Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 5. April 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 5. April 2018)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAufgrund der niedrigen Zinsen und geringen Risikoaufschlägen investieren wir in kurze Restlaufzeiten (etwa 4 Jahre) und konzentrie­ren uns auf hervorragende Schuldner.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralDer US-Dollar-Anteil liegt bei knapp 35%. Aktive Positionierungen weit abseits der üblichen Indizes mit Fokus auf Rohstoffwährungen. Zuletzt wurde der CNY im Ausmaß von 5% neu aufgenommen, im Gegenzug wurde der USD entsprechend reduziert.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung ist seit über fünf Jahren durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Wir haben mit diesem Schritt Gewinne mitgenommen und trockenes Pulver aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können. Im Februar 2018 haben wir beschlossen, die breit gestreuten Aktienfonds aus der Schoellerbank Vermögensverwaltung mit Fonds zu verkaufen. Das frei gewordene Kapital wurde in Value Aktien und Dividenden Aktien - ausgewählt nach den Qualitätskriterien der Schoellerbank - investiert.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Breite Streuung über verschiedene Segmente wie: Wasser, Bergbau/Minen, Agribusiness, Holz und Energie. Höchste Gewichtung im Bereich Edelmetalle.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

In der Finanzanalyse setzen wir einen relativ starken Fokus auf den US-Markt, obschon wir den asiatischen Aktienmarkt im Moment stark übergewichtet sind. Wir gehen davon aus, dass die USA weiterhin als eine Art Leitbörse fungiert. Wir gehen in Asien von einem deutlich stärkeren Momentum aus, allerdings dürften künftige Rückschläge an der Wall Street auch Asien treffen. Im Augenblick ist der Fokus der Märkte ziemlich stark auf politische Umstände gerichtet. Wie sinnvoll ist es, derartige politische Faktoren mit in das Kalkül, was die Börsenentwicklung angeht, einzubeziehen? Naturgemäß kann diese Frage nur aus der empirischen Forschung heraus beantwortet werden. In der Vergangenheit hat es nur einen Fall gegeben, bei dem es tatsächlich sinnvoll war, auf politische Rahmenbedingungen zu reagieren: In den USA wurde im Mai 1929 der Smoot-Hawley Tarif von der US-Regierung beschlossen und 1930 in Kraft gesetzt. Die Börse reagierte allerdings erst im Herbst 1929. Die Importe der USA sanken zwischen 1929 und 1933 um 66%! Die Exporte fielen ähnlich stark. Die Weltwirtschaft geriet ins Straucheln. In zahlreichen Staaten, besonders in Deutschland, Italien und Japan, wurde damit der Boden für starke nationalistische Tendenzen bereitet. Freier Fall: Bis 1932 verlor der Dow Jones 89% an Wert. Erst ein Vierteljahrhundert später, im Jahr 1954, sollte der Dow das All-Time High von 381 Punkten wieder erreichen und überbieten. Ansonsten war es in den letzten 150 Jahren nicht sinnvoll auf politische Rahmenbedingungen zu reagieren.
Werfen wir einen Blick auf einige wichtige Ereignisse nach der großen Depression und die Entwicklung des Aktienmarktes am Beispiel des amerikanischen Leitindex: Am 7. Dezember 1941 fand der Angriff auf Pearl Harbour statt, wodurch der Dow Jones bis Weihnachten 8,8% verloren hat. Bis April 1942 gab der Index weiter nach und verlor von seinem damaligen Top 20% - bereits ein Jahr später lag der Dow jedoch schon wieder deutlich im Plus - 15% über den Ständen vor der Attacke. Die Invasion von Nordkorea in Südkorea im Juni 1950 beeinflusste die amerikanische Leitbörse drei Wochen lang und kostete 12%. Nach einem Jahr lag der Index im Plus und zwar um 13%. Die Ermordung Präsident Kennedy’s am 22.11.1963 schockierte zwar die Nation, wirkte sich an der Börse allerdings nur mit einem Minus von 2,9% am Tag der Tragödie aus und hatte sonst keine weiteren negativen Effekte. Die Invasion des Irak in Kuwait im August 1990 drückte die Notierungen in den zwei darauffolgenden Monaten um über 18%. Auch in diesem Fall lag der Dow Jones nach 12 Monaten wieder im Plus. Es gibt Zeiten, in denen der gewöhnliche Verlauf an den Aktienmärkten und in Volkswirtschaften durch außerordentliche exogene Ereignisse verändert wird - manchmal nur für kurze Zeit, manchmal für einen längeren Zeitraum. Was alle Geschehnisse gemein haben ist, dass die Börsen trotz dieser oft tragischen Vorfälle nach meist nicht allzu langer Zeit wieder auf höheren Niveaus notierten als zuvor.
Wie auch immer, die politischen Rahmenbedingungen stellen derzeit einen hohen Unsicherheitsfaktor dar. Aufgrund der historischen Erfahrungen, selbst bei weltbewegenden Ereignissen, sollte man sich nicht vom aktuellen politischen Geschehen verrückt machen lassen.
Der US-Aktienleitindex S&P 500 handelt im Augenblick bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 16, wenn man die geschätzten Gewinne für das Jahr 2019 als Gewinnreferenz heranzieht. Die Markterwartung für das laufende Quartal liegt im Moment bei einer Gewinnsteigerungsrate von etwa 16%, gerechnet seit dem ersten Quartal 2017. Für das Gesamtjahr 2018 erwartet sich der Markt ein Wachstum der Gewinne von 19%! Die hohe Erwartungshaltung liegt vor allem an den Netto-Gewinn-Effekten der US-Steuerreform. Diese im historischen Vergleich ungewöhnlich hohen Schätzungen könnten sich allerdings als relativ konservativ herausstellen, da die jüngsten Zahlen aus den USA gezeigt haben, dass auch die Verbraucher von der US-Steuerreform profitieren und damit die Gewinne der Unternehmen zusätzlich beflügeln könnten. Auch könnten in diesem Jahr rekordhohe Aktienrückkäufe der US-Unternehmen den Markt abstützen. Historische Auswertungen zeigen zudem, dass der April, aus rein saisonalen Aspekten, an sich ein guter Aktienmonat ist.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Neutral". Am 27. März 2017 haben wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Anleihen sind im Zuge zunehmender Verunsicherung wieder vermehrt gefragt. Neben den klassischen sicheren Häfen, wie deutschen Bundesanleihen oder Covered Bonds, können diesmal aber auch Peripheriestaaten profitieren. Staatsanleihen aus Spanien und Italien zählen seit Jahresbeginn zu den wenigen Gewinnern innerhalb der Rentensegmente. Die Zinserhöhungsphantasien in der Eurozone werden momentan angesichts moderater Inflationsaussichten wieder etwas ausgepreist. Mit einer schnellen Zinswende ist also nicht zu rechnen.

Fazit Renten

Der Renditeanstieg seit Jahresbeginn hat sich in den letzten Wochen angesichts des Säbelrasselns zwischen den USA und China wieder relativiert. Ein deutliches Indiz, dass noch von keinem stabilen Renditeaufwärtstrend gesprochen werden kann. Wir verbleiben mit unserer moderaten Laufzeitensteuerung in Lauerstellung.

WÄHRUNGEN

Viele offene Fragen beschäftigen die Anleger im Moment. Sprechen die Entwicklungen im Handelsstreit, angesichts einer vorsichtiger werdenden FED, für einen schwächeren Dollar? Oder treiben die Zölle die Inflation nach oben, sodass die US-Notenbank aggressiver agieren wird. Dies würde den US-Dollar wohl eher beflügeln. Zum Euro befindet sich der US-Dollar weiterhin in einer verdächtig anmutenden Seitwärtsbewegung.

Fazit Währungen

Aufgrund seiner Koppelung an den US-Dollar wird der neu aufgenommene Renminbi zum Dollar-Block (USD, CAD, NZD, HKD, CNY, CAD, AUD) gezählt. Dieser bildet mit 66% eine Mehrheit im Fremdwährungsportfolio der Schoellerbank.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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