Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 29. November 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 29. November 2017)

Downloads

TypDokumentDatei-Größe
Schoellerbank Markteinschätzung127 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralNiedrige Zinsen und geringe Risikoaufschläge gebieten eine kurze Laufzeit (etwa 4 Jahre) und die Konzentration auf hervorragende Schuldnerbonitäten.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Durch Reduktion des Volumens erfolgte eine Konzentration der eigentlichen Strategie. Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralAnfang November 2017 wurde der US-Dollar-Anteil um mehr als 3% auf knapp 43% erhöht. Der gehaltene Euro-Cash-Bestand reduzierte sich dementsprechend. Mitte November 2017 wurde der Anteil des CHF erhöht. Mit über 12% des Fremdwährungsanteils ist der CHF die am zweit stärksten gewichtete Währung.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung war seit Jänner 2012 durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Mit dieser Gewinnmitnahme wurde Liquidität aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Das Segment „Energie“ wurde im März 2017 reduziert. Die dadurch freigewordene Liquidität wurde zu gleichen Teilen in die Segmente „Bergbau/Minen“ und „Edelmetalle“ investiert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die ungewöhnliche Geldpolitik der Zentralbanken hat auf verschiedenen Märkten zu einer vermutlichen Blasenbildung beigetragen. So ist der Preis für Bitcoin mittlerweile auf über USD 11.000 angestiegen. Damit liegt die Marktkapitalisierung für Bitcoin und Bitcoin Cash bei USD 217 Mrd. Die Gesamtmarktkapitalisierung aller Kryptowährungen liegt im Augenblick bei USD 343 Mrd. Im Vergleich dazu betrug damals am Neuen Markt die Marktkapitalisierung der 229 Unternehmen im Nemax All Share EUR 234 Mrd. Der damalige Nemax 50 Index erreichte sein Allzeithoch bei knapp 10.000 Zählern. Die rein spekulative Blase platzte und der Index fiel auf 351 Punkte in sich zusammen. Niemand hatte damals erwartet, dass der Index bis an die 10.000 Punkte klettern könnte. Für Bitcoin werden nun Schätzungen herumgereicht, dass diese bis knapp USD 400.000 ansteigen könnten. Wir halten diese Schätzungen für abenteuerlich. Letztlich handelt es sich bei Bitcoin um ein nicht einschätzbares Handelsgut, dem kein innerer Wert zu Grunde liegt. Insofern können keine Aussagen bezüglich der künftigen Performance getroffen werden, man kann noch nicht einmal Wahrscheinlichkeiten angeben, weil keine Gewinne, wie z.B. bei Aktien oder Zinsen bei Anleihen diskontiert werden können.


Viele Menschen sprechen uns mittlerweile auf Bitcoin an. Die Kapitalisierung der Kryptowährungen hat mittlerweile ein volkswirtschaftlich relevantes Niveau erreicht. Insofern sind wir verwundert, dass sich die Aufsichtsbehörden und Steuerbehörden dieses Themas noch nicht umfänglich angenommen haben. Allerdings halten wir die Auswirkungen auf die Aktien- und Rentenmärkte bei einem etwaigen Crash für relativ gering. Wir rechnen nicht damit, dass dieser Markt andere Risikomärkte gegebenenfalls mit nach unten ziehen sollte. Wir raten dringend davon ab, Bitcoin zu kaufen. Das ist ein hoch spekulatives Investment.


Angesichts überraschend guter Wachstumsdaten in den USA ist der Weg für eine dritte Zinserhöhung im laufenden Jahr wohl frei. Zwischen Juli und September legte das Bruttoinlandsprodukt mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,3 Prozent zu — das stärkste Wachstum seit drei Jahren. Im Frühjahr hatte die Wirtschaft um 3,1 Prozent zugelegt. Die scheidende Notenbankchefin Janet Yellen sieht angesichts der rund laufenden Konjunktur Bedarf für weitere Zinserhöhungen, äußerte sich in einem Redetext für einen Auftritt im US-Kongress jedoch nicht zum Zeitplan. Der Markt rechnet fest damit, dass es bereits in zwei Wochen den nächsten Schritt nach oben geben wird. Dies dürfte die letzte große Entscheidung unter Yellen werden, der im Februar der langjährige Direktor Jerome Powell nachfolgen dürfte. Dieser hat bereits signalisiert, dass er weitere schrittweise Zinserhöhungen für den besten Weg hält, um nachhaltiges Wachstum zu sichern. Zugleich signalisierte er bereits für Dezember den nächsten Schritt, da auch wegen der im Land herrschenden Vollbeschäftigung die Argumente für eine Erhöhung "immer zwingender" würden. Er geht davon aus, dass dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent drin ist. Für nächstes Jahr veranschlagt er ein Plus von 2,0 bis 2,5 Prozent. Der Aufschwung in den USA hält nun bereits im achten Jahr in Folge an, nachdem die Wirtschaft im Sog der Weltfinanzkrise in den Jahren 2007 bis 2009 in die Rezession abgerutscht war. Zuletzt hatte die Zentralbank Federal Reserve angesichts der guten Konjunkturentwicklung den Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken im Juni auf das aktuell gültige Niveau von 1,0 bis 1,25 Prozent erhöht. Einen ersten Schritt nach oben hatte sie im März gewagt. Powell zeigte sich entschlossen, als künftiger Fed-Chef auf mögliche künftige Wirtschaftskrisen handfest zu reagieren. Auf unerwartete Gefahren für die Finanzstabilität und den ökonomischen Erfolg des Landes müsse mit angemessener Durchschlagskraft reagiert werden, sagte er. Das ist aus strategischer Sicht ein gewichtiger Vorteil für Aktienbesitzer.


Der Abbau der FED-Bilanz wird sich seiner Ansicht nach bis Anfang des kommenden Jahrzehnts hinziehen. Er veranschlagte vor dem Senatsausschuss einen Zeitraum von drei bis vier Jahren für das im Herbst begonnene Manöver. Letztlich dürfte das Portfolio der Notenbank dann noch 2,5 bis drei Billionen Dollar schwer sein. Die Notenbank will ihren Bestand an Staatsanleihen Zug um Zug senken. Auslaufende Papiere werden in mehreren Stufen nicht mehr ersetzt. So soll das in den Jahren nach der Finanzkrise zur Stützung der Wirtschaft auf insgesamt 4,5 Billionen Dollar angewachsene Portfolio nach und nach abgeschmolzen werden. Vor Ausbruch der weltweiten Finanzkrise 2007/2008 lag die Bilanzsumme der Fed bei 800 Milliarden Dollar.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Der geldpolitische Ausblick innerhalb der EU wird voraussichtlich für die nächste Zeit von der EZB nicht hinterfragt: die Wertpapierkäufe werden bis September 2018 weitergehen und eine Zinsanhebung könnte ("well past") zur Mitte des Jahres 2019 kommen. Ein möglicher Auslöser für einen nennenswerten Renditeanstieg könnte aus den USA kommen, wenn es dort eine Einigung auf eine Steuerreform gibt. Noch diese Woche könnte der US-Senat über die Vorschläge von Präsident Trump abstimmen. Daher scheinen Entwicklungen in den USA aktuell der bedeutendste Einflussfaktor für Bewegungen an den Rentenmärkten zu sein.

Fazit Renten

Die Laufzeitenpositionierung bei konventionellen Anleihen bleibt weiterhin kurz- bis mittelfristig ausgerichtet. Inflationsgeschützte Anleihen sind nach wie vor sehr günstig und spielen neben unserer konservativen Anleihenauswahl eine wichtige Rolle bei unserer Anlageentscheidung.

WÄHRUNGEN

Im bisherigen Verlauf des Monats November hat der Euro gegenüber fast allen G-10-Währungen die Nase vorne: gegenüber den beiden Rohstoffwährungen Norwegische Krone und Australischer Dollar gewinnt er aktuell über zwei Prozent. Zum US-Dollar hat er auch wieder gewonnen — das Zwischenhoch des Greenbacks zum Euro Ende Oktober scheint nun wieder beendet. Interessant war noch diese Woche der Anstieg der Kryptowährung Bitcoin auf über USD 11.000 - wohin soll das noch führen? Alleine aus der Intensität der Schwankungen kann man aber ohne Einschränkungen festhalten: Veranlagungen in die Kryptowährungen haben mit "Investieren" nichts zu tun.

Fazit Währungen

Der US-Dollar bleibt mit annähernd 43% die am höchsten gewichtete Währung. Der Schweizer Franken mit über 12% und der Kanadische Dollar mit fast 11% befinden sich in der weiteren Währungsallokation.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


Haftungsbeschränkung:
Alle Informationen beruhen auf verlässlichen Quellen und sorgfältigen Analysen, die jederzeit einer Änderung unterliegen können. Die Schoellerbank ist zu einer Aktualisierung dieser Informationen nicht verpflichtet.


Die Haftung der Schoellerbank für leichte Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit der Quellenrecherche und Analyse und den darauf beruhenden Informationen wird ausgeschlossen.
VOILA_REP_ID=C1257E77:00296CBA