Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 26. Juli 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 26. Juli 2017)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralNiedrige Zinsen und geringe Risikoaufschläge gebieten eine kurze Laufzeit (etwa 4 Jahre) und die Konzentration auf hervorragende Schuldnerbonitäten.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Durch Reduktion des Volumens erfolgte eine Konzentration der eigentlichen Strategie. Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralIm März 2017 wurden Gewinne mitgenommen und die Fremdwährungsquoten reduziert. Die Reduktion betrug in reinen Rentenmandaten 1/3, in gemischten Mandaten etwa 1/5. Der US-Dollar bleibt mit knapp 41% die am stärksten gewichtete Währung gefolgt von dem Kanadischen Dollar und dem Schweizer Franken mit einer jeweiligen Gewichtung von um die 11%. Der Anteil der Norwegischen Kronen wurde Ende März 2017 um die Hälfte reduziert, auch hier wurden Gewinne mitgenommen.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung war seit Jänner 2012 durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Mit dieser Gewinnmitnahme wurde Liquidität aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Das Segment „Energie“ wurde im März 2017 reduziert. Die dadurch freigewordene Liquidität wurde zu gleichen Teilen in die Segmente „Bergbau/Minen“ und „Edelmetalle“ investiert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Von Seiten der Sentiment-Daten hat sich einiges getan. Die jüngsten Kurssteigerungen der US-Börse zu neuen Rekordständen (zumindest auf US-Dollar-Basis, auf Euro-Basis ist der US-Markt seit Jahresbeginn negativ) haben einige Sentiment-Daten in luftige Höhen geführt. Für die US-Börse ist das für den Rest des Jahres kein ermutigendes Signal (andere Rahmenfaktoren wie z.B. mögliche massive Steuersenkungen für US-Firmen ausgeklammert). Der Markt erfüllt erfahrungsgemäß nämlich nicht die Erwartungen der Anleger, wenn die Erwartungshaltung zu einseitig ist. Die ersten warnenden Sentiment-Signale hat der Markt nach der Wahl Trumps Ende November 2016 erhalten. Laut einer Studie von Investors Intelligence waren die Verhältnisse im Jahr 1987 ähnlich. Die Vergangenheit zeigt demnach, dass Tops oft sehr lange in der Entwicklung benötigen, während Bodenbildungsphasen oftmals sehr rasch verlaufen. Die Anzahl der positiv gestimmten US-Börsenbriefverfasser ist auf 60,2% angestiegen. Die Marke erreichte im Februar ein 30-Jahreshoch bei 63,1%. Historisch ist ein Anstieg über 60%, als ein Warnsignal für die US-Börse zu betrachten. Ende Januar 1987 stieg die Anzahl der Bullen z.B. auf 64,6% und ging dann bis August auf 60,8% zurück. Der Aktienmarkt erlebte dann erst im Oktober 1987 einen Crash, 10 Monate nachdem ein Warnsignal von der Sentiment-Seite gekommen war. Vor der Wahl Trumps, im November 2016, lag die Anzahl der Bullen nur bei 41,7%. Das signalisierte damals ein kleines Kaufsignal (andere Rahmenfaktoren ausgenommen). Ein großes Kaufsignal erhielt der Markt zuletzt im Januar/Februar 2016 Markttief, dort wurden nur mehr 24,7% Bullen gezählt. Sentiment-Daten gelten als einzig valides Timing-Signal für den Aktienmarkt. Die Unsicherheiten in den Signalen sind aber insbesondere in Bullenmärkten auch in dieser Indikatoren-Kategorie hoch. Dennoch fühlen wir uns in unserer starken Untergewichtung der US-Börse und einer entgegengesetzt starken Übergewichtung des Marktes in Asien auch angesichts dieser Rahmendaten sehr wohl.
Allein in dieser Woche stehen die Geschäftszahlen von etwa 190 der 500 größten US-Firmen an. Am Aktienmarkt geht es am Ende um die Entwicklung der Unternehmensgewinne. Der Markt rechnet mit einem Gewinnanstieg im Schnitt von 8,8%, nach einem Plus von 8% zum Jahresauftakt. Das wären solide Wachstumsdaten.
Seit Trump Präsident ist hat die politische Seite für den Markt an Bedeutung gewonnen. Im Blick stand in dieser Richtung zuletzt die Gesundheitsreform Obamacare. Der Senat stimmte mit knapper Mehrheit dafür, erneut über eine Abschaffung des Projektes zu beraten. Bisherige Versuche der Republikaner waren gescheitert. Auch aufgrund der alternden Bevölkerung in den USA und dem wenig der Gesundheit zuträglichen Lebensstil von Teilen der US-Bevölkerung laufen die Gesundheitskosten aus dem Ruder. Eine neue Gesundheitsstruktur hätte auf die Gesundheitsindustrie in den USA vermutlich umfangreiche Auswirkungen.
Auch wenn sich die deutsche Bundesregierung sehr besorgt über die von den USA auf den Weg gebrachten neuen Sanktionen gegen Russland zeigt, ist ein Handelskrieg eher unwahrscheinlich. Einige europäische Politiker vertreten die Auffassung, dass diese Sanktionen in Wirklichkeit keinen politischen Hintergrund hätten, sondern nur zu dem Zweck ergriffen werden, um russische Öl- und Gaslieferungen nach Europa zu unterbinden, um eigenes, mit dem umstrittenen Fracking-Verfahren gewonnenes Öl und Gas nach Europa verkaufen zu können. Dass die Europäer mit Handelssanktionen etwa gegen die US-Agrarindustrie antworten, ist eher unwahrscheinlich, da Europa hohe Exportüberschüsse gegenüber den USA aufweist. Ein Handelskrieg würde Europa mehr schaden als den Amerikanern.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Eine erstaunlich robuste Konjunktur in Europa (Beispiel: überraschend starker ifo-Index) sowie die Notenbank-Treffen in Europa und den USA sorgten in den vergangenen Tagen für einen leichten Anstieg der Renditen - Risiko war zuletzt wieder gefragt. Selbst Spekulationen um eines der größten Kartelle der letzten Dekaden rund um deutsche Autobauer konnten den Risikoappetit nicht nachhaltig bremsen. Die Inflationserwartungen haben sich nach einer mehrwöchigen Seitwärtsbewegung weiter leicht nach oben bewegt.

Fazit Renten

Die jüngsten Renditeanstiege bestätigen unsere vorsichtige Ausrichtung und den Schwerpunkt bei Inflationsanleihen. Unser Appetit für eine Verlängerung der Laufzeiten ist noch gering.

WÄHRUNGEN

Das beschriebene erstarkte konjunkturelle Umfeld in Europa sowie weitere politische Schwierigkeiten in den USA sorgten für ein Anhalten der Euro-Stärke. Zu den schwächsten Währungen zählten neben dem US-Dollar, der Australische Dollar, der Schweizer Franken und der Japanische Yen.

Fazit Währungen

Der US-Dollar bleibt die am stärksten gewichtete Währung. Daneben nehmen die Rohstoffwährungen weiter einen gewichtigen Anteil der Fremdwährungsstrategie ein. Der Japanische Yen bleibt außen vor. In Summe sind Fremdwährungen in gemischten Mandaten aktuell neutral gewichtet.



Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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