Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 27. Juni 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 27. Juni 2018)

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Schoellerbank Markteinschätzung118 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralNach einem schwierigen 2017 feiern Fremdwährungen 2018 gerade ein comeback. Wir haben den US-Dollar Anteil zu Gunsten des Renminbi (gut 10%) reduziert. Auch Rohstoffwährungen bleiben weiter ein wichtiger Teil der Strategie.
AktienÜbergewichtetAm 2. Mai 2018 hat die Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf „Übergewichtet“ zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgt vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wird auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wird nicht weiter erhöht und macht nach der Aktienanhebung ca. 35% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote werden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Befürchtungen vor einem Handelskrieg der USA mit verschiedenen wichtigen Handelspartnern, u.a. mit der EU und China, nehmen derzeit eine zentrale Stellung bei der Beurteilung der Aktienmärkte durch die Anleger ein. Natürlich würden die Aktienmärkte eine potenzielle Eskalation der Lage nicht ignorieren. Handelskonflikte erhöhen die Inflation, damit die Zinsen und drücken tendenziell auf die Gewinnmargen vieler Unternehmen. Es ist sehr schwierig dieses politische Risiko zu quantifizieren. Aus unserer Sicht dürfte die Aussicht auf heftige Marktreaktionen nach unten, sowie eine tendenziell sehr negative Sichtweise der Verbraucher und Unternehmen in den USA gegen den Freihandel, im Vorfeld der Mid-Term Kongresswahlen im November in den USA, die US-Administration davon abhalten, einen großen Handelskrieg bis November vom Zaun zu brechen. Viele große US-Analysehäuser gehen von einer Einigung im Oktober aus. Das Headline-Newsflow-Risiko bleibt in dieser Frage aber dennoch vorerst hoch. Trump könnte bis Oktober versuchen, die Handelspartner so stark unter Druck zu setzen, dass diese zu möglichst hohen Konzessionen bereit sind. Die meisten Unternehmen, die unter der ersten Zollrunde leiden werden, sind nach Recherchen der Wirtschaftsprofessorin Mary Lovely von der Universität Syracuse, im Grunde keine chinesischen Firmen. Anhand chinesischer Exportdaten fand sie heraus, dass 87 Prozent der betroffenen Elektronikprodukte von nicht-chinesischen multinationalen Unternehmen und ausländischen Gemeinschaftsfirmen stammen. Chinesische Halbleiterprodukte etwa verwenden überwiegend Chips aus den USA, Taiwan, Südkorea oder Japan. Einfache Montage-, Verpackungs- und Testarbeiten finden in China statt. "Leute, die sagen, dass wir China stärker verletzen können, weil wir so viel von ihnen kaufen, verstehen nicht wirklich wie die Handelsströme funktionieren", sagt Lovely.


Wenn man sich auf die Fundamentaldaten konzentriert, so sind die wichtigsten Motoren für ein starkes zweites Halbjahr am Laufen: Der US-Wirtschaft winkt laut einer Ökonomen-Umfrage zurzeit das stärkste Wachstum seit drei Jahren. Die mehr als 110 Experten sagten für den Zeitraum April bis Juni ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von aufs Jahr hochgerechnet 3,7 Prozent voraus. Damit dürfte jedoch nach Ansicht der Volkswirte der konjunkturelle Höhepunkt erreicht sein: Für die Folgequartale sagen die Experten nur noch Wachstumswerte von 2,9 beziehungsweise 2,8 Prozent voraus. Die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Konjunktur in den nächsten Jahren in eine Rezession abrutscht, wird im Mittel auf 35 Prozent taxiert. Die US-Konsumenten weisen derzeit nur eine relativ geringe Gesamt-Verschuldung aus. Der US-Arbeitsmarkt sieht sehr gesund aus. Auch in der Eurozone hat sich die Situation am Arbeitsmarkt deutlich verbessert. Die Wachstumsraten bei den Gehältern sind vertretbar. Die Hauspreise bleiben in den meisten Teilen der industrialisierten Welt in einem Aufwärtstrend. Die Einzelhandelsumsätze in den industrialisierten Ländern befinden sich nun schon seit zwei Monaten in einem Aufwärtstrend. Die Einkaufsmanager-Indizes sehen global ebenfalls ganz gut aus. Es gibt keinerlei Anzeichen für eine aufkommende Rezession aus diesem Analysebereich. Wichtig bei den Fundamentaldaten ist auch, dass die US-Firmen ihre Cash Flow Generierung verbessern. Die Kreditkonditionen für die Firmen bleiben wachstumsfördernd. High-Yield-Bonds entwickeln sich in diesem Zusammenhang sehr gut. Typischerweise sieht man keinen Abschwung, wenn die Kreditkonditionen so gut sind. Die Ratio zwischen den Firmeninvestitionen und den Abschreibungen ist auf einem furchtbar tiefen Niveau. Historisch gibt es von so einem tiefen Level eigentlich nur eine Upside. Insgesamt gefallen uns die Fundamentaldaten gut.


Die Sentiment-Indikatoren sind derzeit für die Marktanalyse nicht brauchbar. Diese haben einen starken Mehrwert und gehören neben der Bewertung zu den wichtigsten Analysebereichen überhaupt, wenn diese Extremwerte erreichen. Das ist derzeit nicht der Fall. Die kurz- bis mittelfristigen diesbezüglichen Messgrößen befinden sich in einem weitgehend neutralen Bereich.


Von der Bewertungsseite bleibt der Markt attraktiv. Die hohen Gewinnsteigerungen durch die Ölpreisentwicklung sowie der US-Steuerreform führen zu hohen Analystenschätzungen für die Gewinne im nächsten Jahr, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf dieser Basis im langjährigen Durchschnitt ist. Angesichts der Rendite für 10-jährige US-Staatsanleihen unter der Drei-Prozent-Marke erscheint diese Bewertung, so die Gewinne denn auch wie erwartet erwirtschaftet werden, als attraktiv.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet". Am 2. Mai 2018 hatten wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe von "Neutral" auf "Übergewichtet" erhöht.

RENTEN

Die internationalen Finanzmärkte blicken weiterhin sorgenvoll auf den eskalierenden Handelskonflikt. Daneben wird in Europa der anstehende EU-Gipfel zur Migrationspolitik mit Argusaugen verfolgt. Eine Einigung scheint in weiter Ferne zu sein - die politischen Risiken bleiben uns damit erhalten. Kein Wunder also, dass Qualität wieder einmal Trumpf ist. Abzulesen sind die Sorgenfalten auch an den deutschen 10-jährigen Bundrenditen, die nun mit 0,35% wieder exakt auf dem Stand vor einem Jahr liegen. Vice versa die Entwicklung an den Kreditmärkten: Die Risikoaufschläge für europäische Hochzinsanleihen befinden sich auf dem Jahreshöchststand. Gut, wer in diesen Phasen auf Qualität setzt.

Fazit Renten

Unsere qualitätsorientierte Emittentenauswahl bewährt sich seit Wochen. Gerade in Zeiten hoher Volatilität und Unsicherheit sind qualitativ hochwertige Schuldner gefragt - ein Segment, in dem die Schoellerbank traditionell stark verankert ist. Die Risikoaufschläge sind trotz Ausweitung noch weit entfernt von den Niveaus die ein attraktives Chance-Risiko Profil versprechen.

WÄHRUNGEN

Der Euro zeigte sich in der abgelaufenen Handelswoche gegenüber anderen Leitwährungen sehr robust. Auch an den Währungsmärkten ist der US-initiierte Handelskonflikt das beherrschende Thema. Welche Währung sich in dieser gefährlichen Gemengelage am besten behaupten kann, ist sehr schwierig zu prophezeien. Wenig erstaunlich sind deshalb die jüngsten Auf- und Abbewegungen beim bedeutendsten Handelspaar EUR/USD.

Fazit Währungen

Die jüngsten Kursgewinne beim Schweizer Franken haben uns dazu veranlasst, die Position von gut 12% auf 10% zu reduzieren. Im Gegenzug sehen wir beim Australischen Dollar etwas mehr Potential. Die Umsetzung dieser Maßnahme wird in den nächsten Tagen vollzogen.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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