Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 7. Februar 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 7. Februar 2018)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralNiedrige Zinsen und geringe Risikoaufschläge gebieten eine kurze Laufzeit (etwa 4 Jahre) und die Konzentration auf hervorragende Schuldnerbonitäten.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Durch Reduktion des Volumens erfolgte eine Konzentration der eigentlichen Strategie. Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralAnfang November 2017 wurde der US-Dollar-Anteil auf knapp 43% erhöht. Aktive Positionierungen weit abseits der üblichen Indizes mit Fokus auf Rohstoffwährungen. Der Japanische Yen bleibt weiterhin außen vor.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung war seit Jänner 2012 durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Mit dieser Gewinnmitnahme wurde Liquidität aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Breite Streuung über verschiedene Segmente wie: Wasser, Bergbau/Minen, Agribusiness, Holz und Energie. Höchste Gewichtung im Bereich Edelmetalle.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Übersteht die US-Wirtschaft noch bis Spätsommer nächsten Jahres ohne Rezession, würde es sich um den längsten Wirtschaftsaufschwung seit 1850 handeln. Das zeigt die Dimension des augenblicklichen Aufschwunges eindrucksvoll. Die guten Wirtschaftsdaten, gebündelt mit der US-Steuerreform, dürften den eigentlichen Treibstoff der Börsen, die Gewinnentwicklung der Unternehmen, befeuern und für zweistellige prozentuelle Zuwachsraten bei den Gewinnen sorgen. Zudem sollten u. a. auch die Rückholungen von Geldern im Zusammenhang mit der US-Steuerreform, die bis dato im Ausland geparkt wurden, zum Zwecke von Aktienrückkäufen, dazu führen, dass die Aktienrückkäufe in den USA in diesem Jahr ein Volumen von USD 800 Mrd. annehmen könnten. Während die Sondereffekte der US-Steuerreform die Bilanzen der Unternehmen kurzfristig zum Teil erheblich belasten, wirkt der eigentliche Kern der Reform - die Senkung der Körperschaftssteuer - langfristig. "Es gibt keine Zweifel, dass die Steuerpolitik von Trump sehr positive Auswirkungen auf Wachstum und Fortschritt in den Vereinigten Staaten hat", sagt zum Beispiel SAP-Chef Bill McDermott. Positiv wirken hier auch neue Abschreibungsmöglichkeiten auf Investitionsgüter. So kündigte Apple an, in den nächsten fünf Jahren in seinem Heimatland rund 30 Milliarden Dollar zu investieren, unter anderem in einen neuen Standort. Pfizer will im selben Zeitraum fünf Milliarden Dollar in die Hand nehmen, um die heimische Produktion zu stärken. Der US-Gasehersteller Praxair, der gerade den deutschen Rivalen Linde übernimmt, bläst in das gleiche Horn. Aber auch deutsche Konzerne wollen sich vermehrt in den USA engagieren, etwa Siemens oder Volkswagen. Software-AG-Finanzchef Arnd Zinnhard sagt: "Wir werden mit Sicherheit dort investieren, da die USA zum einen ein relevanter Markt und zum anderen durch die Steuergegebenheiten interessant sind." Ökonomen warnen zwar schon vor einem Wettbewerb um Investitionen zwischen den Industrieländern, für Aktionäre ist ein solcher Steuerwettbewerb allerdings hochwillkommen. Das sind ausgesprochen positive Argumente für den Aktienmarkt.


Am Montag herrschte ein Ausnahmezustand an der Wall Street. Der US-Leitindex Dow Jones büßte innerhalb von 15 Minuten mehr als 800 Punkte ein. In der Spitze verlor dieser fast 1.600 Punkte - soviel wie nie zuvor an einem Tag. Am Ende ging es aber relativ glimpflich aus, der Dow schloss mit rund 1.100 Punkten im Minus, was einem Rückgang um 4,6 Prozent entspricht. Zuletzt waren US-Aktien 2011 so stark unter Druck geraten. Die Amerikaner sind laut einigen Finanzstudien zu einem sehr ungewöhnlich hohen Anteil ihrer finanziellen Assets investiert. Die Stimmung der Investoren war so gut wie lange nicht. Der Bullenmarkt hatte zuletzt Rekorde aufgestellt, was die Dauer des Anstieges ohne nennenswerte Korrektur angeht. Plötzlich steigende Zinsen hatten die Anleger verunsichert. In Anlehnung an den "Black Monday" genannten Börsen-Crash von 1987 - damals war der Dow um 23 Prozent abgeschmiert - sprechen Analysten von einem "dunkelgrauen Montag". Bereits am Freitag hatte der US-Arbeitsmarktbericht die Stimmung der Anleger kippen lassen. Das trotz boomender Wirtschaft bisher verhaltene Lohnwachstum fiel deutlich stärker als erwartet aus. Löhne steigen im Regelfall zuerst, dann zieht die Inflation oft nach. Auch in Deutschland hat die Gewerkschaft einen möglicherweise richtungsweisenden Lohnabschluss erreicht: Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie haben sich die Tarifparteien auf einen Abschluss verständigt. Die 900.000 Beschäftigten der Branche in Baden-Württemberg erhalten demnach von April 2018 an 4,3 Prozent mehr Geld und einen Anspruch auf eine verkürzte Vollzeit von bis zu 28 Wochenstunden für maximal zwei Jahre.


Auch werden bei diesem Kollaps wieder viele Fragen zum automatisierten Handel aufgeworfen. Ein gewisser Teil der Finanzmärkte ist inzwischen durch Computer-Programme gesteuert. Werden bestimmte technische Verkaufssignale generiert, werfen die "Algo-Trader" weitere Papiere auf den Markt und verstärken so den Kursverfall. Das "Flash Crash" genannte Phänomen dürfte auch bei dem Kursrückgang am Montag eine Rolle gespielt haben.


Aus unserer Sicht stellte der Montag eine technische Korrektur dar, die dazu beigetragen hat, einige schwache Hände aus dem Markt zu treiben. Derartige Tage erinnern die Investoren an das mit Aktien verbundene Schwankungsrisiko. Wir sehen die Märkte weiter grundsätzlich positiv. Allerdings stellt der Anstieg der Renditen in den USA eine Gefahr für die Aktieninvestoren dar.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Das war was letzten Montag: ein Minicrash an den Aktienmärkten rund um den Globus. Von den Erschütterungen der Aktienkurse profitierten die Rentenmärkte. Vielleicht ist der Renditeanstieg von US-Staatsanleihen der Auslöser; dadurch bieten sich nach langer Zeit wieder Alternativen in der Anlage, da Anleihen als nicht so schwankungsanfällig gelten wie Aktien. Unbestritten ist aber, dass die Anleger durch eine zunehmend schärfere Gangart der Notenbanken verunsichert wurden. Auslöser dafür waren positive Konjunkturzahlen, die einen Zinsschritt in den USA nahelegen und Europa womöglich mit Änderungen in der Zinspolitik folgen könnte.

Fazit Renten

Die Zinswende in den USA ist ja bereits vollzogen und vielleicht wird sich auch bei den EUR-Zinsen etwas ändern. Auch wenn wir uns vor Rückgängen bei den Anleihenkursen nicht entziehen können, sind wir mit unserer Ausrichtung einer relativ kurzen Laufzeitpositionierung richtig aufgestellt, um größere Verluste zu verhindern. Eine Änderung dieser Ausrichtung ist daher nicht angedacht.

WÄHRUNGEN

Aufgrund der Kursverwerfungen an den Aktienmärkten haben sich die sicheren Währungshäfen Schweizer Franken und Japanischer Yen nicht überdurchschnittlich aufgewertet. Der US-Dollar konnte sich jedoch im Vergleich zum Wochenschluss letzter Woche zum Euro etwas festigen.

Fazit Währungen

Der US-Dollar Anteil bleibt die mit Abstand am stärksten gewichtete Währung. Die Norwegische Krone und der Schweizer Franken bleiben in der Währungsallokation auf den Plätzen.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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