Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 8. Jänner 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 8. Jänner 2018)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralNiedrige Zinsen und geringe Risikoaufschläge gebieten eine kurze Laufzeit (etwa 4 Jahre) und die Konzentration auf hervorragende Schuldnerbonitäten.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Durch Reduktion des Volumens erfolgte eine Konzentration der eigentlichen Strategie. Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralAnfang November 2017 wurde der US-Dollar-Anteil auf knapp 43% erhöht. Aktive Positionierungen weit abseits der üblichen Indizes mit Fokus auf Rohstoffwährungen. Der Japanische Yen bleibt weiterhin außen vor.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung war seit Jänner 2012 durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Mit dieser Gewinnmitnahme wurde Liquidität aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Breite Streuung über verschiedene Segmente wie: Wasser, Bergbau/Minen, Agribusiness, Holz und Energie. Höchste Gewichtung im Bereich Edelmetalle.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Aktienmärkte sind im letzten Jahr sehr gut gelaufen. Dagegen hat die Schwäche des US-Dollars für international agierende europäische Investoren einen Performance-Tribut gefordert. Der MSCI-Weltaktienindex hat dennoch, auch auf Euro-Basis, ein ordentliches Plus von 7,4% erreicht. Am US-Markt kam es für europäische Investoren, wie wir das erwartet hatten und auch positioniert waren, mit einem Plus im letzten Jahr von "nur" 4,6% für den S&P 500 zu einer unterdurchschnittlichen Entwicklung. Glücklicherweise sind US-Aktien im Schnitt nur mit einem starken Untergewicht in unseren Portfolios vertreten. Dagegen haben asiatische Märkte wie beispielsweise Japan (+8,3%), Hong Kong (+18,3%), Südkorea (+21,3%) oder Indien (+27,9%) eine herausragende Performance erzielt (Performance-Angaben auf Euro-Basis). In der Region Asien sind wir stark übergewichtet. Wir erwarten, dass Asien weiterhin einen deutlichen Performance-Vorteil gegenüber anderen Regionen erreichen sollte. Europa ist in unserer Positionierung und in der Performance seit Jahresbeginn in etwa zwischen den USA und Asien angesiedelt.


Der Zinssituation kommt derzeit in der Aktienmarktanalyse aus unserer Sicht eine herausragende Stellung zu. Einmal, weil der Anleihenmarkt in Konkurrenz zum Aktienmarkt steht und andererseits was die Refinanzierungskosten für die Unternehmen angeht. Diesbezüglich haben wir es mittlerweile mit zwei Welten zu tun: In Europa liegt die Rendite von mit "BBB" gerateten Unternehmens-Anleihen (Investment-Grade) für fünfjährige Laufzeiten bei 0,6%. Dagegen liegt die Dividendenrendite des EuroStoxx50 bei 3,3%. Für Unternehmen ist es aus einer Cash-Flow Perspektive heraus also im Schnitt lukrativ, mit neuen Schulden Aktien zurück zu kaufen. Die Zins-Aufwendungen für das Fremdkapital sind geringer, als der Aufwand für die Dividenden. In den USA hat sich dieser Sachverhalt mittlerweile verändert. Dort liegen die Renditen für entsprechende fünfjährige Dollaranleihen bei 3,1%, während die Dividendenrendite aufgrund der stark gestiegenen Kurse für den S&P 500 Index "nur" noch bei 1,9% liegt.


Aus unserer Sicht ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich der augenblicklich starke Börsenaufschwung fortsetzen wird. Für gewöhnlich kann die Finanzanalyse in den meisten Marktphasen auf historische Vergleiche zurückgreifen. In jenen historischen Phasen, die zum damaligen Zeitpunkt ohne jeden Vergleich waren, fielen auch die Marktbewegungen in beide Richtungen besonders stark aus. So ist z. B. die Verschuldung bis 1929 in den USA in rasantem Tempo auf einen neuen damaligen Allzeitrekordwert gestiegen. Im Jahr 2000 erreichten die Bewertungen, die Schulden und die Stimmungsindikatoren Niveaus, die ebenfalls ohne historischen Vergleich waren. Im Jahr 2008 waren es die Schulden, die rasant einen Rekord nach dem anderen erreichten. Heute sind weder die Bewertungen noch die Stimmungsindikatoren unter diesem Gesichtspunkt ein Problem. Wir können die Datensets gut historisch einordnen. Die Stimmung der US-Anleger ist sehr optimistisch. Die Bewertungen sind im historisch obersten Drittel, haben aber noch nicht das Niveau aus dem Jahr 2000 erreicht. Allerdings fehlen uns heute die historischen Referenzwerte im Punkt Zinspolitik der großen Notenbanken. Die FED wird in diesem beginnen, dem Markt Liquidität zu entziehen. Für dieses spezielle Zinsumfeld gibt es keinen historischen Vergleich. Zudem ist die Verschuldung im nichtfinanziellen Sektor weltweit auf einen neuen Rekordwert angestiegen. Der IWF weist in seinem letzten Stabilitätsbericht darauf hin, dass seit 2006 in den G20-Ländern die Verschuldung auf 135 Billionen US-Dollar bzw. 235% des Bruttosozialprodukts atemberaubend stark angestiegen ist. Schulden in dieser Größenordnung und eine US-Notenbank, die möglicherweise ihre Bilanz in einer Dimension verkürzt, die so bis jetzt noch nicht vorgekommen ist, stellen zweifelsfrei Gefahrenherde für die Stabilität der Finanzmärkte dar. Das ist ein Grund, warum wir uns mit unserer neutralen Positionierung in der Aktien-Allokation und einem Rentenmarktengagement, welches einen extrem hohen Qualitätsanspruch an die festverzinslichen Papiere stellt, sehr wohl fühlen. Im Aktienbereich ist unsere Positionierung durch die starke Übergewichtung in Asien nicht so defensiv, wie dies die neutrale Gewichtung der Aktien-Allokation auf den ersten Blick erscheinen lässt. Das ist ein wichtiger Grund für die sehr gute Performance-Entwicklung der Vermögensverwaltungen mit Aktienanteil im letzten Jahr. Wichtig erscheint uns, für den Fall von größeren Marktkorrekturen über ausreichend liquide Mittel zu verfügen, um dann Zukäufe tätigen zu können.


Wir halten Asien aus Bewertungsgründen nach wie vor für ausgesprochen interessant. Natürlich würde eine mögliche Korrektur an der Wall Street auch Asien treffen, allerdings sind die mittel- und langfristigen hervorragenden Wachstums-Perspektiven in diesem Marktsegment weiter intakt.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Die letzten Tage im Jahr 2017 brachten noch Kursverluste und so steht in der Jahresbetrachtung ein Renditeanstieg von gut 20 Basispunkten (10-jährige deutsche Bundesanleihen) zu Buche. Damit konnten sichere Anleihen aus der Kernzone Europas doch kein positives Ergebnis erreichen. Einzig für inflationsgeschützte Anleihen ist sich dank der leicht angestiegenen Inflationserwartungen eine "schwarze Null" ausgegangen. Seit dem Jahreswechsel lässt sich bei schwachen Umsätzen nur eine Seitwärtsbewegung an den europäischen Anleihenmärkten feststellen.

Fazit Renten

Kaum erstaunlich: Bei unverändertem Umfeld scheint uns das Rendite/Risiko-Verhältnis unausgewogen. Engagements in "Credits" (Anleihen schlechterer Schuldner) bieten kaum Ertrag, aber hohes Risiko. Lange Laufzeiten sind bei dem extrem niedrigen Renditeniveau ebenfalls keine Option.

WÄHRUNGEN

Der Euro ging als eindeutiger Sieger aus dem Jahr. Der US-Dollar verlor unter den G-10-Währungen am deutlichsten und landete sogar im zweistelligen Bereich im Minus. Uns fehlt etwas die Kreativität bei der Erklärung, warum der Euro plötzlich gegenüber allen anderen Hauptwährungen weiter so stark sein sollte. Dementsprechend gehen wir nicht von einem Anhalten dieser Bewegung aus, zumindest nicht in der Geschwindigkeit.

Fazit Währungen

Aktive Fremdwährungsbeimischung bleibt ein wichtiges Thema innerhalb des Anleihensegments. Für uns sind neben der Weltleitwährung US-Dollar nach wie vor der pazifische Raum und die Rohstoffwährungen ein interessantes Thema. Auch bei strategisch starken Währungen wie dem Schweizer Franken halten wir weiter eine gewichtige Position.




Hinweis:
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