Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 7. Juni 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 06. Juni 2017)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralEnde November/Anfang Dezember 2016 passen wir Mandate, deren Restlaufzeit unter 3,5 Jahre fällt, aktiv nach oben an. Weiterhin sehr besonnene Laufzeiten-Ausrichtung und Fokus auf hervorragende Schuldner.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Antizyklische Erhöhung im Februar 2015. Kontinuierliche Laufzeitanpassung nach oben.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Im August 2016 (erneut) reduziert, zugunsten von Fremdwährungsanleihen. Dadurch Konzentration der eigentlichen Strategie. Fokus auf Währungs- und Kreditstrukturen. Nutzen von Preisanomalien auch abseits der Kernzone möglich.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralIm März 2017 wurden Gewinne mitgenommen und die Fremdwährungsquoten reduziert. Die Reduktion betrug in reinen Rentenmandaten 1/3, in gemischten Mandaten etwa 1/5. Der US-Dollar bleibt mit knapp 42% die am stärksten gewichtete Währung gefolgt von dem Kanadischen Dollar und dem Schweizer Franken mit einer jeweiligen Gewichtung von um die 11%. Der Anteil der Norwegischen Kronen wurde Ende März 2017 um die Hälfte reduziert, auch hier wurden Gewinne mitgenommen.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung ist seit über 5 Jahren durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Wir wollen mit diesem Schritt Gewinne mitnehmen und trockenes Pulver aufbauen, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Das Segment „Energie“ wurde im März 2017 reduziert. Die dadurch freigewordene Liquidität wurde zu gleichen Teilen in die Segmente „Bergbau/Minen“ und „Edelmetalle“ investiert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die politische Unsicherheit in den USA ist derzeit besonders hoch. Für die Anleger ist das vor allem aus zwei Gründen interessant: 1. Werden dadurch die von Trump versprochenen Senkungen der Unternehmenssteuern in Frage gestellt. 2. Isoliert sich die USA international, was dazu führen könnte, dass US-Unternehmen, die in vielen Teilen der Welt über monopolartige Stellungen verfügen (Google, Amazon, Microsoft etc.), durch einige Regierungen vermehrt unter Druck geraten könnten. Ein Bericht der Website "The Intercept" ist besonders interessant. Dieser beruft sich auf vertrauliche Informationen des US-Geheimdienstes NSA. Die Whistleblowerin, die das Material weitergab, wurde inzwischen festgenommen. Der Intercept-Bericht befasst sich mit russischen Versuchen einer Beeinflussung der US-Wahl 2016. Demnach zeigten die NSA-Dokumente eindeutig, dass der russische Militärgeheimdienst GRU noch weitgehender in die Wahl einzugreifen versuchte als bekannt. Belegt seien demnach auch Attacken auf Systeme der Wählerregistrierung. Der russische Militärgeheimdienst soll versucht haben, mindestens einen Hersteller von Wahl-Software anzugreifen, weiters soll er Phishing-Mails an zahlreiche lokale Wahlhelfer gesendet haben. Russland hat die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Es gebe keinerlei Belege für die Anschuldigungen. "The Intercept" ist eine Website, die unter anderem von Glenn Greenwald betrieben wird. Der Journalist spielte eine entscheidende Rolle bei der Enthüllung des NSA-Skandals durch den US-Whistleblower Edward Snowden. Allerdings dürfte die Börse davon vermutlich wenig bewegt werden, zumindest sofern sich die Sache nicht noch weiter ausweitet. Die durch die gestiegenen Kurse in den USA etwas höhere Bewertung wird durch den Rückgang der Renditen im 10-jährigen US-Staatsanleihenbereich weitgehend kompensiert. Aus Bewertungssicht gilt die US-Börse dennoch als relativ teuer. Empirische Studien deuten darauf hin, dass die langfristigen Performance-Aussichten der US-Börse durch diese relativ hohe Bewertung deutlich unterdurchschnittlich ausfallen.
Jene US-Stimmungsindikatoren, die tendenziell auf die längerfristige Performance der US-Börse abstellen, befinden sich derzeit in einem überoptimistischen Bereich. Dazu gehört z.B. das Vertrauen der US-Verbraucher, die Volumensentwicklung der Kredite, die speziell für den Kauf von Wertpapieren aufgenommen wurden und vor allem auch der Aktienanteil in den Portfolios der US-Verbraucher. Das spricht - ceteris paribus, alle anderen Rahmenbedingungen unverändert, für eine unterdurchschnittliche Entwicklung der US-Börse. Den Höhepunkt scheint der Optimismus aber noch nicht erreicht zu haben, schließlich kaufen die US-Verbraucher nach wie vor in ziemlich hohem Umfang sogenannten Exchange Traded Funds - Aktienfonds (ETF). Dieser Umstand ist erfahrungsgemäß positiv für die US-Börse zu werten. Mit einer "neutralen" Aktiengewichtung signalisieren wir weiterhin eine langfristig positive Sicht. Starke Akzente setzen wir weiter mit der Region Asien. Die gesamte Region, inklusive Japan, bleibt für uns vielversprechend.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Die Risikoaversion auf den Finanzmärkten hat sich deutlich erhöht: Vor der Parlamentswahl in Großbritannien, der EZB-Sitzung und der Anhörung des EX-FBI Chef Comey vor dem US-Senat halten die Anleger ihr Pulver trocken. Zudem sorgt die Isolation Katars durch mehrere arabische Staaten für Verunsicherung. Wie so oft in solchen Phasen dienen die bonitätsstarken Rentenmärkte als sichere Häfen. Die Renditen 10-jähriger deutscher Bundesanleihen befinden sich wieder auf so niedrigen Niveaus wie vor dem Wahlsieg von Macron. Spannend wird die Frage sein, ob die EZB schon bereit ist ihre Risikoeinschätzung auf der anstehenden Sitzung anzupassen.

Fazit Renten

Noch ist keine Zinserhöhung in der Eurozone in Sicht, aber es wird nur mehr eine Frage der Zeit sein bis die EZB restriktiver agieren wird. Für uns heißt es vorerst abwarten und nichts an der aktuellen Strategie zu ändern: Inflationsgeschützte Anleihen und konventionelle Anleihen mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von ca. vier Jahren bilden das Hauptsegment in unserer Anlagepolitik.

WÄHRUNGEN

Der US-Dollar hat es nach wie vor schwer. Ändert die EZB auf der morgigen Sitzung ihre Rhetorik hinsichtlich einer baldigen Zinswende würde das dem Euro weiter Auftrieb geben und den US-Dollar unter Druck setzen. Die stärkste Währung der vergangenen Woche war der Australische Dollar. Zwar zeigten die BIP-Daten für das erste Quartal nur ein mageres Wachstum von 1,70% - genug jedoch, um die dürftigen Erwartungen zu übertreffen.

Fazit Währungen

Der US-Dollar Anteil bleibt weiter mit knapp 41% gewichtet. Die Rohstoffwährungen bilden zusammen etwa 29% der Währungsallokation ab.

Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


Haftungsbeschränkung:
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