Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 5. Juli 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 5. Juli 2017)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralNiedrige Zinsen und geringe Risikoaufschläge gebieten eine kurze Laufzeit (etwa 4 Jahre) und die Konzentration auf hervorragende Schuldnerbonitäten.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Durch Reduktion des Volumens erfolgte eine Konzentration der eigentlichen Strategie. Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralIm März 2017 wurden Gewinne mitgenommen und die Fremdwährungsquoten reduziert. Die Reduktion betrug in reinen Rentenmandaten 1/3, in gemischten Mandaten etwa 1/5. Der US-Dollar bleibt mit knapp 41% die am stärksten gewichtete Währung gefolgt von dem Kanadischen Dollar und dem Schweizer Franken mit einer jeweiligen Gewichtung von um die 11%. Der Anteil der Norwegischen Kronen wurde Ende März 2017 um die Hälfte reduziert, auch hier wurden Gewinne mitgenommen.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung war seit Jänner 2012 durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Mit dieser Gewinnmitnahme wurde Liquidität aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Das Segment „Energie“ wurde im März 2017 reduziert. Die dadurch freigewordene Liquidität wurde zu gleichen Teilen in die Segmente „Bergbau/Minen“ und „Edelmetalle“ investiert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Für europäische Anleger bestimmt derzeit im erheblichen Umfang der US-Dollar die Tanzmusik auf dem Börsenparkett. Der S&P 500 Index ist zwar in US-Dollar gestiegen, durch die hohen Verluste des US-Dollars gegenüber dem Euro allerdings auf Euro-Basis gerade einmal plus minus null. In diesem Markt sind wir vorwiegend aus Bewertungsüberlegungen stark untergewichtet. Der EuroStoxx50 kann dagegen auf eine Performance von knapp sechs Prozent seit Jahresbeginn verweisen. Asien hat dagegen hohe Zugewinne gezeigt. Die sind zwar seit einigen Wochen rückläufig, allerdings hat die Region Asien immer noch einen zweistelligen Zuwachs vorzuweisen. Dieser Markt ist unser Hauptperformancetreiber. Wir sind dort ebenfalls vorwiegend aus Performanceüberlegungen stark übergewichtet.


Nachdem die Unternehmen durch ihre enorm hohen Aktienrückkaufprogramme mittlerweile zur wichtigsten Nachfragergruppe an der Wall Street aufgestiegen sind, ist deren Verhalten selbstredend für die weitere Börsenentwicklung von besonders hoher Bedeutung. Im Sommer befinden sich viele Entscheidungsträger im Urlaub, sodass es nicht verwundert, dass sich die Unternehmen an der Börse zur Urlaubszeit eher zurückhalten. Vielmehr fragen diese Aktien im November und Dezember besonders stark nach. Das mag u.a. auch daran liegen, dass dadurch versucht wird, den Aktienkurs zum Jahresende hin (Bilanzkurs) noch günstig zu beeinflussen. Das im Sommer vorhandene Korrekturrisiko wird allerdings bis zu einem gewissen Grad von Spekulationen zum Steuerprogramm der US-Regierung ausgeglichen. Die US-Unternehmen dürften etwa 1,2 Billionen US-Dollar außerhalb der USA veranlagt haben. Dieses im Ausland verdiente Geld holen die US-Firmen oft deshalb nicht in die USA zurück, weil dieses Geld dort einer hohen Versteuerung unterzogen werden würde. So liegen die Unternehmenssteuern (Bundessteuern) in den USA derzeit noch bei 35 Prozent. Hinzu kommen noch Bundesstaatensteuern in unterschiedlicher Höhe. Kalifornien verrechnet beispielsweise 4 Prozent. Im Gespräch ist, dass die US-Regierung den Unternehmen anbieten könnte, diese Gelder mit einem besonders günstigen, einmaligen Sondersteuersatz (konkret im Gespräch ist ein Steuersatz von null Prozent bis zehn Prozent) in die USA zurückholen sollen. Schätzungen gehen davon aus, dass für diesen Fall etwa 200 bis 300 Milliarden Dollar zusätzlich in Aktienrückkäufe investiert werden könnten. Das wäre selbstredend eine positive Überraschung für den Aktienmarkt und könnte die Märkte nicht in eine Korrektur führen, sondern sie sogar noch beflügeln.


Korrekturrisiken hin oder her. Aktien sind aus unserer Sicht weiter interessant. Solange es zu keiner Euphorie kommt oder stark steigende Zinsen von den Anlegern nicht ausreichend berücksichtigt werden, dürfte es aus unserer Sicht zu keinem großen Bärenmarkt kommen.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

In der Eurozone werden Erinnerungen an den holprigen Ausstieg der FED aus ihrer expansiven Geldpolitik wach. Auch hier hatte die Notenbank große Mühe die Markterwartungen im Zaum zu halten. Nun scheinen auch einige EZB-Mitglieder kalte Füße vor einer allzu optimistischen Rhetorik zu bekommen. Anders ist das umgehende Dementi eines bevorstehenden und angedeuteten Paradigmenwechsel in der Geldpolitik nicht zu erklären. Deutsche Bundesanleihen klopfen zum dritten Mal in diesem Kalenderjahr an der technischen Hürde von 0,50% an. Es bleibt spannend ob die Beruhigungsworte der EZB erneut ausreichen, um unterhalb dieser wichtigen Marke zu bleiben.

Fazit Renten

Noch ist keine Zinserhöhung in der Eurozone in Sicht, aber es wird nur mehr eine Frage der Zeit sein bis die EZB Maßnahmen zur Normalisierung der Geldpolitik einleiten wird. Für uns heißt es vorerst abwarten und nichts an der aktuellen Strategie zu ändern: Inflationsgeschützte Anleihen und konventionelle Anleihen mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von ca. vier Jahren bilden das Hauptsegment in unserer Anlagepolitik.

WÄHRUNGEN

Im Bereich 1,1450 wurde die Luft dann doch zu dünn und der USD konnte etwas verlorenes Terrain wieder gut machen. Ein starker Einkaufsmanagerindex und zögernde EZB-Notenbanker geben dem USD etwas Luft zu verschnaufen. Ob dies allerdings ausreicht um das EUR-beflügelnde Momentum zu drehen, bleibt äußerst fraglich.

Fazit Währungen

Der US-Dollar Anteil bleibt weiter mit knapp 41% gewichtet. Die Rohstoffwährungen bilden zusammen etwa 29% der Währungsallokation ab.



Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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