Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 16. März 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 16. März 2018)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralNiedrige Zinsen und geringe Risikoaufschläge gebieten eine kurze Laufzeit (etwa 4 Jahre) und die Konzentration auf hervorragende Schuldnerbonitäten.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Durch Reduktion des Volumens erfolgte eine Konzentration der eigentlichen Strategie. Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralDer US-Dollar-Anteil liegt bei knapp über 40%. Aktive Positionierungen weit abseits der üblichen Indizes mit Fokus auf Rohstoffwährungen. Derzeit wird eine Aufnahme des CNY konkret geprüft, der USD würde im Gegenzug etwas reduziert werden.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung war seit Jänner 2012 durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Mit dieser Gewinnmitnahme wurde Liquidität aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können. Im Februar 2018 haben wir beschlossen, die breit gestreuten internationalen Aktienfonds aus der Schoellerbank Vermögensverwaltung mit Fonds zu verkaufen. Das frei gewordene Kapital wurde in Value Aktien und Dividenden Aktien - ausgewählt nach den Qualitätskriterien der Schoellerbank - investiert.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Breite Streuung über verschiedene Segmente wie: Wasser, Bergbau/Minen, Agribusiness, Holz und Energie. Höchste Gewichtung im Bereich Edelmetalle.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Der schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und praktisch dem Rest der Welt bereitet uns Sorgen. Gewöhnlich sind für uns politische Themen eher von untergeordneter Bedeutung. Für die Börse ist stets entscheidend welchen Einfluss bestimmte Rahmenbedingungen auf die Gewinnsituation der Unternehmen ausüben. Die möglichen Auswirkungen eines globalen Handelskonfliktes sind nicht sicher prognostizierbar. Es gibt in der Vergangenheit nur wenige Beispiele, welche Auswirkungen große Handelskonflikte auf die Gewinne, die Gesamtwirtschaft und die politische Situation hatten. Eigentlich sind diese Zeiten längst totgeglaubt. Durch Trump sind diese Ängste nun wieder da. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu solch einem Konflikt kommt, halten wir für gering, weil das wirtschaftliche Risiko für alle Beteiligten enorm hoch erscheint. In den USA wurde im Mai 1929 der Smoot-Hawley Tarif von der US-Regierung beschlossen und 1930 in Kraft gesetzt. Die Börse reagierte allerdings erst im Herbst 1929. 1930 unterzeichneten über 1.000 Ökonomen (u.a. Irving Fisher und Frank Graham) eine Petition gegen diesen Act. Die Importe der USA sanken zwischen 1929 und 1933 um atemberaubende 66%! Die Exporte fielen ähnlich stark, um 61%. Die Weltwirtschaft geriet ins Straucheln. In zahlreichen Staaten, besonders in Deutschland, Italien und Japan, wurde damit der Boden für starke nationalistische Tendenzen bereitet. Robuste Studien von Junker, Pressler und Kindleberger kommen zu dem Ergebnis, dass der US-Protektionismus die Weltwirtschaftskrise zumindest deutlich verschärfte. Gab es 1921 lediglich rund 40 Investmentgesellschaften in den USA, so stieg deren Anzahl in einem der größten Bullenmärkte der Geschichte bis 1927 auf über 300 an. Zwischen 1927 und 1929 verzeichneten Investmentgesellschaften einen mehr als zehnfachen (!) Anstieg ihres Gesamtvermögens. Gegen Ende der Zwanziger wurde aus dem Optimismus Euphorie. Anleger nahmen Kredite für Wertpapierkäufe im Rekordvolumen auf. Im September 1929 erreichte der Dow Jones mit 381 Punkten ein neues All-Time-High. Der Index hatte sich beinahe versechsfacht. Professor Stagg Lawrence von der Princetown Universität sprach nach dem Kursrutsch Ende September öffentlich davon, dass er nicht verstehen könne, warum die Aktien überbewertet sein sollten. Überall brachen die Kurse weiter ein. Freier Fall: Bis 1932 verlor der Dow Jones 89% an Wert. Erst ein Vierteljahrhundert später, im Jahr 1954, sollte der Dow das All-Time High von 381 Punkten wieder erreichen und überbieten.
Aus unserer Sicht dürften die Verantwortlichen die Lehren aus der Vergangenheit gezogen haben und trotz aller Drohungen am Ende keinen globalen Handelskrieg vom Zaun brechen. Aus fundamentaler Sicht ist die US-Börse ausgesprochen teuer. Das ist auch verständlich, da die Gewinnwachstumsrate in diesem Jahr aufgrund der US-Steuerreform besonders hoch ausfallen sollte und an die 20% Marke heranreichen könnte. Der Dow-Jones-Index hat sich seit 2009 in etwa vervierfacht. Viele asiatische Börsen wie z.B. Südkorea oder Japan gefallen uns aus fundamentaler Sicht weiter sehr gut. Wir könnten uns an diesen Börsenplätzen langfristige Renditen vorstellen, die sich mit der historischen Renditeentwicklung decken. An der US-Börse sehen die langfristigen Perspektiven dagegen deutlich schwächer aus. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der US-Markt die langfristig erreichte Rendite am Aktienmarkt von 10% in den nächsten 10 Jahren erreichen wird können. Viele Modelle weisen eher in Richtung 1% bis 4% Rendite. Wir bleiben am US-Aktienmarkt stark untergewichtet und in Asien entsprechend stark übergewichtet.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Im bisherigen Jahresverlauf weisen die meisten Anlageklassen im Rentenbereich eine negative Performance aus. Auch der weitere Jahresverlauf dürfte tendenziell steigende Renditen bringen, wenngleich die schwache Inflationsentwicklung einen allzu sprunghaften Anstieg verhindern sollte. Relativ gut gehalten haben sich bisher risikobehaftete Anleihen, die von weiter einengenden Risikoprämien profitierten. Genau hier liegt jedoch die größte Gefahr: Ein Anstieg der Marktvolatilität, wie im Aktiensegment bereits gesehen, könnte gerade schwächere Bonitäten verstärkt unter Druck bringen.

Fazit Renten

Der Renditeanstieg seit Jahresbeginn sollte unserer Ansicht nach noch nicht zum Aufbau von Durationsrisiken genützt werden. Angesichts der möglichen Beendigung der Wertpapierkäufe durch die EZB noch im Jahresverlauf erscheint uns hier aktuell noch kein Handlungsbedarf.

WÄHRUNGEN

Der US-Dollar bewegt sich gegenüber dem Euro momentan seitwärts. Die zahlreichen Personalwechsel der US-Administration dürften den positiven Ausblick der FED hinsichtlich weiterer Zinserhöhungen neutralisieren. Ob die Einführung von Strafzöllen mittelfristig tatsächlich dem Greenback Rückenwind verschafft, bleibt abzuwarten.

Fazit Währungen

Neu beschlossen wurde die Aufnahme des Chinesischen Renminbi (5%) in das Fremdwährungsportfolio der Schoellerbank. In den nächsten Tagen wird die praktische Umsetzung (Handel, Settlement) geprüft. Im Gegenzug wird der US-Dollar reduziert.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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