Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 28. Februar 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 28. Februar 2018)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralNiedrige Zinsen und geringe Risikoaufschläge gebieten eine kurze Laufzeit (etwa 4 Jahre) und die Konzentration auf hervorragende Schuldnerbonitäten.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Durch Reduktion des Volumens erfolgte eine Konzentration der eigentlichen Strategie. Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralAnfang November 2017 wurde der US-Dollar-Anteil auf knapp 43% erhöht. Aktive Positionierungen weit abseits der üblichen Indizes mit Fokus auf Rohstoffwährungen. Der Japanische Yen bleibt weiterhin außen vor.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung war seit Jänner 2012 durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Mit dieser Gewinnmitnahme wurde Liquidität aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können. Im Februar 2018 haben wir beschlossen, die breit gestreuten internationalen Aktienfonds aus der Schoellerbank Vermögensverwaltung mit Fonds zu verkaufen. Das frei gewordene Kapital wurde in Value Aktien und Dividenden Aktien - ausgewählt nach den Qualitätskriterien der Schoellerbank - investiert.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Breite Streuung über verschiedene Segmente wie: Wasser, Bergbau/Minen, Agribusiness, Holz und Energie. Höchste Gewichtung im Bereich Edelmetalle.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Zentralbanken haben mit ihrer unkonventionellen Bilanzausweitung wesentlich zu dem laufenden Bullenmarkt, der bereits jetzt zu den größten der Finanzgeschichte zählt, beigetragen. Die EZB hat ihre Bilanz von etwa USD 1,5 Bio. auf USD 5,5 Bio. (das entspricht etwa 38% des BIP) und die Bank von Japan von USD 1 Bio. auf USD 4,8 Bio. (93% des BIP) ausgeweitet. Die FED kauft seit 2014 keine Wertpapiere mehr. Seitdem sind aber die Käufe der anderen Zentralbanken munter weitergegangen. Die Zentralbanken haben zudem mit ihrer Zinspolitik, die noch nie so expansiv war, Negativzinsen inklusive, die Wertsteigerungen der Sachgütermärkte (Aktien, Immobilien etc.) zusätzlich unterstützt. Die FED hat damit über viele Jahre das gesamte Budgetdefizit der US-Regierung finanziert, sodass die dafür notwendigen Mittel statt in den US-Haushalt in die Asset-Märkte investiert werden konnten. Die Bank von Japan ist noch einen Schritt weitergegangen: Sie hat seit 2010 so viele Aktien gekauft, dass sie mittlerweile 75% aller gelisteten ETF in Japan und etwa 3% der gesamten japanischen Aktienmarktkapitalisierung in ihren Büchern hält. Die Schweizer Nationalbank hält sogar Reserven in der Nähe ihrer gesamten Wirtschaftsleistung - 12% dieser Assets hat die SNB in ausländischen Aktien investiert. Die Norweger haben über den Umweg ihres Staatsfonds mittlerweile Wertpapiere (hauptsächlich Aktien) im Volumen von USD 1,06 Bio. (kaum glaubliche 280% der Wirtschaftsleistung) angehäuft. Norwegens Staatsfonds profitiert vom Höhenflug der weltweiten Aktienbörsen. Die Rendite auf die Anlagen verdoppelte sich voriges Jahr auf 13,7%. Dabei stachen Apple, der chinesische Tech-Konzern Tencent und Microsoft hervor. Insgesamt war der Staatsfonds an etwa 9.100 Firmen beteiligt und hielt 1,4% aller weltweit gehandelten Aktien. Aufgrund der US-Steuerreform bringen viele US-Firmen ihr Geld zurück in die USA. Unternehmen kündigten in den ersten sechs Wochen Aktienrückkäufe in der Höhe von gut USD 170 Mrd. an. Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Monaten noch mehr Ankündigungen folgen werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieses Jahr ein Rekordjahr an Aktienrückkäufen und Dividendenzahlungen sein könnte. Das bisherige Rekordjahr 2007 brachte Rückkäufe von knapp USD 600 Mrd. Hinzu kommen noch um die USD 450 Mrd. an Dividenden. Die Gesamtausschüttungen dürften zum ersten Mal in der Geschichte, die Schwelle von USD 1 Bio. übersteigen.
Hält der Cash-Flow in die Börsen an? Von der Firmenseite, ja. Von der privaten Nachfrageseite, wohl kaum. Hier deuten die Sentiment-Indikatoren darauf hin, dass die Investoren schon ziemlich aggressiv in Aktien investiert sind. Von der Zentralbankseite ist mit einer geringfügig schwächeren Nachfrage zu rechnen. Im Oktober hat die FED damit begonnen ihre fällig werdenden Anleihen nicht mehr zu verlängern. Ungefähr USD 6 Mrd. an Staatsanleihen und USD 4 Mrd. Mortgage Agencies (also insgesamt USD 10 Mrd. pro Monat während des vierten Quartals) waren davon betroffen. Ein sehr kleiner Betrag gegenüber den internationalen Finanzströmen. Die Geschwindigkeit des Bilanzabbaus wird sich aber erhöhen: Nämlich auf USD 30 Mrd. monatlich bis Jahresende. Aus dem Quantitative Easing wird ein Quantitative Tightening. Der Markt hat keinerlei Erfahrung, wie sich ein Quantitative Tightening auswirken wird. Erfahrungen bestehen dagegen viele mit Zinserhöhungszyklen. Diese sind sehr unterschiedlich. Nur deshalb, weil das in der Presse immer so dargestellt wird, dass steigende Zinsen automatisch fallende Aktienkurse zur Folge haben, wird das Argument dadurch nicht richtiger. Es hat schon lange Phasen gegeben in denen Aktien und Zinsen gleichzeitig angestiegen sind und das genaue Gegenteil. Die Firmen sind in den USA hochverschuldet. Insofern sollten Zinserhöhungen diesmal einen Druck auf die Gewinnsituation der meisten Unternehmen ausüben. Die Gewinne der S&P 500 Unternehmen sollten in diesem Jahr, vorwiegend aufgrund der positiven Effekte durch die umfangreiche US-Steuerreform um knapp 20% steigen. Das wäre ein atemberaubend hoher Gewinnzuwachs. Das ist einer der wichtigsten Argumente des Bullenlagers. Das gewichtigste Argument des Bärenlagers ist die Bewertung des US-Marktes. Dieser ist zwar noch nicht so hoch bewertet wie 1999/2000, allerdings in etwa der Größenordnung von 1929, wenn man verschiedene Bewertungsmaßstäbe miteinander ins Verhältnis setzt. Die relativ tiefen Zinsen verlieren angesichts einer Rendite von 2,85% für zehnjährige US-Staatsanleihen langsam an Relevanz. Dies gilt besonders für den Fall, wenn die Rendite über die psychologisch wichtige 3% Marke ansteigen sollte. Aber auch die rekordhohe Verschuldung zum Zwecke von Wertpapierkäufen der US-Anleger war in der Vergangenheit, analog zu einer sehr hohen Bewertung, eine Voraussetzung für einen großen Bärenmarkt. Insofern sind die Chancen derzeit vor allem bedingt durch die Steuerreform und die Aktienkäufe durch die Notenbanken, Staatsfonds und Unternehmen derzeit besonders hoch. Auch die Risikofaktoren sind durch die rekordhohe Verschuldung und der Bewertung, die eine der höchsten aller Zeiten darstellt, ungewöhnlich stark ausgeprägt.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Zwei wichtige Ereignisse prägten das jüngste Geschehen an den Rentenmärkten. Zum einen, die erste Rede von Jerome Powell - seines Zeichens neuer Vorsitzender der US-Notenbank FED - in der er auf Konjunktur und Inflationsentwicklung einging. Gemäß der Rede befindet sich die USA im wirtschaftlichen Aufschwung mit einem Arbeitsmarkt nahe der Vollbeschäftigung, stabilen Konsumausgaben und beschleunigtem Lohnwachstum. Vor der Rede wurde 2018 weitgehend mit drei Zinsschritten, beginnend mit März, gerechnet, mittlerweile scheinen die Marktteilnehmer sogar einen vierten Zinsschritt zu erwarten. Zum Anderen wurden die Inflationsdaten für die Eurozone bekanntgegeben. Die Jahres-Rate für Februar ging trotz brummender Konjunktur und rückläufiger Arbeitslosigkeit von 1,3% auf 1,2% zurück. Da die Werte weit weg vom Inflationsziel der EZB entfernt sind, wird die EZB weiterhin unterstützend agieren und die Zinsen erst deutlich nach Auslaufen der Anleihenkäufe anheben. Interessant wird es ab Juni, da die Ölpreise ihr Tief im Juni 2017 hatten: Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte die Inflationsrate also wieder anziehen.

Fazit Renten

Obwohl sich die europäische Renditekurve von ihren Tiefsständen wegbewegt, ist immer noch genug Platz nach oben. Es lohnt sich nicht, jetzt eine offensivere Position in Form längerer Laufzeiten zu nehmen. Erst bei deutlich höheren Niveaus würde das Sinn machen. Inflationsgeschützte Anleihen haben dagegen noch Potential, solange die Inflationserwartungen unter dem Ziel der EZB sind; wir sind "stark übergewichtet".

WÄHRUNGEN

Seit Jahresbeginn zeichnet sich ein gemischtes Bild. Japanischer Yen und Schweizer Franken legten zu, während die großen Dollarwährungen und die Schwedische Krone weiter nachgaben.

Fazit Währungen

Der US-Dollar Anteil bleibt die mit Abstand am stärksten gewichtete Währung vor der Norwegischen Krone und dem Schweizer Franken.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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