Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 20. September 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 20. September 2017)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralNiedrige Zinsen und geringe Risikoaufschläge gebieten eine kurze Laufzeit (etwa 4 Jahre) und die Konzentration auf hervorragende Schuldnerbonitäten.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Durch Reduktion des Volumens erfolgte eine Konzentration der eigentlichen Strategie. Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralIm März 2017 wurden Gewinne mitgenommen und die Fremdwährungsquoten reduziert. Die Reduktion betrug in reinen Rentenmandaten 1/3, in gemischten Mandaten etwa 1/5. Der US-Dollar bleibt mit knapp 39% die am stärksten gewichtete Währung gefolgt von dem Kanadischen Dollar und dem Schweizer Franken mit einer jeweiligen Gewichtung von um die 10%. Der Anteil der Norwegischen Kronen wurde Ende März 2017 um die Hälfte reduziert, auch hier wurden Gewinne mitgenommen.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung war seit Jänner 2012 durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Mit dieser Gewinnmitnahme wurde Liquidität aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Das Segment „Energie“ wurde im März 2017 reduziert. Die dadurch freigewordene Liquidität wurde zu gleichen Teilen in die Segmente „Bergbau/Minen“ und „Edelmetalle“ investiert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Seit 1929 hat es 13 große Bärenmärkte am US-Aktienmarkt gegeben. Auslöser waren dabei oft stark steigende Inflationsraten oder Konjunktureinbrüche. Es gab auch Bärenmärkte bei denen kein unmittelbarer auslösender Faktor auszumachen war. Bezüglich der genannten häufigsten Faktoren machen wir uns derzeit keine gesteigerten Sorgen. Wir sehen weder stark steigende Inflationsraten noch zeigen uns die im Regelfall vorlaufenden Konjunkturindikatoren (wie z. B. die Aufträge der Industrie) eine rezessive Tendenz an. Auch das Verhalten der US-Banken und der Anleihenanleger deutet in keiner Weise auf irgendwelche Probleme hin. Das Gegenteil ist der Fall: Aktuelle Finanzstudien der Federal Reserve Banken von Chicago und St. Louis zeigen, dass der Finanzstress (Ausreichung von Bankkrediten, Credit-Spreads, antizipierte Volatilität etc.) auf Tiefststände oder in die Nähe der Tiefststände gefallen ist. Es gibt keinen Stress im System. Am Aktienmarkt haben wir einen der größten Bullenmärkte aller Zeiten vor unserer Augen. Die perfekte US-Aktienwelt? Kein Stress im System, der Markt steigt ohne nennenswerte Korrekturen in einem Zug. Der S&P 500 Index liegt dennoch seit Jahresanfang im negativen Bereich, das liegt aber nicht an der Aktienperformance, sondern an der schwachen Dollarentwicklung. Unsere Anlagen in Asien weisen dagegen eine herausragende Jahresperformance auf Euro-Basis auf. Wir sind nach wie vor sehr ungewöhnlich positioniert. Den US-Aktienmarkt sind wir, Gott sei Dank, stark untergewichtet und gleichzeitig den Aktienmarkt in Asien stark übergewichtet. Nun könnte man die Frage stellen, warum niemand in der Strategierunde, kein einziger Teilnehmer, eine Diskussion anstößt, die Gewinne mitzunehmen und den US-Aktienmarkt (wie erwähnt, kein Stress im System) zu kaufen, auf neutral zu stellen und in Asien unsere Gewinne mitzunehmen, die Position zu neutralisieren also entsprechend zu verkaufen. Dazu hier kurz die Gründe, die uns am US-Aktienmarkt Sorgen bereiten: 1. Alle 13 Bärenmärkte haben eine gewichtige Gemeinsamkeit: Alle vorgelagerten Bullenmärkte wurden zu einem erheblichen Teil kreditfinanziert. Von 1923 bis 1929 hatte ein gewaltiger Bullenmarkt den Dow Jones von 100 Punkten in nur sechs Jahren auf 331 Punkte getrieben. Das KGV des Dow Jones stieg auf 25. Der Bullenmarkt unserer Tage kann da locker mithalten. Der Dow Jones hat in den letzten acht Jahren von 6.470 Punkten auf derzeit 22.300 Punkten zugelegt. Das KGV des Dow Jones liegt derzeit bei 19. Für den breiten US-Markt, gemessen am Russel 2000 liegt das KGV bei astronomischen 52, wenn man die Firmen mit in die Betrachtung einbezieht, die negative Ergebnisse erwirtschaftet haben. Zählt man nur jene Firmen, die positive Ergebnisse aufweisen, liegt das Russel 2000 KGV bei 21. Unsere Analysten-Ur-Großväter sprachen damals von einer "eternal prosperity" - einem ewigen Wohlstand. Sieht man sich die damaligen Analysten-Reports an, so gab es schon viele Warnungen vor einer Korrektur, allerdings konnte sich niemand auch nur im Ansatz vorstellen, dass der Dow Jones bis 1932 auf 41 Punkte in sich zusammensacken sollte. Am 24. Oktober 1929 ging das Desaster los. Man weiß heute, dass größere Pakete von General Electric Aktien verkauft wurden, warum und wieso ist nicht bekannt. Die Konjunktur lief prächtig, kein Inflationsschock, kein Finanzstress, kein gar nichts. Die große Depression folgte auf den Absturz des Aktienmarktes. Die Banken stellten die auf Rekordhöhe gestiegenen Kredite auf Aktien fällig. Die betroffenen Anleger mussten zu jedem Preis verkaufen. Die Finanzstudien zu diesem Thema sind sich weitgehend einig, dass nur diese massive Kreditblase zu den Problemen in dieser Größenordnung führen konnte. Wir betonen an dieser Stelle, dass sich die Verhältnisse 1929 keinesfalls mit den heutigen Rahmenbedingungen vergleichen lassen, allerdings ist es uns eine Mahnung, dass die sog. Margin Debt (das sind Kredite, die US-Banken speziell für den Kauf von Wertpapieren ausreichen - seit den 1930er Jahren müssen die Banken diese Daten erheben) gerade seine Blüten treibt. Das Volumen der US-Wertpapierkredite hat sich von 2009 (USD 173 Mrd.) auf den neuen absoluten Rekordwert von USD 563 Mrd. nicht nur um einige Prozentpunkte erhöht, sondern hat sich vervielfacht. Auch die US-Firmen haben sich u.a. für den Rückkauf eigener Aktien in Rekordhöhe verschuldet.


Am Kunstmarkt tut sich derzeit Ungewöhnliches. Die Preise fallen. Gründe? Keine speziellen Gründe. An sich würde uns das nicht sonderlich stören. Das Problem ist nur, dass Auktionshäuser wie z. B. Sotheby´s eine Vorlauffunktion für den breiten Aktienmarkt nachgesagt wird. Die Aktie fiel bereits z. B. 1999 (Gesamtmarkt ab 2000) und 2007 (Gesamtmarkt 2008) vor dem Gesamtmarkt stark. Am Kunstmarkt sind die Volumen nicht so hoch, Sotheby´s ist nur eine einzelne Aktie. Man sollte also den derzeitigen Absturz der Aktie nicht überbewerten. Eine viel gewichtigere Sache ist, dass davon auszugehen ist, dass die US-Notenbank die Kreditzügel weiter anziehen wird. Die auf eine hohe staatliche Kreditanspannung hindeutende aktuelle Budget-Projektion des US-Rechnungshofes für die nächsten fünf Jahre tritt diesbezüglich eher in die zweite Reihe der Sorgenfalten für den US-Markt. Das Risikopotenzial für den US-Markt ist derzeit aus unserer Sicht wesentlich höher, als dies die derzeit sehr günstigen Parameter spiegeln, die den Stress im Finanzsystem messen. Andererseits sehen wir für die US-Börse durchaus ein Aufwärtspotenzial von sicherlich 20% bis 30%. Das ergibt sich aus dem Marktverhalten, der Markt reagiert nicht auf negative Schlagzeilen (z. B. Nordkorea). Wir gehen aber davon aus, dass eine weiterlaufende Rally am US-Aktienmarkt auch zu einer anhaltenden Hausse in Asien führen wird. Insgesamt halten wir aus Risikogesichtspunkten an unserer neutralen Aktiengewichtung vorerst fest.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Die vergangene Woche war geprägt von leicht steigenden Renditen. In diesem Umfeld entwickelten sich Emissionen risikobehafteter Emittenten wie Italien oder Spanien besser als Staatsanleihen der Kernzone. Gemessen am deutschen Rentenindex blieben die Verluste allerdings mit etwa 1/4 Prozentpunkt überschaubar. Längere Laufzeiten wurden hingegen deutlich stärker getroffen. Inflationszahlen in England überraschten die Analysten mit höheren Werten als erwartet; in Europa hingegen treten die Inflationserwartungen auf deutlich zu niedrigen Niveaus auf der Stelle. Mit positiver Wertentwicklung überraschten portugiesische Staatsanleihen, die nach einer Rating-Hinaufstufung in den Investmentgrade-Bereich fast 2 Prozentpunkte zulegen konnten.

Fazit Renten

Gute Schuldner und kurze Laufzeiten, gepaart mit Geduld, bleiben für uns das Mittel der Wahl, um eine sichere Aufbewahrung und einen Puffer gegen Verluste zu schaffen. Die größte Rendite-Phantasie sehen wir nach wie vor bei inflationsgeschützten Anleihen, die wir weiter stark übergewichten.

WÄHRUNGEN

Das Britische Pfund war erneut der "Wochensieger" unter den Devisen. Zu stark waren wohl die vorangegangenen Verluste, das Pfund notiert damit zum Euro wieder deutlich unter 0,90. Daneben konnten Rohstoff-Devisen reüssieren, das Schlusslicht diese Woche markiert der Japanische Yen mit knappen -2%.

Fazit Währungen

Die Fremdwährungsstrategie der Schoellerbank ist dieses Jahr - "dank" des starken Euro - deutlich unter Druck. Es war jedoch von Vorteil, im ersten Quartal die Devisen zu reduzieren. Der US-Dollar, als größter Block, litt im Umfeld des starken Euro UND des schwachen Dollars stark. Die Absenz im Japanischen Yen war hingegen ein deutlicher Vorteil. Ebenfalls von Vorteil waren zuletzt die starke Gewichtung der Rohstoffwährungen sowie die kleine Position im Britischen Pfund.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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