Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 17. April 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 17. April 2018)

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Schoellerbank Markteinschätzung159 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAufgrund der niedrigen Zinsen und geringen Risikoaufschlägen investieren wir in kurze Restlaufzeiten (etwa 4 Jahre) und konzentrie­ren uns auf hervorragende Schuldner.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralInnerhalb des Dollar-Blocks erfolgte Mitte April 2018 eine Umschichtung in Höhe von 5% zulasten des US-Dollars und zugunsten des Renminbi. Die chinesische Währung verdoppelt daher ihre Gewichtung in der Währungsallokation auf 10%. Der US-Dollar ist aktuell mit 30% gewichtet.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung ist seit über fünf Jahren durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Wir haben mit diesem Schritt Gewinne mitgenommen und trockenes Pulver aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können. Im Februar 2018 haben wir beschlossen, die breit gestreuten Aktienfonds aus der Schoellerbank Vermögensverwaltung mit Fonds zu verkaufen. Das frei gewordene Kapital wurde in Value Aktien und Dividenden Aktien - ausgewählt nach den Qualitätskriterien der Schoellerbank - investiert.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Breite Streuung über verschiedene Segmente wie: Wasser, Bergbau/Minen, Agribusiness, Holz und Energie. Höchste Gewichtung im Bereich Edelmetalle.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Einer der größten Business-Bestseller aller Zeiten! Das ist noch eine Untertreibung. Laut dem US-Präsidenten, überhaupt das zweitbeste Buch nach der Bibel, ist sein eigenes Buch "The Art Of The Deal" - 367 Seiten stark. Im Jahr 1987 hat er dieses Buch mit üppiger Ghostwriting-Hilfe des Journalisten Schwartz publiziert. Forderungen die man aufstellt, sollten demnach mehr Taktik (!) als Ergebnis-Endziel sein. Der ein oder andere Tweet des Präsidenten wird durch diese Geisteshaltung vielleicht etwas relativiert. Den Börsen bereitet die Unberechenbarkeit von Trump gewisse Sorgen, allerdings keine sehr handfesten. Historische Untersuchungen zeigen eindrucksvoll, dass es an der Börse nicht um Politik oder sonstige Dinge, sondern letztlich um die Gewinnentwicklung der Unternehmen geht. Die Firmen im S&P 500 Index haben letztes Jahr eine Gewinnsteigerung von 10,8 Prozent erzielt. Das ist eine ziemlich starke Entwicklung. 2012 und 2013 lag dieser Wert vergleichsweise bei "nur" knapp über sechs Prozent. Zweistellige Gewinn-Wachstumsraten sind überhaupt selten. 2010 verzeichneten die genannten Firmen eine Gewinnsteigerung von sagenhaften 38 Prozent, aber auch nur, weil zuvor, im Jahr 2008 aufgrund der Finanzkrise, die Gewinne um ebenso sagenhafte 33 Prozent eingebrochen sind. Entsprechend stark fielen damals auch die Börsenschwankungen aus. Wie ist das Gewinn-Zahlen-Set jetzt? Nun, nach der guten Entwicklung 2017 erwartet der Markt für dieses Jahr eine kaum glaubliche Gewinnsteigerung von knapp 20 Prozent! Ist das eine völlig übertrieben positive Erwartungshaltung? Nein, sicherlich nicht. Das liegt daran, dass ein gewichtiger Teil dieser Gewinnsteigerungen nicht aus einer vorhergesagten, besonders positiven konjunkturellen Entwicklung entspringt, dann wäre dies tatsächlich eine wagemutige Prognose. Vielmehr resultiert diese Schätzung aus den Auswirkungen der US-Steuerreform auf die Nach-Steuer-Gewinne. Die US-Unternehmen hatten es bis dato mit einem Steuersatz von 38,9 Prozent zu tun. Das ist bzw. war einer der höchsten Steuersätze in den entwickelten Nationen. Durch die Trumpsche Steuerreform wird dieser Satz für die Unternehmen im S&P 500 Index nun auf kompetitive 21,9 Prozent reduziert. Dieser Schätzwert dürfte in der laufenden Berichtssaison noch geringfügig adaptiert werden, wenn die Unternehmen sehr konkrete Zahlen dazu veröffentlichen. Auch für 2019 ist die Erwartungshaltung an die Gewinnentwicklung hoch. Der Markt geht derzeit von einer Steigerung von etwas über 10 Prozent aus. Das ist allerdings noch mit relativ hohen Unsicherheiten behaftet. Durch diese hohen Gewinnsteigerungen sinkt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), weil der Nenner (also die Gewinne) ansteigt. Konkret fällt das KGV auf Basis der erwarteten Gewinne für das Jahr 2019 auf 15,4. Das durchschnittliche KGV der letzten 30 Jahre beträgt 16. Der US-Markt war (und ist) vor kurzem auf Basis der 2017 Gewinne hoch bewertet. Zwar relativierte sich dieses Bewertungsargument für die 2017er Gewinne, auf denen der Markt derzeit auf einem KGV von knapp über 20 notiert, durch die tiefen Zinsen. Historisch liegt ein KGV von 20 aber im oberen Drittel der empirischen Bandbreite. Die Zinssituation hat sich nur geringfügig geändert. Die Renditen zweijähriger Staatsanleihen für die entwickelten Märkte bewegen sich im Moment bei 0,6 Prozent, der historische Schnitt in den letzten 30 Jahren betrug knapp 3 Prozent. Vor diesem Hintergrund ist ein KGV von 20 für die 2017er Gewinne noch in Ordnung, für die 2019er Gewinne aber (KGV von 15,4) ist das sowohl historisch und erst recht in Anbetracht der Zinssituation billig (weil unter dem 30 Jahresdurchschnitt).
Üblicherweise betragen die Rückzahlungen an die Aktionäre (Dividendenzahlungen + Aktienrückkäufe) in den USA etwa USD 500 Mrd., der Höchstwert lag bei USD 1 Billion. Die S&P 500 Unternehmen haben etwa USD 1.800 Mrd. im Ausland gebunkert. Durch die Steuerreform geht der Markt davon aus, dass ein gewichtiger Teil dieser Gelder dafür verwendet werden wird, um Teile dieses Geldes an die Aktionäre auszuschütten. Konkret liegt die Erwartungshaltung für 2018 bei einer Rückzahlung von sage und schreibe USD 1.300 Mrd.! Im nächsten Jahr sollte diese Summe den augenblicklichen Schätzungen zufolge sogar noch geringfügig höher ausfallen. Das sind Rekordwerte. Einige Analysten interpretieren dies dahingehend, dass dies bereits das nahende Ende eines Bullen-Zyklus bedeuten könnte. Andere Analysten meinen dazu, dass dies eines der wichtigsten Pro-Aktien-Argumente überhaupt darstellt.
Die Sentiment-Indikatoren zeigen insgesamt keine besonders gute Stimmung an. Es reicht aber noch nicht, um von harten antizyklischen Kaufsignalen aus diesem Analysebereich zu sprechen. Die Weltwirtschaft läuft weiter gut. Das Damoklesschwert sind die Handelsauseinandersetzungen diverser Nationen mit den USA. Aktuell gefährdet dies die Gewinne der S&P 500 Unternehmen nicht. Eine Eskalation würde freilich die Gewinnsituation möglicherweise negativ beeinflussen. Rein technisch hat der Markt die jüngste Korrektur von 11,85 Prozent im S&P 500 Index noch nicht vollständig verdaut. Derzeit liegt der Markt noch etwa 6,7 Prozent unter dem Allzeithoch und ist offensichtlich auf Aufholjagd.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Aufgrund der geopolitischen Spannungen zwischen den USA und Russland hätte man eigentlich die letzten Tage mit höheren Kursen bei qualitativ hochwertigen Anleihen rechnen können, aber stattdessen dümpelt der Anleihen- aber auch der Aktienmarkt dahin. Drastische Kursbewegungen blieben aus, obwohl der Handelskonflikt zwischen USA und China, die Sanktionen der USA gegenüber Russland und der Syrienkonflikt genug Material liefern würden. Zinserhöhungen in der Eurozone scheinen momentan kein Thema zu sein, dazu sind die Inflationsaussichten zu moderat.

Fazit Renten

Die Ausrichtung in unseren Mandaten bleibt vorerst unverändert: Mittlere Laufzeiten im Euro-Bereich und eine etwas längere Zinsbindung im US-Dollar-Bereich. Die Anleihen bleiben unabhängig von der Währung bonitätsmäßig auf höchstem Niveau.

WÄHRUNGEN

Wahrscheinlich ist momentan die Währungsentwicklung des Rubel zum US-Dollar bzw. zum Euro am interessantesten zu beobachten. Der Rubel schwächte sich infolge der Sanktionen durch die USA in den letzten Tagen ab. Seit Jahresbeginn sind bei den G-10-Währungen das Britische Pfund, die Norwegische Krone und der Japanische Yen auf der Gewinnerseite zum Euro zu finden. Zulegen konnte die Gemeinschaftswährung deutlich zur Schwedischen Krone (fast 6 Prozent seit Jahresbeginn). Zum US-Dollar liegt der Euro seit Jahresbeginn mit fast 3 Prozent voran, wobei sich die Entwicklung seit Ende Jänner 2018 in relativ engen Bahnen abspielt.

Fazit Währungen

Der Dollar-Block (USD, CAD, NZD, HKD, CNY, CAD und AUD) bleibt mit 66% unverändert. Allerdings findet innerhalb dieses Blocks eine Umschichtung in Höhe von 5% zulasten des US-Dollars und zugunsten des Renminbi statt. Die chinesische Währung verdoppelt daher ihre Gewichtung in der Währungsallokation auf 10%.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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