Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 6. Dezember 2017

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 6. Dezember 2017)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralNiedrige Zinsen und geringe Risikoaufschläge gebieten eine kurze Laufzeit (etwa 4 Jahre) und die Konzentration auf hervorragende Schuldnerbonitäten.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Durch Reduktion des Volumens erfolgte eine Konzentration der eigentlichen Strategie. Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralAnfang November 2017 wurde der US-Dollar-Anteil um mehr als 3% auf knapp 43% erhöht. Der gehaltene Euro-Cash-Bestand reduzierte sich dementsprechend. Mitte November 2017 wurde der Anteil des CHF erhöht. Mit über 12% des Fremdwährungsanteils ist der CHF die am zweit stärksten gewichtete Währung.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung war seit Jänner 2012 durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Mit dieser Gewinnmitnahme wurde Liquidität aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Das Segment „Energie“ wurde im März 2017 reduziert. Die dadurch freigewordene Liquidität wurde zu gleichen Teilen in die Segmente „Bergbau/Minen“ und „Edelmetalle“ investiert.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Am Wochenende hatte der Senat seinen Gesetzentwurf für die Steuerreform mit der Mehrheit der Republikaner verabschiedet. Nun muss die Vorlage noch mit der des Repräsentantenhauses — auch dort verfügen die Republikaner über eine Mehrheit — abgeglichen werden, ehe Trump die Reform in Kraft setzen kann. Er will das noch vor dem Jahresende tun. Die Unternehmenssteuer soll dauerhaft auf 20 Prozent von bislang 35 Prozent verringert werden. Offen ist noch, ob dieser Teil der Steuerreform bereits für nächstes Jahr in Kraft tritt oder erst 2019. Zinszahlungen aus Krediten sollen weiter von der Steuer abgesetzt werden können. Allerdings soll die Abzugsfähigkeit von Zinsen auf maximal 30 Prozent des EBITDA (das ist der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände) oder auf den Vorsteuergewinn (Senatsvorschlag) begrenzt werden. Wobei noch einige Posten abgezogen werden können. Die effektive "Corporate Tax Rate" liegt in den USA für die Firmen im S&P 500 Index im Augenblick bei 25,8 Prozent. Außerdem sollen US-Gesellschaften dazu gebracht werden, ihre im Ausland erzielten Gewinne in der Heimat zu investieren, indem die Rückführung dieses Geldes von der Besteuerung weitgehend ausgenommen wird. Die bis dato angehäuften Beträge sollen einmal einer Besteuerung unterzogen werden und zwar ganz egal ob sie in die USA zurückgeholt werden oder auch nicht. Für die Nettofirmenergebnisse (also nach Steuern) 2018 dürfte besonders eine Sofortabschreibung für Investitionen eine Rolle spielen, allerdings sind dazu noch viele Details völlig offen. Der am Samstag vom Senat verabschiedete Gesetzesentwurf enthält, entgegen früheren Plänen, z. B. eine Mindeststeuer für Unternehmen. Damit sind die Abgeordneten auf Kollisionskurs zum Repräsentantenhaus, das die Steuer streichen will. Die Planungen der Republikaner laufen darauf hinaus, dass der US-Schuldenberg von 20 Billionen Dollar binnen zehn Jahren um 1,4 Billionen höher wird. Die Steuervorlage des Senats sieht auch einen teilweisen Rückbau der Gesundheitsreform Obamacare von Trumps Vorgänger Barack Obama vor. Bei der geplanten Änderung von Obamacare geht es um die verpflichtende Krankenversicherung für jüngere, gesunde Menschen. Alternativ müssen sie eine Strafe an die Regierung in Washington zahlen. Mit diesem Modell sollen die Versicherungskosten für Alte und Kranke nicht aus dem Ruder laufen. Überparteilichen Experten zufolge würde die Rücknahme der Versicherungspflicht dazu führen, dass die Zahl der unversicherten Amerikaner innerhalb von zehn Jahren um 13 Millionen steigt. Gemäßigte Republikaner hatten entscheidend dazu beigetragen, dass Trump die im Wahlkampf zugesagte Abschaffung von Obamacare nicht gelang. Eine von ihnen ist Senatorin Susan Collins. Sie stimmte nun doch für das Steuergesetz. Sie habe Zusicherungen bekommen, dass die Nachteile durch den Rückbau der Gesundheitsreform in späteren Gesetzen verringert werden sollen, sagte Collins.


Insgesamt dürfte diese Steuerreform nur einen sehr geringen Einfluss auf das US-Wachstum haben. Auch hält sich die Neuverschuldung dadurch in Grenzen. Diese wird eher durch die enorm hohen Militärausgaben stark in die Höhe getrieben. Allerdings sind bei den Unternehmensgewinnen doch einige Prozentpunkte Zuwachs durch diese Steuerreform dauerhaft (!) zu erwarten. Für Aktienanleger ist das Reformpaket sehr positiv zu bewerten.


Nach Prognose des Congressional Budget Office — einer Behörde des Kongresses — wird sich der Fehlbetrag des Staates in den kommenden zehn Jahren auf etwa 2,8 Billionen Dollar verdoppeln. Schon in diesem Jahr muss der Staat nach Regierungsangaben 274 Mrd. Dollar (230,9 Mrd. Euro) an Zinsen bezahlen, so viel wie nie zuvor. Bis 2022 dürfte diese Summe den Haushaltsplanungen zufolge auf 528 Mrd. Dollar steigen. Das entspricht fast elf Prozent der Gesamtausgaben, während es derzeit lediglich knapp sieben Prozent sind. Damit steigen die Zinskosten schneller als alle anderen wichtigen Ausgaben des Staates.


Aufgrund der auffällig hohen Bewertung des US-Aktienmarktes kommt den Zinsmärkten eine herausragende Bedeutung zu. Die langfristige Markterwartung auf dem US-Kapitalmarkt ist ganz ähnlich gelagert wie in der Euro-Zone. US-Staatsanleihen mit einjähriger Laufzeit werden mit einer Rendite von 1,7 Prozent gehandelt, zehnjährige Anleihen notieren bei etwa 2,3 Prozent. Der Unterschied liegt nur bei 0,6 Prozentpunkten. Der Markt geht folglich davon aus, dass die kurz- und mittelfristigen Zinsen in den USA bis 2027 nur minimal ansteigen werden. In Europa liegen deutsche einjährige Anleihen bei Minus 0,8 Prozent, zehnjährige bei einer (positiven) Rendite von etwa 0,3 Prozent. Der Markt geht hier also von geringfügig stärker steigenden Zinsen aus. Aber in keinem der Märkte (Japan detto) werden Zinserhöhungen in einer Dimension erwartet, die Aktienanleger aus der Ruhe bringen könnten.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Die erhöhte Nervosität am Aktienmarkt drückte die Renditen in Europa etwas nach unten. Auslöser könnten die USA sein, wo die Steuerreform noch nicht unter Dach und Fach ist und außerdem wieder einmal ein Government-shut-down droht. Auch ein vorläufiger Rückschlag in den Brexit-Verhandlungen mit der EU belastete und die Marktteilnehmer gingen etwas in Deckung.

Fazit Renten

Die Laufzeiten halten wir weiter in einem vorsichtig kurzen Bereich, da das Umfeld grundsätzlich noch immer aufsteigende Renditen hinweist. Natürlich könnte man auch marginal höhere Zinsen mit einer längeren Laufzeit erzielen, setzt sich dann zwischenzeitlich aber einer veritablen Verlustgefahr aus. Bei der Bonität machen wir auch keine Abstriche. Die Risikoaufschläge schlechter Bonitäten engen sich weiter ein, die Gefahr einer Umkehr in Richtung ansteigender Spreads betonen wir schon seit einiger Zeit.

WÄHRUNGEN

Seit Jahresbeginn war der Euro stark und so stehen im Verhältnis zu den wichtigsten Währungen Verluste zu Buche. In der letzten Woche konnte vor allem das britische Pfund zulegen. Dieses schwankt je nach Nachrichtenlage zu den Brexit-Verhandlungen mit der EU.

Fazit Währungen

Innerhalb der Fremdwährungskomponente haben wir eine hohe Gewichtung (43%) im US-Dollar sowie in den Rohstoffwährungen. Nach den Rückgängen in diesem Jahr sehen wir auf diesen Niveaus keine Veranlassung Fremdwährungen zu reduzieren.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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