Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 2. August 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 2. August 2018)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralNach einem schwierigen 2017 feiern Fremdwährungen 2018 gerade ein Comeback. Wir haben den US-Dollar Anteil zu Gunsten des Chinesischen Renminbi reduziert. Auch Rohstoffwährungen bleiben weiter ein wichtiger Teil der Strategie. Mit Ende Juni 2018 wurde der Schweizer Franken reduziert und der Australische Dollar leicht erhöht.
AktienÜbergewichtetAm 2. Mai 2018 hat die Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf „Übergewichtet“ zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgt vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wird auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wird nicht weiter erhöht und macht nach der Aktienanhebung ca. 35% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote werden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Der Konjunkturverlauf ist aus Sicht der Börse derzeit noch optimal. Die Konjunktur in den USA ist vermutlich noch nicht überhitzt. Wann steht dort das Drehen der Hochkonjunktur in einen (langsamen) Abschwung an? In der Vergangenheit war das oftmals bei derartig guten Arbeitslosenstatistiken, wie wir sie derzeit in den USA sehen, der Fall. Deshalb sind bei diesen extrem guten Werten auch weitere noch bessere Arbeitsmarktzahlen von der Börse gar nicht so gerne gesehen. Der enge Arbeitsmarkt bedeutet nämlich, dass die Firmen in der Tendenz höhere Lohnforderungen der Arbeitnehmer akzeptieren müssen, weil sie ansonsten nicht mehr an die benötigten Fachkräfte kommen. Steigende Löhne stellen einen der wichtigsten Vorlaufindikatoren für die Verbraucherpreisinflation dar. Die US-Notenbank dürfte deshalb auf eine weitere Einengung des Arbeitsmarktes mit etwaig noch schnelleren Zinsschritten nach oben reagieren. Höhere Zinsen führen irgendwann dazu, dass sich die Wachstumsraten abschwächen, weil die Investitionen nachlassen. Am Freitag werden deshalb die US-Arbeitsmarktdaten mit besonders hoher Spannung erwartet. Wir gehen auch aufgrund der sehr wirtschaftsfördernden Politik der US-Regierung auf Kosten der Staatsverschuldung davon aus, dass die US-Konjunktur weiterhin gut laufen wird.


Die US-Notenbank legte zuletzt eine Zinspause ein und signalisiert den Finanzmärkten eine Erhöhung im September. Die Federal Reserve beließ den Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld in der Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent. Dabei zeichneten die Dollar-Wächter um Jerome Powell das Bild einer vor Kraft strotzenden Wirtschaft. An den Finanzmärkten nährten sie damit die Erwartung, dass sie im kommenden Monat ihre Zügel straffen werden. Die Investitionen würden deutlich zunehmen. Zugleich bescheinigte die Fed dem Arbeitsmarkt Stärke. Der Stellenzuwachs sei in den jüngsten Monaten groß gewesen und die Arbeitslosigkeit niedrig geblieben. Die Arbeitslosenquote lag im Juni bei 4,0 Prozent, was Vollbeschäftigung gleichkommt - eines der erklärten Ziele der Währungshüter. Im Unterschied zur Europäischen Zentralbank, die noch bis mindestens über den Sommer 2019 hinaus an ihrer Nullzinspolitik festhalten will, hat die Fed ihre Zinszügel bereits seit Ende 2015 in kleinen Schritten angezogen. Damit will sie eine Überhitzung der Konjunktur verhindern. Im Frühjahr war die Wirtschaft so stark gewachsen wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen April und Juni mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 4,1 Prozent. Vor allem die Kauflaune der Amerikaner trieb das Wachstum an. Der private Konsum steht für mehr als zwei Drittel der Wirtschaftsleistung. Bei der Inflation achtet die Fed vor allem auf Preisveränderungen bei den persönlichen Ausgaben der Verbraucher, wobei die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelkosten ausgeklammert werden. Sie strebt hier eine Teuerungsrate von zwei Prozent an. Im Juni lag diese Messgröße den dritten Monat in Folge bei 1,9 Prozent. Das sind folglich alles ziemlich optimale Werte aus Sicht von Aktienanlegern.


Die US-amerikanischen Anleger haben in den letzten Jahren ihre Aktienallokation stark erhöht. Auch wurden gleichzeitig liquide Mittel, wie etwa die Anlage in Geldmarktfonds, extrem stark reduziert. Aktienmodelle, die auf diese Faktoren abstellen, zeigen langfristig eine stark unterdurchschnittliche Marktentwicklung an. Das gilt nicht für den asiatischen Markt. Asiens Börsen wurden und werden in diesem Jahr durch den Handelskonflikt erheblich belastet. Wir gehen davon aus, dass sich die Politiker noch vor den US-Zwischenwahlen im November auf einen Kompromiss einigen werden.


Die Gewinnsituation der Unternehmen gefällt uns weiter sehr gut. Vor allem die US-Steuerreform und der hohe Ölpreis sorgen bei den Firmen, die im S&P 500 Index vertreten sind, für einen regelrechten Gewinnboom. Konkret erwartet der Markt für dieses Jahr eine Gewinnsteigerung in den USA von um die 20%. Für nächstes Jahr ist die Latte ebenfalls hochgelegt, der Markt geht auch für 2019 von zweistelligen Gewinnwachstumsraten aus.

Fazit Aktien

Die Positionierung der Vermögensverwaltung bezüglich der Aktienquote in den Mandaten mit Aktienanteil verbleibt auf "Übergewichtet". Am 2. Mai 2018 hatten wir die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe von "Neutral" auf "Übergewichtet" erhöht.

RENTEN

Nullzinsen und eher moderates Wachstum sind die Kombination, die Europa aktuell gut beschreibt. Realrenditen sind weiter deutlich negativ, wenn man den risikolosen Zins - z. B. deutsche Staatsanleihen - als Maßstab ansetzt. Entgegengesetzt ist die Situation momentan in den USA: Jüngste Wachstumszahlen zeigen Rekordniveaus und auch die Realverzinsung anhand von US-Treasuries ist interessant. Einzig die sehr flache Zinsstrukturkurve bereitet manchen Beobachtern Sorgenfalten.

Fazit Renten

Im Umfeld leicht steigender Renditen setzen wir auf kurze Restlaufzeiten. Hervorragende Schuldnerqualität sollte auch in zukünftigen Krisenphasen für Stabilität sorgen.

WÄHRUNGEN

Wenig Bewegung brachte das - nahezu unveränderte - Fed-Statement. Dennoch: Das Aufwärtspotential für den US-Dollar dürfte angesichts des fortgeschrittenen Zinszyklus eher begrenzt sein. Zu nah ist die FED mit ihrem Leitzins mittlerweile an ihrer eigenen Schätzung des neutralen Zinses (Median 2,9%). Wochengewinner ist nach unerwartet starken Wirtschaftsdaten der Kanadische Dollar.

Fazit Währungen

Die aktuelle Positionierung bleibt unverändert. Der Dollar-Block (USD, CAD, NZD, HKD, CNY, CAD und AUD) bildet mit knapp 71% eine überwiegende Mehrheit.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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