Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 14. Februar 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 14. Februar 2018)

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Schoellerbank Markteinschätzung154 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralNiedrige Zinsen und geringe Risikoaufschläge gebieten eine kurze Laufzeit (etwa 4 Jahre) und die Konzentration auf hervorragende Schuldnerbonitäten.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Durch Reduktion des Volumens erfolgte eine Konzentration der eigentlichen Strategie. Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralAnfang November 2017 wurde der US-Dollar-Anteil auf knapp 43% erhöht. Aktive Positionierungen weit abseits der üblichen Indizes mit Fokus auf Rohstoffwährungen. Der Japanische Yen bleibt weiterhin außen vor.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung war seit Jänner 2012 durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Mit dieser Gewinnmitnahme wurde Liquidität aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können. Im Februar 2018 haben wir beschlossen, die breit gestreuten internationalen Aktienfonds aus der Schoellerbank Vermögensverwaltung mit Fonds zu verkaufen. Das frei gewordene Kapital wurde in Value Aktien und Dividenden Aktien - ausgewählt nach den Qualitätskriterien der Schoellerbank - investiert.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Breite Streuung über verschiedene Segmente wie: Wasser, Bergbau/Minen, Agribusiness, Holz und Energie. Höchste Gewichtung im Bereich Edelmetalle.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Seit der letzten Januarwoche befinden sich die Aktienmärkte im Retourgang. In den letzten Tagen war aber eine merkliche Beruhigung spürbar. Blickt man auf die Tage der kräftigen Rücksetzer zurück, fällt vor allem eines auf. Marktteilnehmer, die Volatilität verkauften, erlitten höhere Verluste als sie über Jahre an Gewinn angesammelt hatten. Historisch war es nur professionellen Marktteilnehmern möglich, Volatilität zu verkaufen ("shorten"), indem sie Call und Put Optionen leerverkauften bzw. andere derivative Methoden anwendeten. Über die ETFs ("Exchange Traded Funds") war es in den letzten Jahren auch Privatanlegern möglich, sich an diesen Strategien zu beteiligen. Milliarden an Dollar wurden in diese Vehikel investiert, nachdem sie 2016 und 2017 hohe Performanceergebnisse aufwiesen. 2018 verloren die gleichen Vehikel innerhalb weniger Tage über 90% und mussten geschlossen werden. Damit sind auch alle Gewinne der Vorjahre verloren gegangen. In der Schoellerbank haben wir uns immer von derartigen Strategien ferngehalten. Unser Leitbild bleibt: "Investieren statt Spekulieren".
Die Schoellerbank Vermögensverwaltung ist seit März 2017 bei einer "Neutralen" Aktienquote. Damals entschlossen wir uns aufgrund eines übertriebenen Optimismus bei den Anlegern und bereits hohen Bewertungen zu diesem Schritt. Dann sind 10 Monate vergangen, bis der Markt dann tatsächlich korrigiert hat. Heute ist der Aktienmarkt - gemessen am MSCI World in Euro - etwa dort, wo er im März 2017 stand. Das Marktgeschehen der letzten Tage war heftig, aber auch kurz. Die Korrektur ist mit etwa 8% im MSCI World als moderat einzustufen - vorausgesetzt wir haben die Tiefststände schon hinter uns.
Die Aktienmärkte der Emerging Markets verloren in der Korrektur nicht stärker als die etablierten Märkte. Wir werten das positiv für unsere Allokation in Asien. Die Marktteilnehmer verkaufen in Stresszeiten nicht mehr automatisch, sondern fühlen sich mit attraktiv bewerteten Unternehmen in wachstumsträchtigen Märkten genauso wohl - respektive nicht unwohler - wie mit Titeln aus dem Westen. Gerade in Asien gibt es heute weitaus mehr bilanziell solide Unternehmen, die wachsende Dividenden zahlen als es zum Beispiel vor der Asienkrise in den 90er-Jahren noch der Fall war.
Wir sehen auch, dass das Geschehen auf dem Aktienmarkt bisher kaum auf die Zinsmärkte übergreift. Die Credit-Spreads haben sich nur wenig ausgeweitet und die Zinsen sicherer Anleihen sind kaum gesunken. Die Panik ist also auf die Aktienmärkte beschränkt. Das sehen wir als weiteres Zeichen dafür, dass wir es mit einer überfälligen Korrektur zu tun haben und nicht mit dem Beginn eines Bärenmarktes.
Im Kern geht es um die Frage, ob Aktien angesichts steigender Zinsen noch attraktiv genug bewertet sind. Aus unserer Sicht sind sie das, aber der Abstand zu den Zinsanlagen ist kleiner geworden. Im US-Dollar sind die Realrenditen wieder deutlich im positiven Territorium und überhaupt haben die USA höhere Realrenditen als die meisten anderen großen Währungen. Da stellt sich für US-Anleger natürlich die Frage, ob Aktien noch alternativlos sind. Doch viel spricht weiterhin für Aktien: Die Wirtschaft wächst und die Unternehmen haben gute Gewinne. Die niedrigeren Unternehmenssteuern in den USA sind ein großes Geschenk an die Aktionäre. Auch eine moderate Inflation ist nicht negativ zu werten für die Aktienmärkte. Solange die Notenbanken die Zinsen nicht deutlich stärker anheben, als es heute erwartet wird, überwiegen die Argumente für Aktien.

Fazit Aktien

Alles in Allem fühlen wir uns mit einer "Neutralen" Aktienquote weiterhin am wohlsten und planen keine Änderungen in der Allokation. Die Korrektur war bisher nicht tief genug, um uns zu einer taktischen Erhöhung der Aktienquote zu ermuntern. Wir setzen weiterhin stark auf Asien und Japan, weil wir dort die besseren Bewertungen finden.

RENTEN

Viel hängt von den Inflationsdaten in den USA ab: sollte der Preisdruck stärker sein als angenommen, könnte dies bedeuten, dass statt der drei (bereits eingepreisten Zinsanhebungen) in diesem Jahr sogar vier folgen könnten. D. h. der Zinsanhebungspfad der FED könnte sich versteilern, die Renditen steigen und die Aktienmärkte unter Druck geraten. Anderseits haben die großen Notenbanken der Welt sich während der jüngsten Marktturbulenzen wieder einmal sehr bemüht gezeigt, die Wogen zu glätten. Sie sichern den Anlegern weiterhin zu, dass die Liquidität nicht unerwartet rasch aus dem Markt genommen werden wird. Aus unserer Sicht ist auch nicht zu erwarten, dass der neue Chef der US-Notenbank sein Amt mit einer schärferen Gangart antritt. Wahrscheinlich werden die Zinsen am kurzen Ende also nicht überraschend stärker steigen, als es bereits vom Markt erwartet wird. Am langen Ende sind die Zinsen in den USA aber schon deutlich nach oben geprescht.

Fazit Renten

Sollten die Anleihenkurse weiter fallen, sind wir mit unserer Ausrichtung einer relativ kurzen Laufzeitpositionierung richtig aufgestellt, um größere Verluste zu verhindern. Eine Änderung dieser Ausrichtung ist daher nicht angedacht. Auch wollen wir nicht die Bonität unserer Emittenten hin zu schlechteren Schuldnern verändern.

WÄHRUNGEN

Seit Jahresbeginn haben der Japanische Yen, der Schweizer Franken und die Norwegische Krone zum Euro zugelegt. Auf der Verliererseite standen vor allem die Dollar-Währungen: Kanadischer- bzw. US-Dollar verloren fast 3% und der Australische Dollar verlor gegenüber dem Euro über 2%.

Fazit Währungen

Der US-Dollar Anteil bleibt die mit Abstand am stärksten gewichtete Währung vor der Norwegische Krone und dem Schweizer Franken.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
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Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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