Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 9. August 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 9. August 2017)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralNiedrige Zinsen und geringe Risikoaufschläge gebieten eine kurze Laufzeit (etwa 4 Jahre) und die Konzentration auf hervorragende Schuldnerbonitäten.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Durch Reduktion des Volumens erfolgte eine Konzentration der eigentlichen Strategie. Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralIm März 2017 wurden Gewinne mitgenommen und die Fremdwährungsquoten reduziert. Die Reduktion betrug in reinen Rentenmandaten 1/3, in gemischten Mandaten etwa 1/5. Der US-Dollar bleibt mit knapp 41% die am stärksten gewichtete Währung gefolgt von dem Kanadischen Dollar und dem Schweizer Franken mit einer jeweiligen Gewichtung von um die 11%. Der Anteil der Norwegischen Kronen wurde Ende März 2017 um die Hälfte reduziert, auch hier wurden Gewinne mitgenommen.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung war seit Jänner 2012 durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Mit dieser Gewinnmitnahme wurde Liquidität aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Das Segment „Energie“ wurde im März 2017 reduziert. Die dadurch freigewordene Liquidität wurde zu gleichen Teilen in die Segmente „Bergbau/Minen“ und „Edelmetalle“ investiert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Dow Jones und Nasdaq haben zuletzt neue Rekordstände erklimmen können. Wenig überraschend, dass die Bewertungen in Amerika derzeit auch in Relation mit anderen Indizes - so wie auch im historischen Vergleich - relativ hoch ausfallen. Das allein ist jedoch noch kein Grund, um nervös zu werden. Wenn es den Unternehmen gelingt, die Gewinne auch in Zukunft kräftig zu steigern, relativieren sich die hohen Bewertungen mit der Zeit wieder und neue Höchststände sind in der Regel die Folge.


Doch was treibt die Anleger an, die amerikanischen Indizes weiter zu befeuern? Setzen die Anleger nach wie vor auf den "Trump-Effekt"? Der amerikanische Präsident hat den Unternehmen Steuererleichterungen versprochen. Sollte ihm dieser Coup gelingen, steigen die Gewinne der amerikanischen Unternehmen praktisch automatisch. Um diese Steuergeschenke zu finanzieren, muss der US-Präsident das von ihm ungeliebte Gesundheitssystem seines Vorgängers zu Fall bringen und durch etwas Kostengünstigeres ersetzen. Die Differenz könnte dann als Steuererleichterung für Unternehmen eingesetzt werden. Je größer die Kürzungen bei Obamacare umso besser und höher fallen die zukünftigen amerikanischen Unternehmensgewinne aus. Genau hierin besteht jedoch die Crux: Die Amerikaner haben sich an die Vorzüge von Obamacare gewöhnt und sind nun nicht bereit, sich davon so einfach wieder zu trennen. Wenn es Trump nicht gelingt, Obamacare zu stürzen, beziehungsweise einen großen Schnitt beim kostspieligen US-Gesundheitswesen zu machen, wird es schwierig werden die Unternehmen zu beschenken. Dann wäre die Börse vermutlich deutlich voraus gelaufen und eine Korrektur der Aktienmärkte unausweichlich. Was dem US-Präsidenten gefallen dürfte, ist der schwache US-Dollar. Denn das wirkt sich wie ein zusätzliches Konjunkturprogramm für Amerika aus. Für global agierende Geschäftsleute werden amerikanische Produkte nun wieder zunehmend interessanter. Damit scheinen Strafzölle für europäische Produkte nun vorerst vom Tisch. Das politische Poltern gegenüber Nordkorea nahm eine neue Qualität an und stimmte Anleger rund um den Globus nachdenklich.


Eine hohe Bewertung trifft auf eine gute Stimmung: Eine explosive Mischung. Die Sentiments zeigen, dass sich das Lager der Bullen zur Vorwoche nur geringfügig ausgedünnt hat und immer noch das Spiel mit dem Feuer betreibt. Dass die Sentiments jedoch nicht unfehlbar sind, zeigt sich am letzten Anstieg im März. Trotz angehender Warnlampen konnten die Indizes seither weiter nach oben klettern.


Es gab schon bessere Zeiten, um in Aktien zu investieren. Die Schoellerbank begegnet diesem Umfeld mit einer neutralen Asset-Allokation. Trotz der schwierigen Ausgangslage sind Aktien nach wie vor alternativlos. Die Nullzinspolitik bereitet den Sparern seit Jahren keine Freude. Sichere Anleihen bringen kaum Rendite und spekulative Anleihen werden nicht mit dem entsprechenden "Risikozinssatz" versehen. Damit bleibt einzig und allein die Aktie als Investment - klammert man Betongeld (stark eingeschränkte Liquidität) und elektronische Währungen a la Bitcoin (intransparent) aus.


Der Markt bietet im Aktienbereich immer noch Chancen. Das liegt daran, dass der Aktienmarkt derzeit etwas verzerrt ist. Einige wenige Unternehmen warten aktuell mit einer exorbitanten Bewertung auf und katapultieren damit die Bewertung des Gesamtmarktes nach oben. Beispiele gefällig: Amazon hat derzeit ein Kurs-/Gewinnverhältnis von 251, Netflix wartet mit einer Ratio von 218 auf und Tesla schreibt noch nicht mal Gewinn, ist aber weit höher bewertet als die etablierten Autobauer. Keine Frage, diese Aktien können noch weiter steigen, aber das Enttäuschungspotenzial könnte einen tiefen Krater in den Chart der jeweiligen Aktie reißen, sollten die Quartalszahlen einmal nicht den hohen Erwartungen entsprechen.

Fazit Aktien

Sicherlich ist es in einem so lange anhaltenden Bullenmarkt immer schwierig, gute Investments zu finden. Aber es gibt immer noch Unternehmen, die mit einer fairen Bewertung aufwarten können und damit ein aussichtsreiches Investment für die Zukunft darstellen. Diesbezüglich sehen wir nach wie vor Potenzial für unsere Aktien. Zudem geht die Schoellerbank auch in Sachen Regionen einen eigenen Weg. Hier favorisieren wir vor allem den asiatischen Raum inklusive Japan, der im Vergleich mit dem amerikanischen Markt noch einigermaßen günstig und damit chancenreich erscheint. Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Akti-enanteil verbleibt auf "Neutral".

RENTEN

Bedingt durch den Sommer ist die Nachrichtenlage dünn. Für diese Woche sind lediglich einige Konjunkturdaten aus Italien, Kanada und den USA angekündigt. Derzeit rückt aber das politische Geschehen in den Mittelpunkt der Marktteilnehmer: Das Säbelrasseln zwischen den USA und Nordkorea erreicht eine neue Form der Bedrohung. Die Aktienmärkte reagieren auf diese Nachrichten mit nachgebenden Kursen, während die Rentenmärkte leicht zulegen konnten.

Fazit Renten

An der momentanen Ausrichtung hinsichtlich der Restlaufzeit und der Investition in Anleihen mit hoher Bonität hat sich nichts geändert.

WÄHRUNGEN

Aufgrund des amerikanisch-nordkoreanischen Disputs legen heute der Schweizer Franken und der Japanische Yen zu. Auch der US-Dollar konnte leicht zulegen, bleibt aber mit einem bisherigen Jahresverlust von über 10% die Währung mit den höchsten Verlusten zum Euro. Der Euro zeigt sich im Jahresverlauf weiter sehr robust. Abseits der gängigen Währungen und auch außerhalb unseres Anlageuniversums hat die Kryptowährung Bitcoin nach der Spaltung in Bitcoin und Bitcoin Cash deutlich zugelegt und erreichte diese Woche einen neuen Höchstkurs von 3488 US-Dollar.

Fazit Währungen

Der US-Dollar bleibt mit annähernd 40% die am stärksten gewichtete Währung. Der Kanadische Dollar ist mit fast 11% und der Schweizer Franken mit etwas mehr als 10% berücksichtigt.



Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


Haftungsbeschränkung:
Alle Informationen beruhen auf verlässlichen Quellen und sorgfältigen Analysen, die jederzeit einer Änderung unterliegen können. Die Schoellerbank ist zu einer Aktualisierung dieser Informationen nicht verpflichtet.


Die Haftung der Schoellerbank für leichte Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit der Quellenrecherche und Analyse und den darauf beruhenden Informationen wird ausgeschlossen.
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