Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 13. Juli 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 13. Juli 2018)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralNach einem schwierigen 2017 feiern Fremdwährungen 2018 gerade ein Comeback. Wir haben den US-Dollar Anteil zugunsten des Chinesischen Renminbi (gut 10%) reduziert. Auch Rohstoffwährungen bleiben weiter ein wichtiger Teil der Strategie. Mit Ende Juni 2018 wurde der Schweizer Franken auf 10% reduziert und der Australische Dollar auf 8% erhöht.
AktienÜbergewichtetAm 2. Mai 2018 hat die Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf „Übergewichtet“ zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgt vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wird auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wird nicht weiter erhöht und macht nach der Aktienanhebung ca. 35% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote werden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Für die Märkte ist derzeit die Handelspolitik eines der bestimmenden Themen. Das trifft auf den Brexit aber vor allem auf die möglichen Auswirkungen der neuen US-Handelspolitik zu. Der US-Präsident droht China mit massiven Strafzöllen und hat einige schon in Kraft treten lassen. Der Handel zwischen den zwei größten Volkswirtschaften blüht, ungeachtet der Handelsspannungen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 wuchs das Volumen des Handels unter den beiden um beachtliche 13,1 Prozent auf einen Wert von USD 301 Mrd. Das US-Handelsdefizit mit China, das Trump ein Dorn im Auge ist, stieg im Juni auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten. Der chinesische Außenhandel legte insgesamt seit dem Jahresanfang um 16 Prozent zum Vorjahr zu. Der Handel mit den USA und damit die Geschäfte der Unternehmen könnten deutlich gebremst werden, wenn Trump seine Drohung wahr macht, bis Ende August weitere Importe aus China im Wert von USD 200 Mrd. mit zehnprozentigen Strafzöllen zu belegen. Vor einer Woche waren bereits Sonderabgaben in Höhe von 25 Prozent auf Einfuhren aus der Volksrepublik im Wert von USD 34 Mrd. in Kraft getreten. Besondere Zölle auf weitere Importe von USD 16 Mrd. sollen diesen Monat noch folgen. Mit all diesen Sonderabgaben wäre rund die Hälfte der chinesischen Ausfuhren in die USA betroffen, die im vergangenen Jahr ein Volumen von rund USD 500 Mrd. erreicht hatten. China hat "notwendige Gegenmaßnahmen" in gleicher Höhe angekündigt ─ allerdings exportieren die USA gar nicht so viel nach China, so dass Washington auch mit anderen Vergeltungsmaßnahmen rechnen muss. So könnten die chinesischen Behörden auch den in dem Land tätigen US-Unternehmen das Leben nicht unbedingt erleichtern. Diese haben im vergangenen Jahr Produkte und Dienstleistungen für USD 280 Mrd. in China verkauft. Wir rechnen nicht damit, dass es zu einem echten langanhaltenden Handelskrieg zwischen den beiden Nationen kommt. In den USA finden im November die Zwischenwahlen statt.


Wir gehen mittelfristig weiterhin von einem festen Aktienmarkt aus. Die US-Unternehmen sitzen auf einem rekordhohen Berg an Liquidität. Wir gehen davon aus, dass diese Mittel auch dazu verwendet werden, um hohe Dividenden zu finanzieren und vor allem um eigene Aktien zurückzukaufen. Das ist im Moment aus unserer Sicht der wichtigste Treiber der Aktienmärkte. Die Gewinne der Firmen im S&P 500 Index dürften zudem in diesem Jahr aufgrund der hohen Ölpreise und vor allem der US-Steuerreform um etwa 20 Prozent wachsen. Auch für nächstes Jahr erwartet der Markt Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich. Falls das tatsächlich so kommt, würde die Kurs-Gewinn-Bewertung wieder auf Werte, die sich in der historischen Norm befinden, zurückkehren.


Einen Strich durch die Rechnung könnte den Anlegern eine US-Rezession machen. Pessimistisch gestimmte Anleger führen als Argument für eine möglicherweise bevorstehende Rezession an, dass die US-Zinsstrukturkurve beinahe invers ist. Der wichtigste vorlaufende Indikator für eine rezessive Wirtschaftsentwicklung in den USA ist tatsächlich die US-Zinskurve. Wenn die 2-jährigen Staatsanleihenzinsen über die 10-jährigen Staatsanleihen Renditen gestiegen sind, hatte das jedes Mal, ohne Ausnahme (Datenlage zurück bis 1967), eine Rezession nach sich gezogen. Aktuell sind die 2-jährigen Renditen bei 2,60 Prozent und die 10-jährigen bei 2,85 Prozent. Die Zinskurve ist also noch nicht invers. Zudem dauerte es am Aktienmarkt auch noch durchschnittlich (ab dem Zeitpunkt, wo die Zinskurve invers wurde) etwa 12 Monate, bis der Aktienmarkt begonnen hat zu drehen. Selbst wenn die Zinskurve folglich invers werden sollte, würde, zumindest nach der historischen Datenauswertung, noch immer etwa ein Jahr Zeit vergehen, bis der Bullenmarkt zu einem Ende kommt (Ceteris paribus ─ ungeachtet aller anderen Rahmenbedingungen).

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet". Am 2. Mai 2018 hatten wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe von "Neutral" auf "Übergewichtet" erhöht.

RENTEN

Die Anleihenmärkte blieben in der abgelaufenen Handelswoche relativ unberührt. In den USA scheint sich die Zinskurve weiter abzuflachen. Die beherrschenden Themen dieser Woche waren das NATO-Treffen, die Streitigkeiten in der britischen Regierungsmannschaft mit Rücktritten sowie der weiteren Vorgehensweise den Brexit betreffend und natürlich der Handelskonflikt zwischen den USA und China. An sich eine brisante Gemengelage für den Rentenmarkt, der sich ─ wie schon erwähnt ─ unbeeindruckt zeigte. Vielleicht kommt Bewegung in die Szenerie, wenn die Quartalsberichtssaison in den USA fortgesetzt wird.

Fazit Renten

An eine Veränderung unserer Strategie hinsichtlich Qualität bei der Emittentenauswahl ist nicht gedacht. Die Laufzeitausrichtung bleibt derzeit ebenfalls unverändert. Unsichere Phasen am Markt geben uns in unserem Ansatz Recht.

WÄHRUNGEN

Die beiden Krone Währungen aus Schweden und Norwegen haben innerhalb der G-10-Währungen bisher im Juli am stärksten zum Euro zugelegt. Größter Verlierer war in dieser Gruppe der Japanische Yen. Das Währungspaar US-Dollar/Euro war im bisherigen Monatsverlauf fast unverändert. Auf Jahresbasis hat der US-Dollar zum Euro jedoch bisher 3 Prozent gewonnen. Nach den Turbulenzen in der britischen Regierung bzgl. dem Thema Brexit, hätte man vermuten können, dass das Britische Pfund größere Währungsschwankungen aufweist, jedoch ist die britische Währung gegenüber dem Euro in dieser Woche fast unverändert geblieben.

Fazit Währungen

Der US-Dollar bleibt die am stärksten gewichtete Währung mit fast 33%. Der Kanadische Dollar, der Chinesische Renminbi, der Schweizer Franken und die Norwegische Krone tragen jeweils ca. 10% zur Währungsallokation bei.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
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Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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