Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 12. Oktober 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 12. Oktober 2017)

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Schoellerbank Markteinschätzung126 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralNiedrige Zinsen und geringe Risikoaufschläge gebieten eine kurze Laufzeit (etwa 4 Jahre) und die Konzentration auf hervorragende Schuldnerbonitäten.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Durch Reduktion des Volumens erfolgte eine Konzentration der eigentlichen Strategie. Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralIm Oktober 2017 wurde die Währungsallokation beim Neuseeländischen Dollar auf ca. 5% und bei der Norwegischen Krone auf ca. 10% jeweils verdoppelt. Der Cash-Bestand in Euro wurde dadurch reduziert.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung war seit Jänner 2012 durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Mit dieser Gewinnmitnahme wurde Liquidität aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Das Segment „Energie“ wurde im März 2017 reduziert. Die dadurch freigewordene Liquidität wurde zu gleichen Teilen in die Segmente „Bergbau/Minen“ und „Edelmetalle“ investiert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Wir erleben derzeit an den Aktienmärkten sicherlich einen der größten Bullenmärkte der Geschichte. Nur wenige Phasen an der Börse, wie z.B. jene in den 1990er Jahren, können den vergangenen acht Jahren an der Wall Street das Wasser reichen. An anderen Märkten kann man sogar von den größten Bullenmärkten aller Zeiten sprechen. So hat sich der Preis für die Kryptowährung Bitcoin in den letzten Jahren um beinahe 6.000 Prozent, seit diesem Sommer um 170 Prozent erhöht. An den Rentenmärkten erhält man für durchschnittliche Industrieanleihenschuldner, die ein Rating von "BBB" aufweisen, 0,1 Prozent auf dreijährige Anleihen, ohne dass man dafür eine Sicherheit erhält. Die Anleger in diesem Bereich scheinen keinerlei Ausfallsrisiken zu sehen. Tatsächlich sind in Bullenmärkten die Ausfälle aus großen Unternehmensinsolvenzen relativ gering. Allerdings deutet die Annahme, dass es in den nächsten drei Jahren zu keinem Bärenmarkt kommt, in dem sich Ausfälle wohl zwangsläufig häufen, eine überoptimistische Annahme darzustellen. Der Boom in Teilen des Kunst- und Immobilienmarktes sind nur weitere Facetten des Bullenmarktes für Sachgüterwerte.


Bullenmärkte können deutlich weiterreichen, als man denkt. Insofern schließen wir eine Fortsetzung des Trends auch deshalb nicht aus, da uns nach wie vor zahlreiche Aktien angesichts ihrer soliden Dividendenrenditen, nicht völlig überzogenen KGV-Bewertungen und aufgrund ihrer mittel- bis langfristig hervorragenden Geschäftsaussichten, gut gefallen. Der S&P 500 Index weist ein Kurs-Gewinn-Verhältnis für die nächsten vier Quartale von 19,4 aus. Das ist im oberen Bereich der historischen Bewertung. Angesichts der niedrigen Zinsen, auch wenn diese im tiefen Inflationsumfeld relativ zu bewerten, erscheint diese Bewertung noch vertretbar zu sein. Das gilt freilich nur, solange die Weltwirtschaft gut läuft und es zu keinem Wirtschaftsabschwung kommt.


Bewertungen können aus unserer Sicht nicht für Timing-Aspekte verwendet werden. Dazu bedienen wir uns der Sentiment-Indikatoren. Diese sind nur zu gebrauchen, wenn es zu Extremwerten kommt. Diese Extremwerte können wir derzeit bei diversen Indikatoren beobachten, die uns in der Vergangenheit schon wertvolle Dienste erbracht haben. Die Gefahr einer Korrektur ist aufgrund der im Moment sehr optimistischen Erwartungshaltung der US-Anleger, unserer Einschätzung nach, relativ hoch.


Trendfolgemodelle, auf die wir allerdings keinen gesteigerten Wert legen, bieten im Moment den Optimisten am Aktienmarkt die stärksten Argumente. Der Markt strebt ohne Unterlass nach oben. Falls es zu einer Korrektur an der Wall Street kommt, dürften darunter praktisch alle Weltbörsen leiden. Allerdings sehen wir für die nächsten Jahre im Schnitt weiter sehr gute Performance-Voraussetzungen für den asiatischen Markt, sodass wir an der starken Übergewichtung des asiatischen Marktes festhalten, auch wenn dieser in diesem Jahr bereits eine recht außergewöhnlich hohe Performance auf Euro-Basis eingebracht hat. Der US-Markt bleibt auf der anderen Seite stark untergewichtet. Dort sehen wir die Renditeaussichten deutlich unter dem historischen Durchschnitt.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Im jüngsten Weltwirtschaftsbericht des Internationalen Währungsfonds spricht sich dieser recht zuversichtlich für die weitere konjunkturelle Entwicklung aus: Die positiven finanziellen Rahmenbedingungen infolge der Notenbankpolitik werden hervorgehoben, mit dem Hinweis die daraus entstandenen Chancen für strukturelle und finanzielle Reformen zu nutzen. Strukturreformen werden vor allem verlangt, wenn eine geldpolitische Straffung seitens der Notenbanken ansteht; die Fed hat ja bereits einen Kurswechsel hin zu einem geldpolitischen Normalisierungsprozess eingeleitet. Die Inflation wird 2017 mit einem Anstieg von 1,5 Prozent in Europa erwartet. Ansonsten steht im Mittelpunkt des Marktinteresses der innerspanische Konflikt, der derzeit noch keine Entspannung erkennen lässt.

Fazit Renten

Gute Schuldner und eine relativ kurze Laufzeit bleiben die Hauptausrichtung in unserer Rentenstrategie. Inflationsgeschützte Anleihen könnten Renditemöglichkeiten bieten und daher favorisieren wir auch diese Assetklasse.

WÄHRUNGEN

Seit Anfang Oktober gab es seitens der beiden Kronewährungen aus Schweden und Norwegen leichte Gewinne gegenüber dem Euro. Die restlichen G-10-Währungen notierten schwächer zur europäischen Gemeinschaftswährung. Auch der US-Dollar konnte seine letzten Kursgewinne nicht fortsetzen und notiert im bisherigen Monatsverlauf wieder schwächer zum Euro. Am stärksten verloren (auf Monatssicht) haben der Neuseeländische Dollar und das Britische Pfund. Außerhalb der G-10-Währungen sticht die Türkische Lira hervor, die infolge des neuen Konflikts mit den USA im Oktober mehr als zwei Prozent zum Euro verloren hat.

Fazit Währungen

Der US-Dollar mit mehr als 39% bleibt die größte Währungsposition. Die Position der Norwegischen Krone wird auf 10% bzw. die des Neuseeländischen Dollars auf ca. 5% der Währungsallokation jeweils verdoppelt.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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