Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 17. Jänner 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 17. Jänner 2018)

Downloads

TypDokumentDatei-Größe
Schoellerbank Markteinschätzung129 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralNiedrige Zinsen und geringe Risikoaufschläge gebieten eine kurze Laufzeit (etwa 4 Jahre) und die Konzentration auf hervorragende Schuldnerbonitäten.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Durch Reduktion des Volumens erfolgte eine Konzentration der eigentlichen Strategie. Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralAnfang November 2017 wurde der US-Dollar-Anteil auf knapp 43% erhöht. Aktive Positionierungen weit abseits der üblichen Indizes mit Fokus auf Rohstoffwährungen. Der Japanische Yen bleibt weiterhin außen vor.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung war seit Jänner 2012 durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Mit dieser Gewinnmitnahme wurde Liquidität aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Breite Streuung über verschiedene Segmente wie: Wasser, Bergbau/Minen, Agribusiness, Holz und Energie. Höchste Gewichtung im Bereich Edelmetalle.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Differenz zwischen sehr positiv und sehr negativ gestimmten US-Börsenbriefverfassern ist auf 54% (!) von zuletzt 50.9% angestiegen. Das ist der höchste Stand seit April 1986, sprich selbst höher als im Jahr 2000. Dieser Indikator hat uns in der Vergangenheit wertvolle Hinweise bezüglich der Einschätzung der Märkte gegeben. Isoliert betrachtet, alle anderen Rahmenbedingungen ausgeklammert, stellt das ein sehr starkes Verkaufssignal für den US-Markt dar. Differenzen überhalb von 30% signalisieren erhöhte Risiken. Bei über 40% sind aus der Erfahrung heraus defensive Maßnahmen auf Portfolioebene zu befürworten. Werte über 50%, so wie jetzt, sind sehr selten und kamen historisch nur in sehr intensiven Bullenmärkten vor. Kurz danach kam es bis dato stets zu heftigen Rückschlägen unter diesen Bedingungen. Das muss natürlich kein Präjudiz für die künftige Marktentwicklung sein. Schließlich sind die Rahmenbedingungen heute, insbesonders was die Zinssituation betrifft, ganz andere als jene in der Vergangenheit. Dennoch hat die Diskussion in der Runde begonnen, ob wir die Aktien-Allokation in den Vermögensverwaltungen mit Aktienanteil auf "Untergewichtet" reduzieren sollten. Eine Entscheidung gibt es aber noch nicht. Vorläufig gehen wir davon aus, dass sich die Rally fortsetzen wird. Kurz nach der Wahl von Trump lag der Spread bei 17,2%. Die Börsenbriefverfasser waren zu diesem Zeitpunkt also in Summe vergleichsweise negativ gestimmt. Das war zu diesem Zeitpunkt ein sehr gutes antizyklisches Kaufsignal.

Der S&P 500 Index ist im letzten Jahr auf US-Dollar-Basis (!) um 19,4% angestiegen. Ist es überhaupt denkbar, dass in diesem Jahr, nach einem derart fulminanten Anstieg, nochmals ein außergewöhnliches Aktienjahr folgt? Die Frage kann man naturgemäß nur statistisch beantworten: Seit 1928 ist in knapp zwei Dritteln der Fälle einem Anstieg der Börsenkurse um etwa 20% im Folgejahr erneut eine Index-Aufwärtsbewegung gefolgt, allerdings nur mit einem Erfolg von im Schnitt 10%. Das liegt exakt im historischen Mittel. 1989 und 1999 erfolgten leichte Rückschläge mit 3% bzw. 9%. Das sind nur statistische Daten, die für uns eine relativ geringe Relevanz besitzen. Das sollte aber Anlegern die Sorge nehmen, dass auf gute Aktienjahre, quasi automatisch (schon rein statistisch), ein schlechtes Aktienjahr folgen muss.

Die Bank von Japan hat bekanntgegeben, ihre Käufe von japanischen Anleihen zu reduzieren. Diese Aussage schürte Spekulationen, dass Japans Notenbank eine geldpolitische Straffung noch heuer vorbereite. Auch die FED will ab diesem Jahr ihre Bilanz deutlich verkürzen. Bezüglich der Politik der EZB waren jüngst Spekulationen aufgetaucht, die EZB könnte bereits in diesem Jahr einen etwas restriktiveren Ton anschlagen. Die Geldpolitik im Euroraum könnte allerdings nach Einschätzung von EZB-Vizepräsident Vitor Constancio noch lange sehr locker bleiben. "Die EZB habe sich zwar mit der Halbierung der monatlichen Anleihenkäufe auf ein neues wirtschaftliches Umfeld und eine kommende höhere Inflation eingestellt, das bedeutet aber nicht, dass die Geldpolitik nicht für lange Zeit sehr konjunkturstützend bleiben wird" sagte er. Die Währungshüter erwerben wegen des sich festigenden Aufschwungs im Euroraum von diesem Jänner an, monatlich nur noch für 30 Milliarden Euro-Staatsanleihen und andere Wertpapiere. Die Monate zuvor waren es noch 60 Milliarden Euro gewesen. Der EZB-Vize äußerte sich auch zum jüngsten Kursanstieg des Euro. Zwar verfolge die Europäische Zentralbank kein Wechselkursziel, "Aber ich bin besorgt über plötzliche Bewegungen, die keine Veränderungen in den Fundamentaldaten widerspiegeln" sagte Constancio. Der Euro legte allein seit Jahresstart rund vier Cent auf einen Kurs von inzwischen 1,22 Dollar zu. Ein starker Euro verbilligt unter anderem die Importe und dämpft dadurch die Inflationsentwicklung.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Die Veröffentlichung des EZB-Protokolls vom Dezember brachte Bewegung in die Zinsmärkte. Die Interpretation befeuerte die Zinserhöhungsphantasie vieler Marktteilnehmer und ließ die Renditen in allen Laufzeiten im Eurobereich steigen. Ob sich angesichts der robusten Wirtschaftsentwicklung tatsächlich eine rasche Normalisierung der Geldpolitik einstellen wird, darf dennoch bezweifelt werden. Die EZB hat in der Vergangenheit stets alle aufkeimenden Hoffnungen auf eine rasche Zinswende im Keim erstickt. Dies könnte auch in den nächsten Wochen der Fall sein.

Fazit Renten

Die Zeit der Renditetiefststände dürfte endgültig vorbei sein. Zwar kann von einer nachhaltigen Zinswende noch keine Rede sein, aber der Aufwärtsdruck scheint zuzunehmen. Angesichts des im Herbst auslaufenden Anleihenkaufprogramms ist diese Entwicklung auch nicht verwunderlich. Für einen Strategiewechsel hinsichtlich Laufzeitenpositionierung sehen wir aktuell keine Grundlage. Die prominente Gewichtung von inflationsgeschützten Anleihen bringt zudem seit Monaten den erhofften Mehrwert.

WÄHRUNGEN

Erstaunlich ist im Moment die Stärke der Gemeinschaftswährung, vor allem gegenüber dem US-Dollar. Die fundamentalen Daten sollten eher dem Greenback Auftrieb geben. Offenbar ist das Momentum aktuell extrem US-Dollar negativ, weshalb positive Nachrichten ignoriert werden. Für die EZB-Währungshüter könnte der feste Euro hingegen schön langsam zum Problem werden. Tiefere Importpreise dämpfen die Hoffnung auf eine steigende Inflation im Euroraum.

Fazit Währungen

Der US-Dollar Anteil bleibt mit mehr als 42% die größte Währungsposition. Sehr prominent ist auch der Block der Rohstoffwährungen mit gut 37% gewichtet.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


Haftungsbeschränkung:
Alle Informationen beruhen auf verlässlichen Quellen und sorgfältigen Analysen, die jederzeit einer Änderung unterliegen können. Die Schoellerbank ist zu einer Aktualisierung dieser Informationen nicht verpflichtet.


Die Haftung der Schoellerbank für leichte Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit der Quellenrecherche und Analyse und den darauf beruhenden Informationen wird ausgeschlossen.
VOILA_REP_ID=C1257E77:00296CBA