Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 15. Mai 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 15. Mai 2018)

Downloads

TypDokumentDatei-Größe
Schoellerbank Markteinschätzung147 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp 4 Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralNach einem schwierigen 2017 feiern Fremdwährungen 2018 gerade ein come-back. Wir haben den US-Dollar Anteil zu Gunsten des Renminbi (gut 10%) reduziert. Auch Rohstoffwährungen bleiben weiter ein wichtiger Teil der Strategie.
AktienÜbergewichtetAm 02. Mai 2018 hat die Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf „Übergewichtet“ zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgt vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wird auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wird nicht weiter erhöht und macht nach der Aktienanhebung ca. 35% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote werden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Strategierunde hat in der letzten Sitzung beschlossen, die Aktienquote in den Vermögensverwaltungs-Mandaten mit Aktienanteil von "Neutral" auf "Übergewichtet" zu erhöhen. Am 27. März 2017 hatten wir die Aktienquote um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.
Im April waren die Verbraucherpreise im Euro-Raum nur um 1,2 Prozent gestiegen, nachdem es im März 1,3 Prozent waren. Seit Frühjahr 2013 verfehlt die EZB jetzt schon ihr Inflationsziel von knapp zwei Prozent. Diesen Wert strebt sie mittelfristig als ideales Niveau an. Das Wirtschaftswachstum hat sich zudem zwischen Januar und März fast halbiert: Es lag nur noch bei 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. In den drei Quartalen davor betrug das Plus jeweils 0,7 Prozent. Die Euro-Notenbank hatte zwar mit einer Verlangsamung gerechnet, laut Chefvolkswirt Peter Praet geschah dies aber schneller als gedacht. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann will die Normalisierung der Geldpolitik trotzdem nicht auf die lange Bank schieben. Denn diese werde einige Zeit in Anspruch nehmen und verschaffe der EZB auch mehr Spielraum, um auf künftige Krisen reagieren zu können. Die US-Notenbank Fed hat sich diesen Puffer bereits geschaffen: Nach dem Ende ihrer Anleihenkäufe im Herbst 2014 begann sie Ende 2015 damit, die Zinsen in kleinen Schritten wieder anzuheben. Aktuell liegt der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld in einer Spanne zwischen 1,5 und 1,75 Prozent. Für die EZB ist das noch Zukunftsmusik. Viele Ökonomen rechnen frühestens um die Jahresmitte 2019 mit der ersten Zinsanhebung seit 2011. Sie gehen davon aus, dass die EZB ihre Anleihenkäufe bis zum Jahresende einstellen wird - womöglich mit einer kurzen Auslaufphase von Oktober bis Dezember. Die insgesamt auf EUR 2,55 Bio. angelegten Transaktionen sind bislang bis Ende September geplant. Bei den Zinssitzungen Mitte Juni oder Ende Juli dürfte der EZB-Rat entscheiden, wie es danach weitergehen soll.
Sinkende Exporte, schwächelnder Konsum und Sondereffekte, wie die Grippewelle, haben das Wachstum der deutschen Wirtschaft zu Jahresbeginn halbiert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Januar bis März nur noch um 0,3 Prozent zum Vorquartal zu - ein kleineres Plus gab es zuletzt vor drei Jahren. Dennoch erwarten weder Ökonomen noch Regierung ein baldiges Ende des Konjunkturbooms: Rekordbeschäftigung und Lohnzuwächse dürften den Konsum wieder anschieben. Die gute Weltwirtschaft sollte die Ausfuhren, trotz des ungelösten Handelsstreits mit den USA, stützen. Das BIP legte bereits das 15. Quartal in Folge zu, wenn auch langsamer als von Ökonomen mit 0,4 Prozent vorhergesagt. "Das ist die längste Aufschwungphase seit 1991", erklärte das Statistische Bundesamt. Ende 2017 hatte es allerdings noch zu einer Rate von 0,6 Prozent gereicht. Dadurch weist die einstige Wachstumslok jetzt ein langsameres Tempo auf als die Euro-Zone, die im ersten Quartal auf 0,4 Prozent kam. Auch die US-Wirtschaft wächst mit moderatem Tempo, aber sie wächst. Im Falle der USA ist das Wachstum allerdings relativ stark von der staatlichen Seite kreditfinanziert. So lange die Zinsen relativ tief sind, ist das kein gravierendes Problem. Steigende Zinsen wären allerdings bei einer Staatsverschuldung von 106% - mit stark steigender Tendenz - eine nicht zu unterschätzende Thematik, weil sich dadurch künftig hohe Staatsausgaben immer schwieriger gestalten.
Die Sentiment-Indikatoren sind größtenteils neutral. Die Bewertung ist in Asien nach wie vor ausgesprochen günstig. Auch in den USA ist die Bewertung für die erwarteten Gewinne im nächsten Jahr unter dem 30 Jahresdurchschnitt. Das liegt vor allem an den enormen Gewinnzuwächsen. Die Analysten haben mit ihren an sich hohen Erwartungen noch Understatement betrieben. Nachdem die meisten Unternehmen aus dem S&P 500 Index ihre Gewinne berichtet haben, steht derzeit ein Gewinnwachstum von 26,7 Prozent (!) zu Buche. Das liegt vor allem an der US-Steuerreform, aber auch am stark gestiegenen Ölpreis. Das Umsatzwachstum liegt dementsprechend nur knapp über 8 Prozent. Die USA sind, noch vor Saudi-Arabien, durch das Fracking zur größten Ölfördernation aufgestiegen. Die US-Energieunternehmen konnten ihre Gewinne im letzten Quartal um atemberaubende 86 Prozent steigern. Natürlich hat der hohe Ölpreis nicht nur Vorteile, auch nicht für die größte Ölfördernation der Welt. Für die US-Verbraucher stellt sich der hohe Ölpreis wie eine Steuererhöhung dar. International wirken hohe Ölpreise tendenziell wachstumshemmend. Insgesamt geht es an der Börse aber um die Gewinne der Unternehmen und die sind exzellent.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet". Am 02. Mai 2018 hatten wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe von "Neutral" auf "Übergewichtet" erhöht.

RENTEN

Die Bundrenditen sind gestern angestiegen nachdem EZB-Ratsmitglied Villeroy die "Well Past"-Phase auf Quartale definiert hat. Das bedeutet, dass nach dem Ende der Wertpapierkäufe durch die EZB im Herbst 2018, diese Phase beginnt, mit der die Marktteilnehmer mit einer Zinsanhebung innerhalb von Quartalen rechnen sollten. Im Prinzip ist dies nichts Ungewöhnliches, doch der Rentenmarkt hat nervös reagiert. In den USA ist die 10-jährige Treasury-Rendite wieder über 3 Prozent gestiegen. Dies könnte dem Renditeanstieg in Europa ebenfalls Schwung verleihen.

Fazit Renten

Die Restlaufzeit halten wir auch angesichts der letzten Renditeanstiege bei konventionellen Anleihen bei knapp 4 Jahren. Das Risiko höherer Renditen besteht weiterhin, wie man Anfang dieser Woche gesehen hat.

WÄHRUNGEN

Der US-Dollar hat das enge Handelsband der ersten drei Monate 2018 verlassen und konnte sogar im bisherigen Jahresverlauf ein leichtes Plus gegenüber dem Euro erzielen. Derzeit befindet sich der EUR/USD-Wechselkurs unter 1,20 und damit wieder auf dem Niveau von Ende Dezember 2017. Im Mai 2018 konnten mit Ausnahme des Neuseeländischen Dollar alle Dollar-Währungen im G-10-Block zum Euro zulegen. Auch die beiden Krone-Währungen aus Schweden und Norwegen sowie der neuaufgenommene Chinesische Renminbi befinden sich im Mai auf der Gewinnerseite gegenüber dem Euro.

Fazit Währungen

Der US-Dollar-Anteil liegt aktuell bei ca. 32%, gefolgt vom Schweizer Franken mit über 12%. Der Chinesische Renminbi, der Kanadische Dollar und die Norwegische Krone haben einen Anteil von jeweils mehr als 10%.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


Haftungsbeschränkung:
Alle Informationen beruhen auf verlässlichen Quellen und sorgfältigen Analysen, die jederzeit einer Änderung unterliegen können. Die Schoellerbank ist zu einer Aktualisierung dieser Informationen nicht verpflichtet.


Die Haftung der Schoellerbank für leichte Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit der Quellenrecherche und Analyse und den darauf beruhenden Informationen wird ausgeschlossen.
VOILA_REP_ID=C1257E77:00296CBA