Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 2. Mai 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 2. Mai 2018)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralIm Umfeld steigender Renditen und geringer Risikoaufschläge investieren wir in kurze Restlaufzeiten (unter 4 Jahre) und setzen auf unbesicherte Emissionen hervorragender Schuldner.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetStaatsanleihen aus der Kernzone Europas, sowie Privatplatzierungen mit additiven und multiplikativen Strukturen. Die Laufzeit ist deutlich länger als bei konventionellen Anleihen, um mit „Hebel“ von Inflationsanstiegen zu profitieren.
Strukturierte
Zinsprodukte
Untergewichtet Der Fokus liegt aktuell auf Währungs- und Kreditstrukturen.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralInnerhalb des Dollar-Blocks erfolgte Mitte April 2018 eine Umschichtung in Höhe von 5% zulasten des US-Dollars und zugunsten des Renminbi. Die chinesische Währung verdoppelt daher ihre Gewichtung in der Währungsallokation auf 10%. Der US-Dollar ist aktuell mit 30% gewichtet.
AktienNeutralAm 27. März 2017 wurde beschlossen, das Aktiengewicht auf „Neutral“ zu reduzieren. Die Schoellerbank Vermögensverwaltung ist seit über fünf Jahren durchgehend „Übergewichtet“ oder „Stark Übergewichtet“. Wir haben mit diesem Schritt Gewinne mitgenommen und trockenes Pulver aufgebaut, um bei eventuell kommenden Kursrücksetzern schnell reagieren zu können. Im Februar 2018 haben wir beschlossen, die breit gestreuten Aktienfonds aus der Schoellerbank Vermögensverwaltung mit Fonds zu verkaufen. Das frei gewordene Kapital wurde in Value Aktien und Dividenden Aktien - ausgewählt nach den Qualitätskriterien der Schoellerbank - investiert.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Breite Streuung über verschiedene Segmente wie: Wasser, Bergbau/Minen, Agribusiness, Holz und Energie. Höchste Gewichtung im Bereich Edelmetalle.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Strategierunde hat beschlossen, die Aktienquote in den Vermögensverwaltungs-Mandaten mit Aktienanteil von "Neutral" auf "Übergewichtet" zu erhöhen. Am 27. März 2017 hatten wir die Aktienquote um eine Stufe auf "Neutral" reduziert. Wir schätzen die Bewertung der Märkte in Asien und Europa als günstig, insbesondere im Vergleich mit den Staatsanleihen-Renditen, ein. Viel (positives) getan hat sich auf Jahressicht insbesondere in der Bewertung der US-Börse. Die US-Regierung hat mit der Einführung der Steuerreform dafür gesorgt, dass die Nettogewinne der Firmen im S&P 500 Index in diesem Jahr um etwa 20 Prozent anziehen könnten. Das wären sehr ungewöhnlich hohe Gewinnwachstumsraten. Analysten erwarten von den S&P 500 Unternehmen zudem Ausschüttungen an die Aktionäre sowie Aktienrückkäufe im Volumen von atemberaubenden USD 1.300 Mrd. Die hohen Gewinnsteigerungen sorgen dafür, dass der Markt auf Gewinnbasis für das Jahr 2019, diese Schätzungen sind allerdings noch mit hohen Unsicherheiten verbunden, mit einem Verhältnis von Kurs zu Gewinn (KGV) von 15,3 bewertet ist. Das liegt unter dem 30-Jahresdurchschnitt von 16. Daraus ergibt sich eine sog. Gewinnrendite in Höhe von 6,5 Prozent (Berechnung: 100 / 15,3). Das vergleicht sich mit einer Rendite am US-Rentenmarkt für 10-jährige Staatsanleihen von 3%. Wir schätzen den Rendite-Abstand zum Rentenmarkt als attraktiv für Aktieninvestments ein.
Ein gutes Beispiel für den positiven Geschäftsverlauf der großen US-Unternehmen bietet, die nach Marktkapitalisierung größte Firma der Welt, Apple. Die Quartalsdividende steigt um 16 Prozent. Der Überschuss kletterte im letzten Quartal um rund ein Viertel. Von August 2012 bis März 2018 ließ Apple insgesamt USD 275 Mrd. an seine Anleger über ein Aktienrückkaufprogramm zurückfließen. Das wird auch als Zeichen gewertet, dass der Konzern einen Großteil seines im Ausland lagernden Vermögens zurückholen will. Nach der US-Steuerreform sind darauf geringere Abgaben als zuvor nötig. Nun kündigte CEO Cook ein neues Rückkaufprogramm im Umfang von USD 100 Mrd. (!) an. Das entspricht beinahe der Marktkapitalisierung des gesamten ATX (USD 117 Mrd.).
Die US-Firmen haben im April so wenig Personal angeheuert wie seit November nicht mehr. Insgesamt kamen 204.000 Mitarbeiter hinzu, wie der Personaldienstleister ADP zu seiner monatlichen Umfrage unter Privatunternehmen mitteilte. Experten hatten 200.000 erwartet. Im März gab es mit 228.000 einen höheren Zuwachs. Am Freitag steht der monatliche Arbeitsmarktbericht der Regierung an, der breiter angelegt ist als die ADP-Studie: Er umfasst neben den Jobs in der Privatwirtschaft auch staatliche Stellen. Fachleute rechnen damit, dass außerhalb der Landwirtschaft 192.000 Arbeitsplätze dazugekommen sind. Die Erwerbslosenquote dürfte auf 4,0 Prozent sinken. Damit herrscht praktisch Vollbeschäftigung, das erklärte Ziel der US-Notenbank. An den Finanzmärkten wird für Juni mit dem nächsten Schritt der FED nach oben gerechnet. Wir schätzen diesen Liquiditätsentzug als nicht richtungsweisend für die Aktienmärkte ein. Die US-Notenbank reagiert, aus unserer Sicht, lediglich auf den sehr positiven Verlauf der US-Konjunktur und versucht eine ungesunde Überhitzung der US-Wirtschaft zu verhindern. Schädlich für den Aktienmarkt wäre der Entzug der Liquidität dann, wenn diese geldpolitischen Maßnahmen zu einer deutlichen Konjunkturabschwächung führen würden.
Kaltes Wetter, viele Streiks und die Grippewelle haben das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone zu Jahresbeginn fast halbiert. Das Bruttoinlandsprodukt legte zwischen Januar und März nur noch um 0,4 Prozent zum Vorquartal zu. In den drei Vorquartalen hatte es noch jeweils zu einem Plus von 0,7 Prozent gereicht. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum wuchs die Wirtschaftsleistung diesmal um 2,5 Prozent. Das ist kein atemberaubend hohes Wachstum, aber dafür relativ solide. Sollten keine Störfeuer wie ein Handelskrieg über den Markt hereinbrechen, deuten die Vorlaufindikatoren - weder in Europa, noch in Asien oder den USA - derzeit auf keine rezessiven Tendenzen hin.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil wird von "Neutral" auf "Übergewichten" erhöht. Am 27. März 2017 hatten wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf "Neutral" reduziert.

RENTEN

Demnächst könnte die US-Notenbank FED signalisieren, dass die nächste Leitzinserhöhung näher rückt. In Europa ist die EZB ihrem Ziel, die Inflation auf zwei Prozent zu bringen, noch weit entfernt. Der Preisdruck in der Eurozone entwickelt sich moderat. In den USA hingegen erwartet die FED eine Stabilisierung der Inflation bei rund zwei Prozent; im Laufe des Jahres sind daher noch zwei bis drei Zinserhöhungen denkbar.

Fazit Renten

Die Restlaufzeit konventioneller Anleihen werden bei Mittelflüssen und Umschichtungen auf 3,5 Jahre veranlagt. Das Risiko höherer Renditen wird genau beobachtet, daher folgt die leichte Laufzeitverkürzung bei Mittelzuflüssen.

WÄHRUNGEN

Das Währungspaar EUR/USD hat das enge Handelsband der ersten drei Monate des Jahres 2018 verlassen. Derzeit steigt der US-Dollar zum Euro und befindet sich Richtung 1,20. Auf Jahressicht hat der US-Dollar nun nur leicht gegenüber dem Euro verloren. Am stärksten verloren (mit 7%) hat die Schwedische Krone zum Euro. Während der Japanische Yen mit einem Plus von über 2,4% seit Jahresbeginn die Gewinnerseite anführt.

Fazit Währungen

Der US-Dollar-Anteil liegt aktuell bei ca. 32% und ist weiter die am höchsten gewichtete Währung gefolgt vom Schweizer Franken. Der Kanadische Dollar, der Chinesische Renminbi und die Norwegische Krone haben jeweils mehr als 10% Gewicht. Mit der Erhöhung des Aktienanteils von "Neutral" auf "Übergewichtet" erhöhen wir in den gemischten Mandaten damit auch den Fremdwährungsanteil. Bei reinen Anleihenmandaten tragen wir dieser Erhöhung damit Rechnung, dass wir Fremdwährungsanleihen von 10% auf 15% aufstocken.




Hinweis:
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