Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 13. September 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 13. September 2017)

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Schoellerbank Markteinschätzung129 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralNiedrige Zinsen und geringe Risikoaufschläge gebieten eine kurze Laufzeit (etwa 4 Jahre) und die Konzentration auf hervorragende Schuldnerbonitäten.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Durch Reduktion des Volumens erfolgte eine Konzentration der eigentlichen Strategie. Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralIm März 2017 wurden Gewinne mitgenommen und die Fremdwährungsquoten reduziert. Die Reduktion betrug in reinen Rentenmandaten 1/3, in gemischten Mandaten etwa 1/5. Der US-Dollar bleibt mit knapp 39% die am stärksten gewichtete Währung gefolgt von dem Kanadischen Dollar und dem Schweizer Franken mit einer jeweiligen Gewichtung von um die 10%. Der Anteil der Norwegischen Kronen wurde Ende März 2017 um die Hälfte reduziert, auch hier wurden Gewinne mitgenommen.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung war seit Jänner 2012 durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Mit dieser Gewinnmitnahme wurde Liquidität aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Das Segment „Energie“ wurde im März 2017 reduziert. Die dadurch freigewordene Liquidität wurde zu gleichen Teilen in die Segmente „Bergbau/Minen“ und „Edelmetalle“ investiert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Haben politische Börsen kurze Beine? Nein, sehr kurze Beine. Mit dieser Feststellung hat es einer der Teilnehmer der Strategierunde gut auf den Punkt gebracht. Die Börse hat auf die Nordkorea-Krise erstaunlich gelassen reagiert. Auch die enormen Kosten, die mit den Wirbelstürmen Harvey und Irma im Zusammenhang stehen, ließen die Anleger nicht im Regen stehen. Unseren Erfahrungswerten nach, stehen die Chancen für eine feste Börse bis zum Jahresende hin gut. Wenn der Markt auf Ereignisse, die zumindest potenziell eine Korrektur auslösen können, nicht reagiert, ist das ein gutes Zeichen.

Aber, das große Aber, ist, dass wir es ausgerechnet an der Leitbörse in den USA mit einer Bewertung zu tun haben, die nur noch von den Bewertungsniveaus um die Jahrtausendwende herum geschlagen werden. Selbst 1929 und 2007, um nur einige bekannt Beispiele für das bittere Ende großer Bullenmärkte heraus zu greifen, war die Bewertung in Summe etwas tiefer als heute. Das muss nichts heißen, die Bewertung eignet sich nicht für ein Markttiming. Die hohe Bewertung kann mit den hohen Margen und den historisch sehr tiefen Zinsen vermutlich aufgewogen werden. Auf der anderen Seite zeigen die historischen Daten, dass die Wall Street unter diesen Bewertungsvoraussetzungen statistisch einen sehr schwachen Track-Record (also eine schwache Performance) ausgewiesen hat.

Ein anderes gewichtiges Argument des Bärenlagers, also jener Investoren, die pessimistisch für den Markt gestimmt sind, ist die starke spekulative Positionierung vieler Anleger. So sind beispielsweise jene Kredite in den USA, die speziell für den Kauf von Wertpapieren aufgenommen wurden (die Fachbezeichnung dafür ist die Margin Debt) auf rekordhohem Niveau. Das kann eine wodurch auch immer ausgelöste Korrekturbewegung deutlich verstärken. Aber auch die spekulativen Exzesse um die Kryptowährung Bitcoin & Co zeigen, dass die Anleger derzeit sehr auf den Chancen-Aspekt setzen und weniger die mit Anlagen verbundenen Risiken im Auge haben. Das Bedarf unserer Erfahrung nach einer Korrektur.

Wir haben es also auf der einen Seite mit sehr positiven Marktsignalen zu tun, dass der Markt nach oben will und sich durch kaum etwas aus der Ruhe bringen lässt. Auf der anderen Seite stauen sich aber auch spekulative Exzesse auf, die mit hoher Wahrscheinlichkeit korrigieren werden. Wir haben die Diskussion begonnen, ob wir die eingangs erwähnten positiven Marktsignale nicht bereits jetzt nutzen sollten, um die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil von derzeit "Neutral" auf "Übergewichten" zu erhöhen, oder ob wir den derzeitigen zweifelsfrei vorhandenen Marktrisiken, die sich u.a. auch aus einer übermäßig hohen Verschuldung der Anleger ergeben, den Ausschlag für eine weiterhin "Neutrale" Positionierung geben sollten. Einstweilen hält sich der Optimismus der Mehrheit der Teilnehmer der Strategierunde noch in Grenzen.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Einem fundamental erfreulichen Bild mit weltweitem Wachstum und freundlichen Arbeitsmarktdaten stehen verschiedene negative Faktoren gegenüber. Dazu zählen Hurrikans in den USA sowie geopolitische Spannungen verteilt über den gesamten Erdball. Dies führte über die Sommermonate zu fallenden Renditen. In den letzten Tagen scheinen die Marktteilnehmer die Risikolage wieder etwas entspannter zu sehen, die Renditen stiegen leicht an. Österreich emittierte eine öffentliche Anleihe mit 100 Jahren Restlaufzeit und einem Kupon von 2,1%. Rückzahlungspunkt ist damit erst im September 2117. Trotz der späten Rückzahlung die den Lebenshorizont der heutigen Käufer - abhängig vom medizinischen Fortschritt - wohl weit übersteigt, war das Interesse riesig und die Anleihe stark überzeichnet.

Fazit Renten

In der Schoellerbank bleiben wir unserem Standpunkt treu: kurze Restlaufzeit von ca. 4 Jahren und Top-Bonitäten. Zwar würde die Bonität der neuen österreichischen Anleihe passen, wir halten aber nichts davon, in solche aberwitzig langen Restlaufzeiten zu investieren - auch wenn es auf den ersten Blick höhere Zinsen verspricht. Die Anleihe weist trotz der langen Laufzeit zwar nur eine überraschend geringe Zinssensitivität auf, bei einem Renditeanstieg von einem Prozent würde die Anleihe dennoch 42% Kursverlust einfahren.

WÄHRUNGEN

Der Euro hat seit Jahresbeginn, mit Ausnahme der Schwedischen Krone, zu allen wichtigen Währungen aufgewertet. Den mit Abstand größten Sprung verzeichnete der Euro zum US-Dollar von 1,05 auf 1,20. Ob dieser Trend anhält ist mehr als ungewiss, da die Zinsdifferenz zwischen USA und Europa eher steigen sollte. Während die FED bereits (langsamer als bisher erwartet) ihre Zinsen erhöht und auch beginnen könnte ihre Bilanz zu reduzieren, kauft die EZB nach wie vor Anleihen. Auch für den bisher starken Schweizer Franken ging es abwärts. Derzeit scheint sich eine Stabilisierung um 1,15 CHF zu etablieren. Eine nachhaltige Auflösung der Überbewertung sollte aber erst bei andauernder Stabilität der Eurozone erwartet werden.

Fazit Währungen

Der US-Dollar bleibt mit annähernd 39% die am stärksten gewichtete Währung. Der Kanadische Dollar ist mit fast 11% und der Schweizer Franken mit etwas mehr als 10% berücksichtigt.

Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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