Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 21. Juni 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 21. Juni 2017)

Downloads

TypDokumentDatei-Größe
Schoellerbank Markteinschätzung127 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralEnde November/Anfang Dezember 2016 passen wir Mandate, deren Restlaufzeit unter 3,5 Jahre fällt, aktiv nach oben an. Weiterhin sehr besonnene Laufzeiten-Ausrichtung und Fokus auf hervorragende Schuldner.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Antizyklische Erhöhung im Februar 2015. Kontinuierliche Laufzeitanpassung nach oben.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Im August 2016 (erneut) reduziert, zugunsten von Fremdwährungsanleihen. Dadurch Konzentration der eigentlichen Strategie. Fokus auf Währungs- und Kreditstrukturen. Nutzen von Preisanomalien auch abseits der Kernzone möglich.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralIm März 2017 wurden Gewinne mitgenommen und die Fremdwährungsquoten reduziert. Die Reduktion betrug in reinen Rentenmandaten 1/3, in gemischten Mandaten etwa 1/5. Der US-Dollar bleibt mit knapp 42% die am stärksten gewichtete Währung gefolgt von dem Kanadischen Dollar und dem Schweizer Franken mit einer jeweiligen Gewichtung von um die 11%. Der Anteil der Norwegischen Kronen wurde Ende März 2017 um die Hälfte reduziert, auch hier wurden Gewinne mitgenommen.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung ist seit über 5 Jahren durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Wir wollen mit diesem Schritt Gewinne mitnehmen und trockenes Pulver aufbauen, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Das Segment „Energie“ wurde im März 2017 reduziert. Die dadurch freigewordene Liquidität wurde zu gleichen Teilen in die Segmente „Bergbau/Minen“ und „Edelmetalle“ investiert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Der Preis für Rohöl hat das erste Mal seit geraumer Zeit eine Korrektur von mehr als 20% vollzogen. Damit befindet sich dieser Markt nach gängiger Literaturbeschreibung in einem "Bärenmarkt". In den letzten 20 Jahren war das ein sehr schlechtes Omen für die US-Börse. Allerdings war die Sache zuvor, bis zurück zum Ende des Zweiten Weltkrieges, genau umgekehrt. Aktien profitierten damals - ganz im Gegensatz zu den letzten 20 Jahren - von stark fallenden Ölpreisnotierungen.


Jene Aktienmodelle, die auf die Zinsseite abstellen, sind in den USA nach wie vor positiv für die Wall Street zu interpretieren. Die Geldmarktmodelle stehen trotz der vier Zinserhöhungen durch die US-Notenbank noch im weitgehend neutralen Bereich. Das Modell, welches auf die Entwicklung der 10-Jahresrendite für Dollar-Staatsanleihen abzielt, zeigt dagegen noch immer eine zweistellige Performanceerwartung an. Vergleichsdaten aus der Vergangenheit sprechen aufgrund der Steilheit der US-Zinskurve (Renditen für langfristige Anleihen sind deutlich höher als für kurzfristige Anleihen) weiter für einen sehr festen Aktienmarkt. Der Zinssektor und die damit zusammenhängende Aktienmarktrendite ist aktuell jener Analysebereich, der die höchsten Performanceerwartungen für US-Aktien zulässt. Dagegen sprechen jene Modelle, die auf die sehr langfristige Entwicklung des S&P 500 Index abzielen, eine ganz andere Sprache. Leider weisen gerade diese Modelle eine enorm hohe Korrelation mit der tatsächlich folgenden Entwicklung des US-Aktienmarktes auf. Eines dieser Modelle bezieht sich auf die Aktienquote der US-Haushalte im Vergleich mit den sonstigen Finanzanlagen. Hohe Aktienquoten der privaten Haushalte haben dabei in der Vergangenheit (seit Ende des Zweiten Weltkrieges) mit einer sehr hohen Korrelation, zu schwachen langfristigen Aktienentwicklungen über 10 Jahre und vice versa geführt. Derzeit sieht dieses Modell nur eine Renditeerwartung für den US-Aktienmarkt von 2% für die nächsten 10 Jahre vor. Das liegt in der Größenordnung der derzeitigen Rendite für 10-jährige US-Staatsanleihen.


Glücklicherweise sind derzeit nicht die privaten Haushalte die gewichtigsten Nachfrager am US-Aktienmarkt, wie dies in der Vergangenheit der Fall war, sondern die Unternehmen selbst. Diese kaufen netto viel mehr Aktien zurück, als Firmen mit Aktienemissionen auf den Markt kommen. Die Anzahl der insgesamt zur Verfügung stehenden Aktien reduziert sich dadurch. Das ist einer der Haupttreiber der Börsenrally in den USA. Im Regelfall sind diese Rückkäufe im Sommer tendenziell deutlich niedriger als im Winter (besonders im Dezember). Sollte die These stimmen, dass die Firmen die gewichtigste Nachfrager-Gruppe am Markt ist, könnte dies auf ein erhöhtes Korrekturpotenzial im Sommer hindeuten.


Die US-Wirtschaftsdaten haben zuletzt zwar insgesamt negativ überrascht, allerdings noch nicht in einer Größenordnung, die eine kommende Rezession anzeigen würde. Grundsätzlich dürfte die Geldpolitik der US-Notenbank die Wirtschaft nicht in eine Rezession treiben. Die FED-Chefin Janet Yellen genießt ein hohes Vertrauen der Finanzmärkte, dass sie die Zinserhöhungen nur bis zu einem Niveau voranbringt, welches der Wirtschaft keinen entscheidenden Schaden zufügt.


Die hohe Bewertung der Aktien in den USA ist sicherlich eines der gewichtigsten Argumente des Bärenlagers. Es gibt in der Geschichte nur wenige Punkte, in denen der Aktienmarkt eine ähnlich hohe Bewertung erreicht hatte. Allerdings waren auch die Zinsen in der Vergangenheit auf keinem so tiefen Niveau wie dies derzeit der Fall ist. Das schwächt dieses für den Aktienmarkt negative Argument deutlich ab. In Asien dagegen hat der Aktienmarkt im Schnitt noch nicht die erste Standardabweichung nach oben in der Bewertung nach dem sog. "Trailing PE" (also dem Kurs-Gewinn-Verhältnis mit Gewinnbasis der letzten vier Quartale) erreicht. Das heißt, dort ist zwar der Markt auch nicht mehr billig, aber gegen die USA doch noch wesentlich günstiger bewertet. Wir sehen geographisch in diesem Markt weiterhin das größte Kurspotenzial, auch wenn Asien in diesem Jahr bereits eine beeindruckende Outperformance gegenüber dem US-Aktienmarkt erzielen konnte.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Die Rentenmärkte erhielten große Unterstützung von der Schwäche des Ölpreises. Die langfristigen Inflationserwartungen sind nach dem zwischenzeitlichen Anstieg im Zuge der Trump-Wahl wieder auf Niveaus von Anfang November letzten Jahres zurückgefallen. Davon profitierten besonders die langen Laufzeiten. Die Marktteilnehmer verfolgen derzeit die weiteren Schritte der Notenbanken; die Fed will ihre Bilanzsumme verringern und die EZB plant für das nächste Jahr die Wertpapierkäufe zurückzufahren. In Summe haben diese Vorhaben aber nur einen geringen Einfluss auf das Handelsgeschehen.

Fazit Renten

Die Ausrichtung bleibt derzeit gleich: Inflationsgeschützte Anleihen und konventionelle Anleihen mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von ca. vier Jahren werden in unserer Anlagepolitik favorisiert.

WÄHRUNGEN

Nachdem die britische Regierung den Vorgaben der EU zum bevorstehenden Brexit weitgehend zustimmte gab das Britische Pfund nach einer kurzen Stärkephase - infolge von Zinsanhebungsfantasien einiger Bank-of-England-Mitglieder - wieder nach. Der US-Dollar konnte bisher im Juni zum Euro wieder etwas zulegen. Auf Jahressicht bleibt der US-Dollar gegenüber dem Euro, mit einem Minus von fast 6%, der größte Verlierer innerhalb der G-10-Währungen.

Fazit Währungen

Der US-Dollar Anteil bleibt weiter mit knapp 41% gewichtet, der Kanadische Dollar und der Schweizer Franken sind jeweils mit etwas mehr als 10% gewichtet.

Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


Haftungsbeschränkung:
Alle Informationen beruhen auf verlässlichen Quellen und sorgfältigen Analysen, die jederzeit einer Änderung unterliegen können. Die Schoellerbank ist zu einer Aktualisierung dieser Informationen nicht verpflichtet.


Die Haftung der Schoellerbank für leichte Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit der Quellenrecherche und Analyse und den darauf beruhenden Informationen wird ausgeschlossen.
VOILA_REP_ID=C1257E77:00296CBA