Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 5. Mai 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 5. Mai 2017)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralEnde November/Anfang Dezember 2016 passen wir Mandate, deren Restlaufzeit unter 3,5 Jahre fällt, aktiv nach oben an. Weiterhin sehr besonnene Laufzeiten-Ausrichtung und Fokus auf hervorragende Schuldner.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Antizyklische Erhöhung im Februar 2015. Kontinuierliche Laufzeitanpassung nach oben.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Im August 2016 (erneut) reduziert, zugunsten von Fremdwährungsanleihen. Dadurch Konzentration der eigentlichen Strategie. Fokus auf Währungs- und Kreditstrukturen. Nutzen von Preisanomalien auch abseits der Kernzone möglich.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralDer US-Dollar bleibt mit knapp 42% die am stärksten gewichtete Währung gefolgt von dem Kanadischen Dollar und dem Schweizer Franken mit einer jeweiligen Gewichtung von um die 11%. Aus taktischen Gründen wurde Ende Jänner 2017 innerhalb des US-Dollar die Laufzeit verlängert. Der Anteil der Norwegischen Kronen wurde Ende März 2017 um die Hälfte reduziert und die Gewinne mitgenommen.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung ist seit über 5 Jahren durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Wir wollen mit diesem Schritt Gewinne mitnehmen und trockenes Pulver aufbauen, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Das Segment „Energie“ wurde im März 2017 reduziert. Die dadurch freigewordene Liquidität wurde zu gleichen Teilen in die Segmente „Bergbau/Minen“ und „Edelmetalle“ investiert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Von den Zentralbanken gab es auf deren letzten Sitzungen praktisch nichts Neues zu berichten. Sowohl die Europäische Zentralbank wie auch die US-Notenbank wiederholten mehr oder weniger ihre Statements aus vorangegangenen Sitzungsterminen. EZB-Chef Draghi sagte, die Abwärtsrisiken für den Konjunkturausblick hätten sich weiter zurückgebildet. Dieser Befund wird durch die Entwicklung der europäischen Kapitalmärkte gestützt. Die US-Notenbank spielte die zuletzt eher schwachen US-Konjunkturdaten als "vorübergehend" herunter. Der Markt geht folglich weiterhin davon aus, dass die EZB langsam Details zur Exit Sequenz (also Maßnahmen zur langsamen Normalisierung der Geldpolitik) vermitteln wird. Dennoch bleibt dies spannend, da jedes Ausstiegsszenario heftigen politischen Widerstand, insbesondere in den Südländern der Eurozone, auslösen könnte. Die US-Notenbank dürfte den Weg der langsamen Zinserhöhungen fortsetzen. Mit größerer Spannung erwartet der Markt Aussagen bezüglich des Anleihenbestandes der FED. In den USA ist der Umgang mit diesem enorm hohen Staatsanleihenbestand Gegenstand heftiger politischer Diskussionen.
Die Bewertungen an den Aktienmärkten, die in den USA aus volkswirtschaftlicher Sicht eine wesentlich größere Bedeutung besitzen als in Europa oder Asien, hängt stark an der Zinsentwicklung. In den USA besitzt ein gewichtiger Teil der Bevölkerung Aktien - daher kommt die hohe Bedeutung der Aktienmärkte. Die Bewertungen sind in einer Gesamtschau, in einem historischen Kontext, ausgesprochen hoch. Diese werden aber dadurch relativiert, dass eben die Zinsen so tief sind. Steigende Zinsen sind für hochbewertete Aktienmärkte kein Vorteil. Zudem befindet sich die Verschuldung der US-Unternehmen in ungewöhnlichen Größenordnungen. Ein Anstieg der Renditen im Unternehmens-Anleihen-Sektor würde sicherlich deutlich Spuren in den Bilanzen, insbesondere der höher verschuldeten Unternehmen, hinterlassen. Die rekordhohe Verschuldung der Anleger für Wertpapierkäufe (sog. Margin Debt) ist in diesem Zusammenhang gewichtig. Die Anleger haben sich auch deshalb so hoch verschuldet, um Wertpapiere kaufen zu können, weil die Refinanzierungsbedingungen so günstig sind. Oft sind schon die Dividendenzahlungen höher als die Refinanzierungskosten für die Wertpapierkredite. Diese Kredite könnten natürlich teilweise wieder durch Wertpapierverkäufe abgelöst werden, falls die Zinsen steigen sollten. Im Augenblick dürfte die Wall Street daher besonders wachsam sein, was die Zinsentwicklung angeht.
Der Erforschung von Markt-Blasen (hauptsächlich Rohstoff-, Immobilien- und Aktienmarkt) widmet sich die ETH Zürich (Lehrstuhl von Prof. Sornette) schon seit längerer Zeit. Jeden Monat veröffentlicht die Hochschule einen Bericht über Blasen weltweit. Laut den Finanzwissenschaftlern bildet sich eine Blase durch eine Rückkopplung (Anleger kaufen z. B. eine Aktie einfach deshalb weil sie steigt), der Kurs steigt nicht nur exponentiell (mit einer stetigen Wachstumsrate), sondern die Wachstumsrate des Kurses wächst selbst. Für uns ist daran interessant, dass die Wissenschaftler derzeit besonders viele Aktien finden, auf die diese Blasendefinition zutrifft. Historische Untersuchungen zeigen, dass ein Kurs nicht gleich einbrechen muss, weil er sich in einer "Blase" befindet. Solche Situationen können auch sehr lange anhalten, es deutet aber jedenfalls auf ein erhöhtes Risiko hin. Der Aktienmarkt ist in gewisser Weise immer abhängig von der Gewinnentwicklung der Unternehmen. Derzeit müssen Aktionäre aber auch noch ein erhöhtes Zinsänderungsrisiko tragen. Nicht nur vor dem Hintergrund einer langsam aber doch fortschreitenden Zinsnormalisierung in den USA, sondern auch mit dem möglicherweise baldigen Beginn einer Diskussion um eine Normalisierung in Europa (sog. Exit Sequenz), fühlen wir uns im Moment mit einer neutralen Positionierung der Aktienquote in den Vermögensverwaltungen mit Aktienanteil wohl.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert. Mit einer "neutralen" Aktiengewichtung signalisieren wir weiterhin eine langfristig positive Sicht. Starke Akzente setzen wir weiter mit der Region Asien. Die gesamte Region, inklusive Japan, bleibt für uns vielversprechend.

RENTEN

Die letzten Zentralbankentscheidungen dies- und jenseits des Atlantiks waren in Summe unspektakulär: Die Geldpolitik der EZB bleibt weiterhin locker und die US-Notenbank hat die Erwartungen der Märkte erfüllt. In den USA beließen die Notenbanker die Leitzinsen vorerst unverändert; das Szenario für weitere Zinserhöhungen bleibt intakt. Die FED wird die Verhandlungen zu den US-Steuersenkungsplänen verfolgen, um so den Kurs der Geldpolitik neben der konjunkturellen Entwicklung genau bestimmen zu können. In Frankreich steht kommenden Sonntag die Entscheidung der Präsidentenwahlen an, wobei die Würfel zu Gunsten Macrons bereits gefallen sein dürften. Insofern sind die politischen Risikoprämien ausgepreist und die Bundrenditen angestiegen.

Fazit Renten

Im Anleihensegment hat sich nichts geändert: Inflationsgeschützte Anleihen und konventionelle Anleihen mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von ca. vier Jahren bilden das Hauptsegment in unserer Anlagepolitik. Derzeit ist auch keine Änderung angedacht.

WÄHRUNGEN

Der Euro steigt seit Mitte April zum US-Dollar. Gegenüber dem Schweizer Franken konnte die europäische Einheitswährung die zuletzt gesehenen Anstiege verteidigen. Die Rohstoffwährungen (Australischer und Kanadischer Dollar bzw. die Norwegische Krone) notieren zum Euro weiter schwach; hier spielte der Rückgang verschiedener Rohstoffpreise die entscheidende Rolle.

Fazit Währungen

Der US-Dollar-Anteil bleibt weiter mit etwas mehr als 41% gewichtet. Die Dollarwährungen bilden zusammen mehr als 65% der Währungsallokation ab.

Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


Haftungsbeschränkung:
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