Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 26. Jänner 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 26. Jänner 2018)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralNiedrige Zinsen und geringe Risikoaufschläge gebieten eine kurze Laufzeit (etwa 4 Jahre) und die Konzentration auf hervorragende Schuldnerbonitäten.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Durch Reduktion des Volumens erfolgte eine Konzentration der eigentlichen Strategie. Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralAnfang November 2017 wurde der US-Dollar-Anteil auf knapp 43% erhöht. Aktive Positionierungen weit abseits der üblichen Indizes mit Fokus auf Rohstoffwährungen. Der Japanische Yen bleibt weiterhin außen vor.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung war seit Jänner 2012 durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Mit dieser Gewinnmitnahme wurde Liquidität aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Breite Streuung über verschiedene Segmente wie: Wasser, Bergbau/Minen, Agribusiness, Holz und Energie. Höchste Gewichtung im Bereich Edelmetalle.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Einige ernstzunehmende Hinweise deuten darauf hin, dass der jetzige Bullenmarkt schon sehr weit fortgeschritten ist. Das Korrekturrisiko erachten wir vor allem deshalb als hoch, weil die Anleger extrem optimistisch für Aktien gestimmt sind und die Bewertung von Aktien, zumindest im historischen Vergleich, als ausgesprochen hoch erscheint. Allerdings sind Aktien, auch wenn die Zinsen in den USA mittlerweile schon kräftig angezogen haben, zu den Anleihen noch immer relativ billig. Investoren die sich nun vom Markt verabschieden bekämpfen mit dieser Entscheidung die FED, wie man das im Markt umschreibt. In der Vergangenheit hat sich die Regel "don´t fight the FED" (bekämpfe die US-Notenbank mit deinen Entscheidungen nicht) als valide herausgestellt. Insofern verzichten wir derzeit darauf, die Aktienquote zu reduzieren. Falls eine Korrektur kommt, sollte diese nicht in einer besorgniserregenden Größenordnung ausfallen. Allerdings sehen wir im Moment bei Themen wie Dividenden-Aktien, sprich Unternehmen mit nachhaltigen, soliden Dividendenzahlungen sowie Value-Aktien, einen Mehrwert gegenüber dem breiten Gesamtmarkt. Aus diesem Grund verkaufen wir den Schoellerbank All World Dachfonds zu Gunsten des Schoellerbank Aktienfonds Value und des Schoellerbank Aktienfonds Dividende in den Vermögensverwaltungen mit Aktienmandat.
Die Wirtschaft läuft weltweit gut. Das dürfte sich vorläufig nicht ändern. In den USA stützt die US-Regierung, auf Kosten einer hohen Neuverschuldung, die ohnehin schon starke Wirtschaft, mit einer umfangreichen Steuerentlastung sowie mit einem ausgedehnten Infrastrukturprogramm. In Deutschland dürfte der kleinste gemeinsame Nenner der GroKo-Parteien die Scheckbuch-Klientel-Politik sein. Damit dürfte die konservative Finanzpolitik von Schäuble ein Ende finden. Deutschland gehörte zu den wenigen Nationen, die in den letzten Jahren eine echte Sparpolitik verfolgten und die Staatsverschuldung nach unten drückte. Das deutsche Handelsblatt schreibt dazu, wir zitieren: "Die Transformation unseres Lebens durch die Digitalisierung wird von den Funktionären erduldet, aber nicht gestaltet. Der Weg vom Verbrennungsmotor zum Elektromobil wird gefordert, aber nicht beschritten. Armut wird nicht bekämpft, nur alimentiert. Die Probleme der Rentenversicherung sollen gar nicht mehr gelöst, sondern mithilfe eines ständig wachsenden Staatszuschusses kaschiert werden".
Aufgrund des Wirtschaftsbooms in den USA haben über 200 große US-Unternehmen in den vergangenen Wochen Lohnerhöhungen, Einmalzahlungen oder beides für ihre Angestellten angekündigt. Das ist sehr ungewöhnlich. Die Unternehmen machen das nicht aus Jux und Tollerei. Vielmehr ist der Arbeitsmarkt in den USA sehr eng geworden. Die Konkurrenz um qualifizierte Arbeitskräfte nimmt kräftig zu. Die Inflation dürfte aber auch noch durch andere Effekte steigen. Schon im März könnte sie in den USA ziemlich kräftig anziehen, weil dann statistische Effekte in Form höherer Telefongebühren und höhere Preise zum Beispiel für Medikamente durchschlagen. Die FED dürfte aus diesem Grund an ihren geplanten Zinserhöhungen festhalten. Auch sollte der Markt in diesem Jahr mit einem massiven Liquiditätsentzug durch die Reduzierung der Bilanzsumme der US-Notenbank heimgesucht werden, sofern es sich die Notenbank, etwa durch einen überraschenden Rückgang der Wirtschaftsaktivität oder eines starken Börsenrückschlages, nicht doch noch anders überlegt.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Das Highlight dieser Woche war die EZB-Sitzung vom Donnerstag: Erste Anzeichen für Lohnsteigerungen im Euroraum, robustes Wachstumstempo der EU-Wirtschaft, ein Anstieg marktbasierter Inflationserwartungen und der EZB-Vorsitzende sieht geringe Chancen für eine Zinserhöhung in diesem Jahr - das sind, kurz zusammengefasst, die wichtigsten Meldungen. Abseits der präsentierten Daten ist der Euro-Anstieg ein Thema. Für den EZB-Chef ist hierfür die robuste Wirtschaftslage in der Eurozone verantwortlich. Die Renditen 10-jähriger deutscher Bundesanleihen stiegen angesichts des positiven Marktumfelds auf den höchsten Stand seit zwei Jahren.

Fazit Renten

Nach dem Ausblick, den die EZB nach ihrer Sitzung gab, scheinen die Tiefstände bei den EU-Renditen der Vergangenheit anzugehören. Eine Zinsanhebung noch in diesem Jahr sieht der EZB-Chef zwar derzeit noch nicht, aber nach der gestrigen Reaktion an den Märkten könnte der Druck Richtung höheren Renditen weiter zunehmen. Eine Änderung unserer Ausrichtung ist derzeit nicht angedacht. Die derzeitige Laufzeitpositionierung und die Auswahl von Emittenten mit bester Bonität werden beibehalten.

WÄHRUNGEN

Aufgrund der florierenden Wirtschaftsdaten in der Eurozone zeigt sich die Gemeinschaftswährung gegenüber den meisten anderen G-10-Währungen sehr stark. Vor allem der US-Dollar, der gestern in einer ersten Reaktion auf die EZB-Sitzung auf einen EUR/USD-Wechselkurs von über 1,25 fiel, präsentiert sich seit Jahresbeginn schwach und verliert in diesem Zeitraum über drei Prozent. Stark hingegen ist die Norwegische Krone die bisher in diesem Jahr fast drei Prozent zum Euro gewonnen hat. Auch das Britische Pfund zeigt sich mit einem Gewinn von eineinhalb Prozent zum Euro erstaunlich stark.

Fazit Währungen

Der US-Dollar Anteil bleibt mit mehr als 42% die größte Währungsposition, gefolgt von der Norwegischen Krone und dem Schweizer Franken.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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