Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 23. April 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 23. April 2018)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAufgrund der niedrigen Zinsen und geringen Risikoaufschlägen investieren wir in kurze Restlaufzeiten (etwa 4 Jahre) und konzentrie­ren uns auf hervorragende Schuldner.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralInnerhalb des Dollar-Blocks erfolgte Mitte April 2018 eine Umschichtung in Höhe von 5% zulasten des US-Dollars und zugunsten des Renminbi. Die chinesische Währung verdoppelt daher ihre Gewichtung in der Währungsallokation auf 10%. Der US-Dollar ist aktuell mit 30% gewichtet.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung ist seit über fünf Jahren durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Wir haben mit diesem Schritt Gewinne mitgenommen und trockenes Pulver aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können. Im Februar 2018 haben wir beschlossen, die breit gestreuten Aktienfonds aus der Schoellerbank Vermögensverwaltung mit Fonds zu verkaufen. Das frei gewordene Kapital wurde in Value Aktien und Dividenden Aktien - ausgewählt nach den Qualitätskriterien der Schoellerbank - investiert.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Breite Streuung über verschiedene Segmente wie: Wasser, Bergbau/Minen, Agribusiness, Holz und Energie. Höchste Gewichtung im Bereich Edelmetalle.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Das Verhältnis von Kurs zu Gewinn (KGV) liegt derzeit für den Weltaktienmarkt, gemessen am MSCI Weltindex, für das Jahr 2019 derzeit bei 14 und die Dividendenrendite liegt bei 2,6 Prozent. Angesichts der Zinssituation in Europa und Japan, ist das eine relativ günstige Bewertung für Aktien. Dennoch sieht die Analyse der Nachfrageseite von privaten US-Investoren, die in der Vergangenheit die gewichtigsten Nachfrageimpulse nach Aktien lieferten, eher mau aus. Das liegt daran, dass die Stimmung bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung der USA unter Privatleuten sehr gut ist. Die Stimmung der US-Konsumenten ist konkret so gut wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Im Februar stieg das Barometer des Conference Board Institut für das Verbrauchervertrauen überraschend kräftig um 6,5 auf 130,8 Punkte. Die Befragten schätzten sowohl ihre Lage als auch ihre Aussichten positiver ein als zuletzt. Die Verbraucher bilden mit ihren Ausgaben das Rückgrat der US-Wirtschaft, da der private Konsum etwa 70 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht. Das Bruttoinlandsprodukt ist 2017, im ersten Amtsjahr von Präsident Donald Trump, um 2,3 Prozent gewachsen. Entsprechend hoch sind die privaten US-Investoren am US-Aktienmarkt gewichtet. In der Vergangenheit war das für die jeweils kommende 10-Jahresperiode eine denkbar schlechte Voraussetzung. Allerdings hat sich die Welt gewandelt. Mittlerweile sind nicht mehr die privaten Investoren, sondern die Unternehmen selbst die treibende Kraft am US-Aktienmarkt. Hier sollte die Nachfrageseite im Gegensatz zu den privaten Investoren nicht nur völlig intakt sein, sondern könnte dieses Jahr einen neuen Allzeithöchstwert erreichen. Das liegt vor allem an der US-Steuerreform, die zumindest potenziell sehr viel Geld für Aktienrückkäufe freimachen könnte. Analysten erwarten von den S&P 500 Unternehmen Ausschüttungen an die Aktionäre sowie Aktienrückkäufe im Volumen von atemberaubenden USD 1.300 Mrd.
Analysten erwarten für den japanischen Aktienmarkt in diesem Jahr einen Gewinnzuwachs von über 22 Prozent, das ist sehr ungewöhnlich. Auch am US-Aktienmarkt geht der Markt von einer Gewinnsteigerung von knapp 20 Prozent aus, was weit von normalen Gewinnwachstumsraten entfernt und in erster Linie der US-Steuerreform geschuldet ist. In Europa liegt die Erwartungshaltung bei relativ normalen 8 Prozent.
Selbst wenn man Verschuldungskennzahlen in das Bewertungskalkül einbezieht, was Sinn macht, stellt man eine deutliche Reduktion der Bewertungskennzahlen fest. So fällt z.B. das Verhältnis des Unternehmenswertes, in dem Schulden mit eingerechnet sind, im Vergleich mit dem operativen Gewinn (sog. EV/EBITDA) von 13,2 (laufende Gewinnbasis) im Vergleich mit dem Jahr 2019 auf 10,4. In diesen Wert können Finanzwerte nicht mit eingerechnet werden.
Historisch lässt sich nachweisen, dass die Aktienkurse zwar stark um die Gewinnentwicklung herum schwanken, der Gleichlauf zwischen der Gewinn- und Aktienentwicklung ist aber enorm. In diesem Jahr dürften die Gewinne stark zulegen. Welche Auswirkung wird der Nordkorea-Konflikt auf die Gewinne der US-Unternehmen haben? - Vermutlich keine messbare, sofern es nicht zu einem Atomkrieg kommt. Wie sieht es mit dem im Augenblick schwierigen Verhältnis des Westens mit Russland aus? - Auch hier erwartet die große Mehrzahl der Analysten keinen starken Einfluss auf die Gewinne der US-Unternehmen (sehr wohl aber auf russische Firmen). In Sachen Handelsgespräche kann man noch nicht von einer Konsenserwartungshaltung in Bezug auf die Gewinne sprechen. Die Ökonomen tun sich noch schwer zu beurteilen, was US-Präsident Trump in Sachen Handelsgesprächen vorhat. Ein echter Handelskrieg könnte natürlich im Worst Case einen erheblich negativen Einfluss auf die US-Gewinne haben. Davon ist aber im Moment nicht auszugehen.
Technische Modelle, denen wir allerdings keine hohe Priorität einräumen, zeigen weiterhin eine steigende Börse an. Die Stimmungslage der Investoren ist derzeit lauwarm, weder besonders schlecht, noch besonders gut.
Ein wichtiges Argument des Bärenlagers ist, dass die FED voraussichtlich an ihrem Kurs, dem Markt Liquidität zu entziehen, festhalten wird. Das Wachstum ist ansprechend, die Inflationsraten entwickeln sich tendenziell nach oben.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Ausgelöst durch einen Anstieg wichtiger Rohstoffpreise sind die Renditen vergangene Woche sprunghaft nach oben ausgebrochen. Binnen weniger Tage rentieren deutsche Bundesanleihen um knapp 15 BP höher bei aktuell 0,63 Prozent. Die Risiken für weiter steigende Renditen sind jedenfalls vorhanden. Sowohl Wachstum, als auch Inflation befinden sich in Europa auf einem klaren Erholungspfad und auch die Währung drückt absolute Stärke aus.

Fazit Renten

Wir beobachten weiterhin mit Argusaugen die Entwicklung an den Rentenmärkten. Aufgrund der gestiegenen Risiken von höheren Renditen werden wir die Restlaufzeit konventioneller Anleihen bei Mittelflüssen und Umschichtungen auf 3,5 Jahre reduzieren.

WÄHRUNGEN

Das Währungspaar EUR/USD befindet sich seit 3 Monaten in einem erstaunlich engen Handelsband. Offensichtlich fehlen Marktteilnehmern die entscheidenden Impulse, um die auffällige Seitwärtsbewegung zu beenden. Auf Wochensicht ist der US-Dollar die stärkste Währung. Sollte sich dieser kurzfristige Trend fortsetzen, könnte ein neuer Versuch unternommen werden, die enge Handelsspanne nach unten (=stärkerer US-Dollar) zu durchbrechen.

Fazit Währungen

Nachdem in der Vorwoche die Positionierung im chinesischen Renminbi auf 10% verdoppelt wurde, kam es in dieser Woche zu keinen Veränderungen. Der Dollar-Block (USD, CAD, NZD, HKD, CNY, CAD und AUD) bildet mit 68% eine überwiegende Mehrheit.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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