Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 6. März 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 6. März 2018)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralNiedrige Zinsen und geringe Risikoaufschläge gebieten eine kurze Laufzeit (etwa 4 Jahre) und die Konzentration auf hervorragende Schuldnerbonitäten.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Durch Reduktion des Volumens erfolgte eine Konzentration der eigentlichen Strategie. Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralAnfang November 2017 wurde der US-Dollar-Anteil auf knapp 43% erhöht. Aktive Positionierungen weit abseits der üblichen Indizes mit Fokus auf Rohstoffwährungen. Der Japanische Yen bleibt weiterhin außen vor.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung war seit Jänner 2012 durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Mit dieser Gewinnmitnahme wurde Liquidität aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können. Im Februar 2018 haben wir beschlossen, die breit gestreuten internationalen Aktienfonds aus der Schoellerbank Vermögensverwaltung mit Fonds zu verkaufen. Das frei gewordene Kapital wurde in Value Aktien und Dividenden Aktien - ausgewählt nach den Qualitätskriterien der Schoellerbank - investiert.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Breite Streuung über verschiedene Segmente wie: Wasser, Bergbau/Minen, Agribusiness, Holz und Energie. Höchste Gewichtung im Bereich Edelmetalle.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Weltwirtschaft läuft nach wie vor gut, allerdings ist am Horizont eine Unsicherheit aufgetaucht: Trump hat Strafzölle angekündigt. Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass die Angelegenheit in einen schweren globalen Handelskrieg ausartet. Führende Republikaner haben sich vehement gegen solche Strafzölle ausgesprochen. Klar ist, dass eine derartige Änderung des Welthandelsregimes seit dem Zweiten Weltkrieg ein disruptives Ereignis für die globale wirtschaftliche Entwicklung darstellen könnte. Zumindest die Börse glaubt nicht an einen großen schmerzhaften Handelskrieg. Der Informationsgehalt der Börsen ist in solchen Fragen oftmals deutlich höher als aus Zeitungsartikeln. "Unsere Stahl- und Aluminiumindustrien sind tot", twitterte der US-Präsident und legte damit nach seinen jüngsten Drohungen noch einmal nach. Freunde und Feinde seines Landes hätten Handelsvorteile auf Kosten der USA eingestrichen. Den Nafta-Partnern Kanada und Mexiko stellte er allerdings in Aussicht, von Importzöllen auf Stahl und Aluminium verschont zu werden, wenn sie ein neues Freihandelsabkommen für Nordamerika unterschreiben und den USA auch bei anderen Themen entgegenkämen. Die EU-Kommission kündigte an, am Mittwoch die Voraussetzungen zu schaffen, um schnell, deutlich und verhältnismäßig auf US-Schutzzölle reagieren zu können. Die deutsche Regierung unterstützt diesen Kurs. Trump droht damit, Importzölle von 25 Prozent auf Stahl- und 10 Prozent auf Aluminium-Lieferungen aus dem Ausland zu erheben. Er begründet dies auch mit Gefahren für die nationale Sicherheit, wenn die USA zu abhängig von Importen in diesem Bereich seien. Nachdem die Europäer Gegenmaßnahmen androhten, etwa Zölle auf typisch amerikanische Produkte, nahm Trump noch Autoimporte aus Europa ins Visier.
Die US-Dienstleister haben ihr Wachstumstempo im Februar nicht so stark gedrosselt wie gedacht: Der Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe fiel um 0,4 auf 59,5 Punkte. Das geht aus der Firmen-Umfrage des Institute for Supply Management (ISM) hervor. Damit bleibt das Barometer aber weiter deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern und nahe dem Jänner-Wert, der noch den höchsten Stand seit August 2005 markiert hatte. Die Unternehmen schufen mehr Jobs als zuletzt und verzeichneten auch anziehende Aufträge. Der Teilindex für das Neugeschäft kletterte auf den höchsten Stand seit fast 13 Jahren. Die Gefahr eines weltweiten Handelskrieges nimmt zu.
In diesem Jahr dürften die Aktien-Rückkäufe der US-Unternehmen ein neues Rekordniveau von etwa USD 800 Mrd. erreichen. Trotz der ausgesprochen hohen Bewertung der Wall Street und den ziemlich stark angestiegenen Zinsen ist es durch diese massive Nachfragesituation ziemlich unwahrscheinlich, dass es in diesem Jahr zu einem größeren Bärenmarkt kommt. Die Rückkäufe der Unternehmen, die direkten staatlichen Aktienkäufe, vor allem in Norwegen, Japan und der Schweiz, sowie das nach wie vor bestehende Anleihen-Kaufprogramm der EZB sind gewichtige Argumente des Bullenlagers. Ein ebenso bedeutendes Gegenargument des Bärenlagers ist, dass die US-Haushalte im Augenblick etwa 56 Prozent ihres Finanzvermögens in Aktien halten. Ein Modell folgt diesem Wert bis 1951 zurück und vergleicht diese Aktiengewichtung mit der Performance des S&P 500 Index in den jeweils 10 folgenden Jahren. Die Abhängigkeit dieser beiden Größen ist beeindruckend, der Korrelationskoeffizient liegt bei 0,91. Es handelt sich um eines der besten historisch rückgerechneten Modelle für die 10-Jahresprognose an der Wall Street. Das Modell sagt im Augenblick eine 10-Jahresperformance des S&P 500 Index von 1% voraus.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Die Inflationszahlen für Europa haben letzte Woche wieder etwas Schwäche gezeigt. Gegen den US-amerikanischen Trend kommt die Preisentwicklung in Europa nicht so richtig in Gang. Dementsprechend bewegten sich die Renditen in den vergangenen Wochen leicht nach unten und bescherten Rentenwerten leichte Gewinne. Am kurzen Ende hingegen sind die Zinsanhebungs-Phantasien der Marktteilnehmer etwas in die Nähe gerückt: Mittlerweile gehen Marktteilnehmer anhand der Euribor-Futures von positiven Geldmarktzinsen in der zweiten Jahreshälfte 2019 aus.

Fazit Renten

Die Kursverluste zu Jahresbeginn waren im Euroraum nicht stark genug, um die Laufzeiten zu erhöhen. Wir setzen weiter auf eine vorsichtige Ausrichtung beim Laufzeitenhebel sowie bei der Schuldnerqualität.

WÄHRUNGEN

Nach einer Erholung in den vergangenen Wochen setzte der Euro wieder zu einer Stärkephase an. Seit Jahresbeginn sind nur noch der Japanische Yen, die Norwegische Krone, der Schweizer Franken sowie die Dänische Krone im Plus. Schlusslicht seit Jahresbeginn ist der Kanadische Dollar, der einerseits am schwachen US-Dollar hängt, andererseits aber durch einen Handels-Streit mit den USA stark betroffen wäre.

Fazit Währungen

Neben dem US-Dollar mit etwa 41% setzen wir aktuell auf den Schweizer Franken (ca. 12%), die Norwegische Krone sowie den Kanadischen Dollar (jeweils ca. 10%). Wir rechnen nicht mit einem Anhalten der Euro-Stärke für ein weiteres Jahr und schätzen die Perspektiven für Fremdwährungs-Anleger mittlerweile deutlich interessanter ein. Sowohl die vergangenen Bewegungen als auch diverse Sentiments unterstützen diese Einschätzung.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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