Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 23. Oktober 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 23. Oktober 2017)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralNiedrige Zinsen und geringe Risikoaufschläge gebieten eine kurze Laufzeit (etwa 4 Jahre) und die Konzentration auf hervorragende Schuldnerbonitäten.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Durch Reduktion des Volumens erfolgte eine Konzentration der eigentlichen Strategie. Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralIm Oktober 2017 wurde die Währungsallokation beim Neuseeländischen Dollar auf ca. 5% und bei der Norwegischen Krone auf ca. 10% jeweils verdoppelt. Der Cash-Bestand in Euro wurde dadurch reduziert.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung war seit Jänner 2012 durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Mit dieser Gewinnmitnahme wurde Liquidität aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Das Segment „Energie“ wurde im März 2017 reduziert. Die dadurch freigewordene Liquidität wurde zu gleichen Teilen in die Segmente „Bergbau/Minen“ und „Edelmetalle“ investiert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Der Rekordlauf an den Börsen geht weiter und ist in mehrerer Hinsicht als historisch zu bezeichnen. Allerdings muss man einschränkend dazu erwähnen, dass durch die schwache US-Dollar-Performance in diesem Jahr die Gewinne für europäische Anleger relativ gering ausfallen. So hat der S&P 500 Index 2% und der NIKKEI 5% (jeweils auf Euro-Basis!) seit Jahresbeginn erzielt. US-Anleger befinden sich dagegen im siebten Performance-Himmel. Entsprechend ist auch die Stimmungslage der US-Anleger ausgesprochen gut. Dagegen kann in Europa von einer euphorischen Stimmung noch nicht gesprochen werden. Dieses Jahr war geprägt von vielen Präzedenzfällen, wie man das in der Finanzanalyse gerne bezeichnet. Etwas weniger technisch formuliert heißt das, dass viele Indikatoren, die in der Vergangenheit gut funktioniert hatten, dieses Jahr die Anleger in die Irre führten. Die kluge Politik der US-Notenbank hat zu einer beispiellos tiefen Volatilität an den US-Aktienmärkten einen wichtigen Beitrag geleistet, aber auch das Handelsvolumen ist an den Börsen ungewöhnlich gering.
Als erste große Zentralbank verkürzt die US-Notenbank seit diesem Monat ihre Bilanz. Sie will ihre mit Wertpapierkäufen auf 4,5 Billionen Dollar aufgeblähte Bilanz angesichts der gut laufenden Wirtschaft verringern. Zudem peilt sie noch im Dezember eine weitere Zinserhöhung an. Bis Ende des Jahres will die FED pro Monat konkret Anleihen im Wert von insgesamt zehn Milliarden Dollar abstoßen, 2018 soll die Abbausumme schrittweise auf 50 Milliarden Dollar pro Monat anwachsen. In ihrer Zinspolitik hatte Janet Yellen bereits 2015 eine, allerdings mit nur einem kleinen Zinsschritt, vorsichtige Rückkehr zur Normalität eingeleitet. Seither gab es noch drei weitere behutsame Zinssteigerungen. Am Donnerstag werden die Euro-Hüter wahrscheinlich einen Schritt in Richtung Kurswende wagen und die massiven Konjunkturhilfen zwar verlängern, aber dabei zugleich deutlich eindämmen. Volkswirte erwarten mehrheitlich, dass EZB-Präsident Mario Draghi und seine Ratskollegen auf ihrem Zinstreffen in Frankfurt beschließen werden, die monatlichen Anleihenkäufe der Notenbank ab Januar zu drosseln. Die Leitzinsen, die schon seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0% liegen, werden Draghi & Co wohl nicht antasten. Die EZB und die nationalen Euro-Notenbanken erwerben bereits seit März 2015 in großem Stil Staatsanleihen und andere Wertpapiere - aktuell für 60 Milliarden Euro pro Monat. Die in Deutschland umstrittenen Käufe sollen nach den bisherigen Plänen nur noch bis Ende Dezember laufen und dann ein Gesamtvolumen von 2,28 Billionen Euro erreichen. Sie sind aktuell die stärkste geldpolitische Waffe gegen die aus EZB-Sicht zu niedrige Inflation. Draghi hatte angekündigt, dass der Großteil der Entscheidungen zur Zukunft des Kaufprogramms am Donnerstag fallen wird. Notenbank-Insidern zufolge zeichnete sich zuletzt eine Mehrheit im EZB-Rat dafür ab, die monatlichen Transaktionen zwar zu verlängern, aber dabei deutlich zu kürzen.
Der Zinssituation schenken wir derzeit eine besonders hohe Aufmerksamkeit. Das liegt an mehreren gewichtigen Marktumständen. So ist die derzeit historisch auffällig hohe Bewertung der Wall Street dann zu rechtfertigen, wenn man die Gewinnrendite mit der Höhe der Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen, die nur bei 2,4% notierten, vergleicht. Zudem wird der Markt laut Flow-Analysen in den letzten Jahren nicht mehr, wie in der Vergangenheit üblich, vom Privatsektor getragen, sondern von den Aktienrückkäufen der Unternehmen. Diese kaufen Aktien vornehmlich über die Aufnahme neuer Schulden zurück. Das ist dann zu rechtfertigen, wenn sich die Firmen günstig am Markt refinanzieren können. Derzeit sind die Kreditaufschläge für Firmenanleihen teilweise so gering wie noch nie in der Geschichte. Alleine aus diesen beiden Rahmenbedingungen wird bereits klar, was für umfangreiche Konsequenzen ein Zinsanstieg bei US-Treasuries bzw. bei Firmenanleihen hätte. Derzeit ist diesbezüglich alles ruhig und unauffällig. Die Märkte rühren sich kaum. Das ist angesichts der zumindest teilweise noch vorhandenen recht üppigen Dividenden im Vergleich zum Zinsmarkt (das gilt für Europa noch wesentlich mehr als für die USA) für Aktienanleger ein Vorteil.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Das marktbeherrschende Thema in dieser Woche wird mutmaßlich die EZB-Sitzung am Donnerstag werden. Der Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik wird wohl möglichst weich angekündigt werden, um stärkere Marktbewegungen zu vermeiden. Ein wahrscheinliches Szenario ist die Drosselung der Käufe von aktuell EUR 60 Mrd. auf EUR 30 bis 40 Mrd. für einen begrenzten Zeitraum. In den USA sorgt die Bestellung des neuen FED Präsidenten für Gesprächsstoff. Zusätzlich könnte die geplante Steuerreform doch noch zu einem positiven Abschluss gelangen. Die Renditen qualitativ hochwertiger Anleihen im Euroraum sind mit Rückenwind aus den USA in der letzten Handelswoche kräftig angestiegen.

Fazit Renten

Ob ein dogmatischer Wechsel der EZB-Geldpolitik bevorsteht, wird sich wohl in den nächsten Wochen zeigen. Anleihen guter Schuldner und einer moderaten Laufzeit bleiben bis auf weiteres unsere bevorzugte Strategie im Anleihensegment. Sehr prominent vertreten sind weiterhin inflationsgeschützte Anleihen, die in den letzten Monaten ihre konventionellen Pendants outperformen konnten.

WÄHRUNGEN

Der US-Dollar konnte in der abgelaufenen Woche gegenüber anderen Leitwährungen zulegen. Der Markt preist ein, dass die Diskussionen über die mögliche Steuerreform wesentlich konstruktiver als erwartet verlaufen. Nach den nüchternen Erfahrungen der vergangenen Monate hatte der Devisenmarkt schon die Handlungsfähigkeit der US-Legislative in Frage gestellt. Klarer Wochenverlierer ist der Neuseeländische Dollar. Eine überraschende Koalition von Sozialdemokraten und Nationalisten verschreckte Investoren offensichtlich.

Fazit Währungen

Der US-Dollar Anteil bleibt mit mehr als 39% die größte Währungsposition. Kürzlich wurde die Position der Norwegischen Krone auf 10% bzw. die des Neuseeländischen Dollars auf ca. 5% der Währungsallokation jeweils verdoppelt. Weitere prominent gewichtete Währungen sind der Kanadische Dollar mit 11% und der Schweizer Franken mit 10%.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
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Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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