Schoellerbank StrategieRunde - Protokoll 22. August 2018

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 22. August 2018)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt und geldmarktnahes Segment Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Konventionelle
Anleihen
NeutralAngesichts der Zinswende und des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit vorsichtig kurzer Restlaufzeit von knapp vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität, schaffen es aber dennoch, eine positive Gesamtrendite zu erzielen.
Inflationsgeschützte
Anleihen
Stark ÜbergewichtetInflationserwartungen weisen seit dem Sommer des Vorjahres kontinuierlich nach oben, liegen aber immer noch viel zu tief. Wir setzen auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Strukturierte
Zinsprodukte
Stark Untergewichtet Mit der Aktienerhöhung wurde das Segment weiter reduziert: Das Niedrigzinsumfeld erschwert neue Strukturierungen stark.
Fremdwährungs-
anleihen
NeutralNach einem schwierigen 2017 feiern Fremdwährungen 2018 gerade ein Comeback. Wir haben den US-Dollar Anteil zu Gunsten des Chinesischen Renminbi reduziert. Auch Rohstoffwährungen bleiben weiter ein wichtiger Teil der Strategie. Mit Ende Juni 2018 wurde der Schweizer Franken reduziert und der Australische Dollar leicht erhöht.
AktienÜbergewichtetAm 2. Mai 2018 hat die Strategierunde der Schoellerbank beschlossen, die Aktienquote in den Schoellerbank Vermögensverwaltungen um eine Stufe auf „Übergewichtet“ zu erhöhen. Die Erhöhung der Aktienquote erfolgt vorwiegend durch den Kauf von Aktien der Schoellerbank Aktienliste. Verglichen mit dem Gesamtmarkt sind unsere Aktientitel weniger verschuldet und profitabler. Wir denken, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis unserer Mandate attraktiv ist. Angehoben wird auch die Allokation in Rohstoffaktien (in Fondsform). Asien inklusive Japan wird nicht weiter erhöht und macht nach der Aktienanhebung ca. 35% der Aktienallokation aus.
RohstoffeTeil der Aktien-
Allokation
Im Zuge der Erhöhung der Aktienquote werden auch Rohstoffe wieder angehoben. Der Fonds ist global breit gestreut. Edelmetalle und weniger zyklische Themen wie Wasser, Agrarsektor und Holz machen den Großteil der Veranlagung aus.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Der S&P 500 hat am Dienstag das Allzeithoch vom Januar dieses Jahres wieder erreicht. Aus technischer Sicht ist zu erwarten, dass der Markt dieses Niveau mehrmals testet. Es könnte also volatiler werden, als in den vergangenen Wochen. Doch grundsätzlich ist das Erreichen neuer Höchststände ein positives Signal, dass den Bullenmarkt bestätigt.


Übrigens, auch der MSCI Weltaktienindex in Euro ist bereits im Juni auf ein Allzeithoch geklettert und dank der Euro-Schwäche aktuell auf einem Höchststand. Aus Sicht eines Dollar-Anlegers notiert der Index aber weiterhin unter dem Januar-Hoch.


Dieser Bullenmarkt, der im März 2009 begann, wird mit dem 21. August 3.452 Tage alt und ist damit gleich alt wie der bisher längste Bullenmarkt, der Anfang der 90er-Jahre begann und bis zum Platzen der Dot-Com-Blase 2000 lief. Der S&P 500 ist in diesem Bullenmarkt 415,96% gestiegen. Im ab heute zweitlängsten Bullenmarkt - der in den 90er-Jahren - stieg der Index um 544,82% an. So gesehen hat der heutige Bullenmarkt noch Luft nach oben.


"Bullenmärkte sterben nicht an Altersschwäche" lautet eine Börsenweisheit. Das will sagen, dass am Ende eines Bullenmarktes meistens ein Crescendo - also eine Übertreibung - kommt, die dann den Bärenmarkt einleitet. Sucht man nach dem Crescendo in diesem Bullenmarkt, findet man mit der US-Steuerreform und den dadurch sprunghaft gestiegenen Unternehmensgewinnen einen möglichen Kandidaten. Auch die stark steigende Verschuldung in den USA ist untypisch für diese Phase des Konjunkturzyklus. Ist das schon ein eindeutiges Warnzeichen?


Bei den Faktoren, die wir beobachten - Bewertung und Anlegerstimmung - gibt es noch keine eindeutigen Zeichen für eine Übertreibung. Angesichts der stark gestiegenen Gewinne und der weiterhin niedrigen Zinsen, sind Aktien weiter als attraktiv zu erachten.


Doch Grund zur Sorge findet man auch: Die gesamte US-Marktkapitalisierung im Verhältnis zum BIP - der sogenannte Buffett-Indikator - ist schon deutlich über der historischen Norm. US-Unternehmen konnten in den vergangenen Jahrzehnten einen immer größeren Anteil der volkswirtschaftlichen Leistung für sich reklamieren. Die jüngste Steuerreform hat das noch beschleunigt. Auf der anderen Seite stagnieren die Löhne und der Mittelstand erodiert. Das hat Auswirkungen auf das politische Umfeld und könnte auf lange Sicht auch zum Problem für die Unternehmen werden.


Auf nähere Sicht macht uns auch die Zinspolitik nervös. Angesichts anziehender Inflation ist die Geldpolitik der US-Notenbank zwar immer noch als locker einzustufen, doch der Trend geht eindeutig zu steigenden Zinsen. Und das wird irgendwann auch den Aktienmarkt belasten. Auch hier ist die Gefahr nicht unmittelbar gegeben. Es ist vielmehr ein latenter Druck, der sich aufbaut und die Aktionäre irgendwann vielleicht deutlich nervöser macht, als es heute der Fall ist.

Fazit Aktien

Das Glas ist halb voll und wir halten eine "Übergewichtete" Aktienquote weiterhin für die beste Antwort. Wir legen Wert auf Qualität zu einem vernünftigen Preis und finden noch genügend Aktien, die unseren Vorstellungen entsprechen.

RENTEN

Wie oftmals im August sind auch dieses Jahr die Renditen gesunken. Blickt man auf die letzten 19 Jahre zurück, so sind die deutschen Renditen (als Benchmark für Europa) in 12 Jahren im August gefallen, durchschnittlich um 0,2%. Für US-Renditen gilt diese Aussage sogar in 14 der letzten Jahre. Das Researchhaus Ned Davis gibt als Grund für diese August-Rallys unter anderem eine schwache Emissionstätigkeit in den Sommermonaten an. Natürlich kommen in diesem August auch Sonderthemen wie die Unsicherheiten in der Türkei und diffuse Ängste um die Ansteckung europäischer Kreditgeber der türkischen Wirtschaft hinzu. All das führt zu Fluchtbewegungen, die auf das Zinsniveau drücken: Sicherheit ist wieder gefragt.

Fazit Renten

Flucht in Qualität bedeutet immer Trumpf für die Positionierung der Schoellerbank: Wir setzen generell auf hervorragende Schuldnerqualität und konnten so in den vergangenen Wochen erfreuliche Wertentwicklungen unserer Rentenfonds verbuchen. Dies betrifft sowohl konventionelle Anleihen als auch inflationsgeschützte Anleihen - letztere nicht zuletzt dank der dort noch längeren Restlaufzeit. Denn die Inflationserwartungen kann man noch immer als "günstig" - im Sinne von zu niedrig - bezeichnen.

WÄHRUNGEN

Der Euro befindet sich in einer Schwächephase, die erst in den letzten Tagen etwas unterbrochen wurde. Vor allem bei Währungen, die für die Schoellerbank nicht in Frage kommen, spielten sich dramatische Entwicklungen ab. Über die Türkische Lira müssen wir an dieser Stelle nicht berichten, da dies bereits die Tageszeitungen erledigen. Aber auch Argentinische Pesos, Südafrikanische Rand, Brasilianische Real oder Russische Rubel haben in den vergangenen Wochen stark an Wert eingebüßt und vernichten damit Vermögen all jener Anleger und Spekulanten, die in diesen "Emerging Markets" investieren. Zu den Gewinnern gehörten Währungen, auf die auch die Schoellerbank als Qualitätsinvestments setzt: Der Schweizer Franken erwies sich in den letzten Wochen als Spitzenreiter, aber auch das Britische Pfund konnte sich wieder etwas erholen und der US-Dollar ist in Krisenphasen ohnehin immer ein Fixstarter bei Kursgewinnen. Zu den Schwellenländern zählt rein formell auch der Renminbi, die Schoellerbank sieht in dieser Devise aber eine andere Logik. Letzterer konnte seine Abwertung − getrieben durch den Handelskonflikt mit den USA − zuletzt stoppen.

Fazit Währungen

Wir setzen momentan auf eine breite Streuung bei den Fremdwährungen. Neben dem US-Dollar, der als Welt-Leitwährung den größten Block (ca. 1/3 der Fremdwährungsallokation) ausmacht, investieren wir in eine Gruppe von Währungen, die mit jeweils etwa 1/10 gewichtet sind: Kanadische Dollar, Chinesische Renminbi, Schweizer Franken, Norwegische Kronen und mit leichten Abstrichen Australische Dollar. Währungsinteressierte erkennen an dieser Ausrichtung einen Fokus auf Qualität, kombiniert mit einer Strategie auf Rohstoffe und auf das Wachstum im Asien-Pazifikraum.




Hinweis:
Diese Informationen sind keine Finanzanalyse, keine Anlageempfehlung und keine Anlageberatung, sie enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben.
Diese Informationen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden (Anlageziele, Erfahrungen und Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Verhältnisse) berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen.
Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.


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