Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 7. November 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 7. November 2017)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralNiedrige Zinsen und geringe Risikoaufschläge gebieten eine kurze Laufzeit (etwa 4 Jahre) und die Konzentration auf hervorragende Schuldnerbonitäten.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Durch Reduktion des Volumens erfolgte eine Konzentration der eigentlichen Strategie. Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralAnfang November 2017 wurde der US-Dollar-Anteil um mehr als 3% auf knapp 43% erhöht. Der gehaltene Euro-Cash-Bestand reduzierte sich dementsprechend.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung war seit Jänner 2012 durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Mit dieser Gewinnmitnahme wurde Liquidität aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Das Segment „Energie“ wurde im März 2017 reduziert. Die dadurch freigewordene Liquidität wurde zu gleichen Teilen in die Segmente „Bergbau/Minen“ und „Edelmetalle“ investiert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Aktienmärkte lassen sich durch kaum etwas aus der Ruhe bringen. Diversen Finanzanalysen zufolge handelt es sich im Moment um jenen Bullenmarkt, die Datenlage wurde dabei bis immerhin 1923 rückverfolgt, der die geringste Volatilität aufweist. Selbst die Zinssituation in den USA bereitet den Anlegern kein Kopfzerbrechen. In den USA herrscht praktisch Vollbeschäftigung, doch die FED verfehlt ihr Inflationsziel bereits seit längerem - dazu trägt unter anderem das für einen Aufschwung relativ schwache Lohnwachstum bei. Laut Janet Yellen steht die FED vor einem Rätsel. Mit dem von dem Notenbanker Williams vorgestellten neuen Konzept - im Fachjargon als "price-level tageting" bekannt - sollen die Preise stabil und zugleich die Arbeitslosigkeit niedrig gehalten werden. Williams denkt über einen Strategiewechsel in der Zinspolitik nach. Er plädierte mittelfristig für mehr Flexibilität beim Ansteuern des Inflationsziels. Der Boom am US-Arbeitsmarkt macht eine Zinserhöhung im Dezember sehr wahrscheinlich. Der Oktober brachte einen Schub von mehr als einer viertel Million neuer Jobs und damit weit mehr als nötig wären, um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten. Die Arbeitslosenquote von 4,1% ist in etwa das niedrigste Niveau seit 17 Jahren. Selbst die verheerenden Hurrikans im Süden der USA hatten den Aufschwung am Arbeitsmarkt im September nur bremsen, aber nicht abwürgen können. Zuletzt hatte die FED den Zins im Juni auf 1,0% bis 1,25% hochgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im Sommer mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 3% exakt in dem Tempo, das Trump in den nächsten Jahren mit einer Steuerreform und einem großen Infrastrukturprogramm auf Dauer erreichen will. Im Oktober stagnierten die Stundenlöhne im Vergleich zum Vormonat. Trotz des zunehmenden Mangels an Fachkräften können die Beschäftigten also noch immer keine deutlich höheren Lohnforderungen bei den Arbeitgebern durchsetzen. Allerdings ködern immer mehr US-Unternehmen Fachkräfte mit Aktien-Bonus-Programmen. Diese scheinen nicht bei den Fixgehältern in den Gewinn- und Verlustrechnungen nach US-GAAP auf. Insgesamt unterstützt die wirtschaftliche Entwicklung den US-Aktienmarkt. Die Bremswirkung der Zinserhöhungen und die angekündigte Reduzierung der FED-Aktiva ist noch kaum zu spüren.


Die Sentiment Indikatoren haben ein Niveau an Optimismus erreicht, bei dem in der Vergangenheit mit kräftigen Korrekturen gerechnet werden musste. Allerdings könnte diesmal auch alles ganz anders sein. Viele Finanzanalysen führen immer wieder die zunehmende Bedeutung der Aktienrückkaufprogramme der Unternehmen an, die im Vergleich zur Vergangenheit mittlerweile ein so bedeutendes Volumen erreicht haben, dass dieses relevanter für die Aktienentwicklung erscheint, als die Aktionen der Privathaushalte, die in der Vergangenheit eindeutig die Musik an den Börsen gemacht hatten. Wie auch immer, wir halten das Gefahrenpotenzial, welches aus diesem extrem hohen Optimismus Grad herrührt, für relativ hoch. Allerdings gehen wir schlimmstenfalls von einer kurzen Korrektur aus, die man aus heutiger Sicht gegebenenfalls für Zukäufe nützen sollte. Mit einem neuen Bärenmarkt rechnen wir nicht, da die grundsätzlich aktienfreundlichen Tendenzen eine klare Sprache zu Gunsten von Sachgütern wie Aktien sprechen. Aus dem großen Bereich der Sachgütermärkte würden wir nur den Immobilienmarkt mit einer gebotenen Skepsis beurteilen. Eine weitere Aufwertung ist insbesondere in den Metropolen aus gesellschaftlicher Sicht nicht erwünscht. Dagegen werden mit Aufwertungsschüben an Sachgütermärkten wie dem Aktienmarkt tendenziell positive gesellschaftliche Aspekte verknüpft.


Die Bewertung des US-Aktienmarktes ist in einem Bereich, der aus der empirischen Beurteilung heraus für eine weit unter dem Durchschnitt, dieser liegt historisch für den US-Aktienmarkt bei 10%, liegenden Performance für die nächsten 10 Jahre liegen sollte. Diese Sichtweise dürfte aber für die nächsten Monate kaum relevant sein. Dennoch ist das ein gewichtiges Argument für den asiatischen (einschließlich Japan) Markt. Dort finden wir nach wie vor für eine Vielzahl von Märkten Bewertungsrelationen vor, die für eine in der historischen Norm liegenden langfristigen Performance sprechen.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Der Ausstieg aus der quantitativen Lockerung kommt, trotz der guten konjunkturellen Entwicklung, nur äußerst stockend voran. Die EZB wird das Anleihenkaufprogramm ab Jänner 2018 von derzeit EUR 60 Mrd. pro Monat auf EUR 30 Mrd. senken. Gleichzeitig wurde der Zeitrahmen bis September 2018 ausgedehnt, wodurch sich Zinserhöhungen noch weiter in die Zukunft verschieben. Obwohl alle Euro-Länder von der niedrigen Zinslast profitieren, ist insbesondere in Deutschland eine Notwendigkeit der fortgesetzten quantitativen Lockerung Gegenstand kontroverser Diskussionen. Denn wegen der verzögerten Wirkung der Geldpolitik aber auch wegen verschleppter Reformen und Blasenbildungen, könnte sich das Zinsgefüge irgendwann sogar als schädlich herausstellen. Jedenfalls schädlich ist das Zinsniveau für den Sparer. Ein positiver 3-Monats-Euribor wird erst im März 2020 erwartet.

Fazit Renten

In unserer taktischen Ausrichtung favorisieren wir unverändert inflationsgeschützte Anleihen. Wir gehen davon aus, dass sich die gute Konjunktur in Kürze vermehrt am Arbeitsmarkt in Form eines Fachkräftemangels bemerkbar machen wird und die Arbeitnehmer in Folge höhere Preise durchsetzen können. Zuletzt wurde in genau die entgegengesetzte Richtung argumentiert, dass Globalisierung und die demographische Entwicklung höhere Löhne verhindern. Dementsprechend ist ein überraschender Lohndruck nicht eingepreist und Linker bieten unserer Meinung nach die höchsten Chancen im Rentensegement. Bei konventionellen Anleihen bleiben wir vorsichtig. Denn hier ergeben der konjunkturelle Aufschwung und die unverändert extrem niedrigen Renditen am langen Ende kein eindeutig stimmiges Bild.

WÄHRUNGEN

Seit Jahresbeginn fällt die deutliche Eurostärke gegen die wichtigsten Weltwährungen auf. Neuseeland Dollar und US-Dollar, Schweizer Franken sowie Japanischer Yen weisen besonders hohe Verluste auf. Der Euro hat auf die starken Konjunkturdaten (z. B. ifo-Geschäftsklima) zuletzt nicht mehr reagiert, die allseits erwarteten Ankündigungen bei der letzten EZB-Sitzung haben sogar für eine deutliche Abwärtsbewegung gesorgt. Normalerweise würde man in so einem Umfeld erwarten, dass der Euro weiter steigt oder zumindest gleichbleibt. Die eher ungewöhnliche Reaktion stellte für uns also ein Signal dar.

Fazit Währungen

Wir heben den US-Dollar Anteil innerhalb der Fremdwährungsquote von knapp 40% auf 43% an. Weitere Aufstockungen in anderen Devisen werden derzeit geprüft.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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