Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 2. Oktober 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 2. Oktober 2017)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralNiedrige Zinsen und geringe Risikoaufschläge gebieten eine kurze Laufzeit (etwa 4 Jahre) und die Konzentration auf hervorragende Schuldnerbonitäten.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Durch Reduktion des Volumens erfolgte eine Konzentration der eigentlichen Strategie. Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralIm März 2017 wurden Gewinne mitgenommen und die Fremdwährungsquoten reduziert. Die Reduktion betrug in reinen Rentenmandaten 1/3, in gemischten Mandaten etwa 1/5. Der US-Dollar bleibt mit mehr als 39% die am stärksten gewichtete Währung gefolgt von dem Kanadischen Dollar und dem Schweizer Franken mit einer jeweiligen Gewichtung von um die 11%. Der Anteil der Norwegischen Kronen wurde Ende März 2017 um die Hälfte reduziert, auch hier wurden Gewinne mitgenommen.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung war seit Jänner 2012 durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Mit dieser Gewinnmitnahme wurde Liquidität aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Das Segment „Energie“ wurde im März 2017 reduziert. Die dadurch freigewordene Liquidität wurde zu gleichen Teilen in die Segmente „Bergbau/Minen“ und „Edelmetalle“ investiert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Wir haben in der Runde intensiv über die Aufstockung der Aktienquote in den Vermögensverwaltungen diskutiert. Zur Debatte stand eine Erhöhung der Japanquote sowie eine sektorale Erhöhung des Bereiches Gesundheit. Über die Attraktivität von Japan und dem Sektor Gesundheit bestand Einigkeit, allerdings haben wir uns mehrheitlich dafür entschieden, die Aktienquote vorerst auf Neutral zu belassen. Aus unserer Sicht zeigen u.a. die Margin Debt Daten in den USA an, dass der jetzige Aktienboom zu einem gewichtigen Teil kreditfinanziert ist. Das ist zunächst kein Problem für den Markt, ein Problem werden kreditfinanzierte Bullenmärkte stets erst dann, wenn aus irgendwelchen Gründen eine deutliche Korrektur der Märkte vollzogen werden sollte. Auch die Bewertung ist analytisch ähnlich zu betrachten. Diese stellt keinen Grund dar, dass die Aktienmärkte schwächer tendieren sollten, doch hohe Bewertungen führten in der Vergangenheit oft zu recht starken Korrekturen. Ein gewichtiges Argument für eine höhere Aktienquote ist das Marktverhalten. Die Börse klettert trotz politischer Unsicherheiten wie z.B. jene um Nordkorea. Aber auch die Erwartungshaltung vieler Investoren, dass eine Korrektur unmittelbar bevorstehen könnte, gehört zu den wichtigen antizyklischen Argumenten des Bullenlagers. Insgesamt schätzen wir die Wahrscheinlichkeit für eine Aufwärtsentwicklung weiter relativ hoch ein. Allerdings ist das Gefahrenpotenzial bei einer beginnenden größeren Korrektur aus unserer Sicht derzeit so hoch, dass wir das Risiko einer höheren Aktienquote zum jetzigen Zeitpunkt, angesichts der hohen Kreditvolumen und der hohen Bewertungen, nicht eingehen möchten. Das hat auch mit dem Umstand zu tun, dass wir innerhalb der neutralen Gesamtaktiengewichtung bereits mit der jetzigen Positionierung auf die Wachstumskräfte des Marktes vertrauen. Das äußert sich vor allem in der starken Übergewichtung von Asien, die durch eine starke Untergewichtung des US-Marktes begleitet ist. Wir sehen in dieser Positionierung im Moment das Beste Chancen-Risikoverhältnis. Im feinen Spiel nach der Rendite-Suche auf der einen Seite und dem Risiko einer möglicherweise scharfen Marktkorrektur auf der anderen halten wir diese Positionierung für optimal ausbalanciert.
Die katalanischen Separatisten haben mit ihrem Unabhängigkeitsreferendum Spanien in die tiefste Krise seit Ende der Franco-Diktatur in den 1970er Jahren gestürzt. Madrid will eine Unabhängigkeitserklärung Kataloniens mit allen Mitteln verhindern. Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy zeigte sich zwar offen für Gespräche über die Zukunft Kataloniens bis hin zu einer Verfassungsänderung, gleichzeitig bekräftigte er aber, die Volksabstimmung sei illegal und rechtfertigte damit das harte Vorgehen der Polizei gegen Organisatoren und Teilnehmer des Referendums. Für die Märkte ist diese Frage eher von untergeordneter Bedeutung. Allerdings könnte ein Erfolg des Referendums, etwa in Form von Zusagen von Steuererleichterungen für die Region, Nachahmer in Italien und anderen Ländern finden, in denen wirtschaftlich starke Regionen, schwächere über ihre Steuern quersubventionieren.
Auf der beinahe schon verzweifelten Suche nach Rendite kaufen Anleger immer häufiger extrem langlaufende Staatsanleihen. Selbst mit 100-jährigen Bonds sammelten Österreich und Argentinien kürzlich Milliardengelder ein. Kanada denkt über einen neuen 50-jährigen Schuldschein nach und es ist nicht ausgeschlossen, dass auch die USA bald mit einem solchen Wertpapier an den Markt gehen wird. Für die Länder sind solche Papiere interessant, weil sie sich über einen langen Zeitraum niedrige Zinsen sichern und so vergleichsweise wenig für ihre Schulden bezahlen. Nicht nur dieses Segment boomt, auch Unternehmensanleihen mit vergleichsweise schwachen Bonitäten sind sehr gefragt. Im Anleihenmarkt schlummert aus unserer Sicht ein gewisses Gefahrenpotenzial für den Aktienmarkt. Die derzeit hohen Bewertungen lassen sich nur durch die tiefen Renditen rechtfertigen. Fallen die Rentenmärkte stark, würde sich dieses gewichtige Pro-Aktienargument sich abschwächen oder ganz wegfallen.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Der Aufschlag spanischer Anleihen hat sich im Vergleich zu den deutschen Bundesanleihen ausgeweitet, nachdem gestern in Katalonien die Abstimmung, über den Verbleib dieser spanischen Region in Spanien, über die Bühne ging. Der damit einhergehende Konflikt ist noch nicht ausgestanden und wird die Märkte auch die nächsten Tage oder Wochen beschäftigen. In den USA wird über die Nachfolge der FED-Präsidentin Yellen gesprochen. Interessant wird vor allem sein, ob ein Nachfolger, anders als die derzeitige Notenbankchefin, eine straffere Geldpolitik verfolgen würde. Des Weiteren wird über die Steuerreformpläne der Trump-Administration an den Märkten gesprochen; bisher fehlen allerdings noch konkrete Daten dazu.

Fazit Renten

Die Ausrichtung bleibt gleich: gute Schuldner und eine nicht zu lange Laufzeit. Stark übergewichtet haben wir inflationsgeschützte Anleihen, die Renditemöglichkeiten bieten könnten.

WÄHRUNGEN

Der Schweizer Franken und der US-Dollar gewannen letzte Woche am stärksten zum Euro. Der Greenback profitierte dabei von den Unruhen in Katalonien bzw. von der möglichen Nachfolge der FED-Präsidentin. Auf Wochensicht verloren hingegen die beiden Kronenwährungen aus Norwegen und Schweden. Auf Monatssicht war das Britische Pfund der klare Gewinner

Fazit Währungen

Der US-Dollar mit mehr als 39% bleibt die größte Währungsposition. Der Kanadische Dollar mit fast 11% und der Schweizer Franken mit knapp über 10% runden die Währungsallokation ab.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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