Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 12. Juli 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 12. Juli 2017)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralNiedrige Zinsen und geringe Risikoaufschläge gebieten eine kurze Laufzeit (etwa 4 Jahre) und die Konzentration auf hervorragende Schuldnerbonitäten.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Durch Reduktion des Volumens erfolgte eine Konzentration der eigentlichen Strategie. Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralIm März 2017 wurden Gewinne mitgenommen und die Fremdwährungsquoten reduziert. Die Reduktion betrug in reinen Rentenmandaten 1/3, in gemischten Mandaten etwa 1/5. Der US-Dollar bleibt mit knapp 41% die am stärksten gewichtete Währung gefolgt von dem Kanadischen Dollar und dem Schweizer Franken mit einer jeweiligen Gewichtung von um die 11%. Der Anteil der Norwegischen Kronen wurde Ende März 2017 um die Hälfte reduziert, auch hier wurden Gewinne mitgenommen.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung war seit Jänner 2012 durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Mit dieser Gewinnmitnahme wurde Liquidität aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Das Segment „Energie“ wurde im März 2017 reduziert. Die dadurch freigewordene Liquidität wurde zu gleichen Teilen in die Segmente „Bergbau/Minen“ und „Edelmetalle“ investiert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Der MSCI Asien Pazifik (einschließlich Japan) weist trotz der starken Euro-Performance noch immer eine Performance von sieben Prozent seit Jahresbeginn aus. Dagegen liegt der S&P 500 Index, ebenfalls auf Euro-Basis mittlerweile sogar im negativen Bereich bei Minus einem Prozent. Die Währungsentwicklung hat damit einen starken Einfluss auf die Performance der international agierenden europäischen Anleger. Der EuroStoxx 50 liegt irgendwo dazwischen bei knapp über fünf Prozent. Wir halten weiterhin an unserer starken Übergewichtung des asiatischen Marktes fest. Die USA verbleiben vorerst bei stark untergewichtet.


Firmen und Staat stellten in den USA im Juni zusammen 222.000 neue Mitarbeiter ein (Markterwartung: 179.000). Zudem entstanden nach revidierten Angaben in den beiden Vormonaten fast 50.000 Jobs mehr als gedacht. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote stieg im Juni allerdings leicht, auf 4,4 Prozent. Die Frage ist, ob der Arbeitsmarkt nun bereits derart eng ist, dass Lohnsteigerungen womöglich so stark ausfallen, dass die Inflation dadurch über die FED-Zielmarke hinausschießt? Zweitens stellt sich die Frage, ob der enge US-Arbeitsmarkt durch etwaige Lohnsteigerungen oder durch zu wenig vorhandenes Fachpersonal dazu führen wird, dass die Unternehmensgewinne negativ beeinflusst werden? Für die erste Frage kann bis dato Entwarnung gegeben werden: Die Stundenlöhne stiegen mit 0,2 Prozent im Juni weniger stark als erwartet. Das ist sicherlich noch keine Lohnpreisinflation, die der FED Sorgen bereiten müsste. Die zweite Frage hängt eng mit der Produktivität zusammen. Die Produktivitätsfortschritte in der US-Wirtschaft waren zuletzt aufgrund fehlender Investitionen nicht sehr hoch. Die Löhne sind schneller gestiegen als die Produktivität. Zudem ignoriert die Arbeitslosenquote von 4,4% jene arbeitslosen Menschen, die sich nicht mehr aktiv um einen Arbeitsplatz umsehen. Die sogenannte "labor force participation rate" misst diesen Zusammenhang. Dabei wird die Anzahl der arbeitenden Bevölkerung zuzüglich jenen, die nach Arbeit suchen, durch die Gesamtbevölkerung geteilt. Dieser Wert liegt derzeit in der Nähe eines 40-Jahrestiefs. Das kann zum Teil durch demografische Bewegungen erklärt werden. Allerdings kann ein sich so stark verbesserndes Arbeitsmarktumfeld wie derzeit durchaus dazu führen, dass einige Menschen, die die Arbeitssuche bereits aufgegeben hatten, dazu veranlasst werden, in den Arbeitsmarkt zurück zu kehren. Dadurch kann der Beschäftigungsgrad steigen ohne dass dies an der Entwicklung der Arbeitslosenquote sichtbar wäre. Genau das ist in den letzten 21 Monaten passiert. Die Arbeitskostenentwicklung hängt historisch mit der Aktienmarktentwicklung kausal zusammen. Die modellhafte Betrachtung zeigt in diesem Punkt, dass der Aktienmarkt weiteres Aufwärtspotenzial hat, allerdings ist der Arbeitsmarkt nicht mehr weit von dem Punkt entfernt, von dem aus sich die modellhafte Betrachtung in der Vergangenheit ins Negative verkehrt hat.


In den USA gibt es für den Herbst zwei große Variablen für den Markt: Wird die US-Notenbank ihre nach der Finanzkrise auf USD 4,5 Billionen angeschwollene Bilanzsumme durch die Verkäufe der erworbenen Anleihen langsam reduzieren, oder lässt sie dieses heiße Eisen unangetastet? Der große Bullenmarkt am US-Aktienmarkt hängt zu einem Teil sicherlich mit den massiven Gelddruckaktionen der Zentralbanken, vor allem der FED, zusammen. Und zweitens, wird die US-Regierung die Steuern für Unternehmen unter dem Strich so deutlich senken wie dies von Trump versprochen wurde? Es gibt wenig Zweifel, dass der US-Unternehmenssteuersatz so stark wie noch nie gesenkt werden dürfte. Allerdings ist die große Frage, wie dies gegenfinanziert werden wird. Falls sich die Unternehmen durch schlechtere Abschreibungsmöglichkeiten selbst finanzieren müssen, dürfte der Nettoeffekt für die Aktionäre sehr klein sein, falls sie das anders refinanzieren, könnte dies ein enormes Wachstum der Nettogewinne bringen.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Letzte Woche überwand die Rendite der deutschen Bundesanleihen mit 10-jähriger Restlaufzeit die Hürde von 0,50% und notiert somit auf dem höchsten Stand seit Jänner 2016. Am Anleihenmarkt hat sich seither etwas Unsicherheit ausgebreitet, ob der Tatsache, dass die Renditen im Euroraum weiter steigen könnten. Aktuell pendelt die Rendite bei 10-jährigen Bundesanleihen um die 0,60%. Ein weiterer Anstieg wird mit den nächsten Schritten der EZB und der FED im Zusammenhang mit der geldpolitischen Normalisierung in Verbindung gebracht.

Fazit Renten

Die nächsten Schritte der Notenbanken zur Normalisierung der Geldpolitik werden von uns weiter genau verfolgt. Derzeit liegen wir mit unserer Ausrichtung genau richtig: Inflationsgeschützte Anleihen und konventionelle Anleihen mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von ca. vier Jahren bilden das Hauptsegment in unserer Anlageentscheidung.

WÄHRUNGEN

Im bisherigen Verlauf des Juli zeigte der Euro weiterhin Stärke gegenüber den meisten G-10-Währungen. Das Britische Pfund verlor dabei am meisten, aber auch der Neuseeländische Dollar und der Japanische Yen (derzeit nicht investiert) gaben deutlich nach. Der US-Dollar notierte auch schwächer gegenüber dem Euro, nachdem eine Verwicklung des US-Präsidenten-Sohnes mit einer russischen Anwältin in Zusammenhang mit der Präsidentenwahl publik wurde.

Fazit Währungen

Der US-Dollar Anteil ist mit über 40% gewichtet. Der Kanadische Dollar mit fast 11% und der Schweizer Franken mit über 10% Gewichtung folgen auf den Plätzen.



Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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