Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 23. Juli 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 23. Juli 2018)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralNach einem schwierigen 2017 feiern Fremdwährungen 2018 gerade ein Comeback. Wir haben den US-Dollar Anteil zugunsten des Chinesischen Renminbi (gut 10%) reduziert. Auch Rohstoffwährungen bleiben weiter ein wichtiger Teil der Strategie. Mit Ende Juni 2018 wurde der Schweizer Franken auf 10% reduziert und der Australische Dollar auf 8% erhöht.
AktienÜbergewichtetAm 2. Mai 2018 hat die Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf „Übergewichtet“ zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgt vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wird auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wird nicht weiter erhöht und macht nach der Aktienanhebung ca. 35% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote werden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Wir gehen nach wie vor davon aus, dass es etwaig schon bis zu den Zwischenwahlen in den USA, zumindest im Handelskonflikt zwischen der EU und den USA, dieser ist für die Unternehmensgewinne von besonders hoher Bedeutung, zu einem Kompromiss kommen wird. Darauf deutet ein neuer US-Vorschlag hin. Im internationalen Handelsstreit haben sich die USA gegenüber Europa und Japan gesprächsbereit gezeigt. Beim Treffen der G20-Finanzminister in Buenos Aires am Wochenende schlug Finanzminister Steven Mnuchin erneut vor, die Handelsbarrieren innerhalb der Gruppe der sieben traditionellen Industriestaaten (G7) fallenzulassen. "Wenn Europa an den Freihandel glaubt, sind wir bereit, ein Freihandelsabkommen zu unterzeichnen". Es gebe allerdings drei Bedingungen: Die Abschaffung von Zöllen, Handelsbarrieren und Beihilfen. Frankreich hielt dagegen: Bevor sich die EU zu Handelsgesprächen bereit erkläre, müsste US-Präsident Donald Trump die Zölle auf Stahl und Aluminium, sowie seine Drohung mit Zöllen auf Autos zurückziehen. Das deutsche Ifo-Institut rät der EU auf die US-Vorschläge für ein neues Freihandelsabkommen einzugehen. Die Initiative des US-Finanzministers Steven Mnuchin auf dem G-20-Gipfel in Buenos Aires sei eine Chance, den Handelsstreit zu beenden, erklärte Ifo-Handelsexperte Felbermayr. Die USA und die EU hatten jahrelang um das transatlantische Handelsabkommen TTIP gerungen. Die Gespräche erwiesen sich aber als zäh und wurden mit dem Amtsantritt von Trump auf Eis gelegt. Die Verhandlungen würden daher nicht bei null beginnen, sagte Felbermayr. Zudem würde ein Abkommen den Druck auf andere Länder für mehr Freihandel erhöhen und böte die Chance, Großbritannien nach dem Brexit zu integrieren. So ein Abkommen könnte mehrere Probleme, die sich am Horizont abzeichnen, gleichzeitig lösen. Anders ist die Situation mit China einzuschätzen. Hier scheinen die USA ihren Konfrontationskurs beibehalten zu wollen. Die Regierung in Washington hat Produkte aus der Volksrepublik im Volumen von USD 34 Mrd. mit zusätzlichen Zöllen belegt. China hat Gegenmaßnahmen im gleichen Umfang erlassen. Am Freitag drohte Trump mit Zöllen auf chinesische Einfuhren im Wert von USD 500 Mrd.


Ein Faktor der sich langfristig eher negativ auf die Börsen auswirken sollte, ist die internationale Liquiditätssituation. Derzeit ist diese aufgrund der sehr auf Wachstum und weniger auf Inflationsschutz ausgerichteten Politik der großen Zentralbanken noch immer ein Faktor, der die Börsen aus unserer Sicht erheblich unterstützt. So sollte der Leitzins in den USA, der eine weitgehende neutrale Notenbankpolitik unterstellen würde, zumindest laut der sog. Taylor-Regel bei knapp 5% liegen. Tatsächlich ist der US-Leitzins deutlich tiefer. Allerdings dürfte die FED, falls die Wirtschaft weiter so gut läuft, bis Ende nächsten Jahres dem Markt liquide Mittel in der Größenordnung von USD 900 Mrd. entziehen. Dies geschieht über einen Abbau der Aktivseite ihrer Bilanz. Im Vorfeld der Notenbanksitzung kommende Woche soll es ungewöhnlich aktive Diskussionen innerhalb der japanischen Notenbank um Änderungen am geldpolitischen Kurs geben. Während die Währungshüter von 2016 stets festlegten, wieviel Geld sie durch Anleihekäufe in den Markt pumpen, gingen sie vor zwei Jahren dazu über, stattdessen die angestrebte Anleihenrendite festzulegen und flexibel Anleihen zu kaufen. Dabei ging es auch darum, gegen die Verringerung des Unterschieds der Renditen von Papieren mit kurzen und mit langen Laufzeiten anzukämpfen. Dieser Nebeneffekt der lockeren Geldpolitik gilt als gefährlich, weil er für Banken den Anreiz zur Kreditvergabe untergräbt. Auch in den USA wird derzeit unter Notenbankern rege über diese Gefahr diskutiert.


Die Sentiment-Indikatoren sind weitgehend neutral. Der Markt in Asien ist aus unserer Sicht trotz der möglichen wirtschaftlichen Disruption durch den Handelskonflikt attraktiv bewertet. Das gilt aber auch für die Wall Street. Durch die hohen Gewinnwachstumsraten in diesem Jahr ist die Ratio Kurs zu Gewinn für 2018 deutlich gefallen. Die Gewinne der Unternehmen im S&P 500 Index sollten, u.a. aufgrund positiver Effekte durch die Steuerreform, um etwa 20% ansteigen. Auch für das nächste Jahr rechnen die Analysten, Handelskonflikt hin oder her, mit einem Gewinnwachstum von 10%.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet". Am 02. Mai 2018 hatten wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe von "Neutral" auf "Übergewichtet" erhöht.

RENTEN

Auch wenn die G-20-Länder, den USA Gesprächsbereitschaft ankündigten - die Lage ist verzwickt und der Handelskonflikt belastet die Märkte. Die weltweite Konjunktur könnte durch diesen Konflikt ernsthaft in ihrer Entwicklung bedroht sein (IWF-Chefin Lagarde sprach von einem halben Prozentpunkt geringerem Wirtschaftswachstum). Zu den Überlegungen der FED die Zinsen anzuheben, äußerte sich der US-Präsident sehr kritisch zur Notenbank und dem von ihm erst vor kurzem eingesetzten FED-Chef Powell. Für europäische Renteninvestoren wird die EZB-Ratssitzung in dieser Woche eine spannende Sache werden. Die Investoren werden weiterhin behutsam auf das Ende der expansiven Geldpolitik vorbereitet.

Fazit Renten

Unsere Strategie wird nicht geändert: Die Auswahl bei den Emittenten erfolgt ausschließlich über die Qualität, um von möglichen künftigen Marktverwerfungen profitieren zu können. Die Laufzeitausrichtung bleibt derzeit ebenfalls unverändert.

WÄHRUNGEN

Im bisherigen Monatsverlauf konnte der Euro gegenüber den G-10-Währungen (mit Ausnahme der Schwedischen Krone bzw. dem Neuseeländische Dollar) zulegen. Nach den Turbulenzen in der Britischen Regierung, hinsichtlich der Brexit-Verhandlungen mit der EU, verlor das Britische Pfund im Juli am stärksten gegenüber dem Euro. Der Chinesische Renminbi ist aufgrund des Handelskonflikts ebenfalls sehr schwach zum Euro (sowie zum US-Dollar) und verliert in diesem Monat bisher über 2%. Demgegenüber steht allerdings die hohe Nominalverzinsung bei chinesischen Staatsanleihen.

Fazit Währungen

Der Dollarblock hat in der Währungsallokation über 70%. Der Schweizer Franken und die Norwegische Krone sind mit über 10% gewichtet.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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