßnahmen belastete den US-Dollar, der erstmals im Jahr 2017 über die Marke von 1,10 zum Euro anstieg. Gleichzeitig sorgten positive Konjunkturdaten in der Eurozone für eine weitere Befestigung der europäischen Gemeinschaftswährung.

Fazit Währungen

Der US-Dollar Anteil ist in der Währungsallokation mit etwas mehr als 41% gewichtet. Es folgen der Kanadische Dollar und der Schweizer Franken mit einem Anteil von jeweils über 10%. Vorerst behalten wir diese Position bei.

Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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